Button siegt bei Alonso-Ausfall

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McLaren-Pilot Jenson Button hat nach der fünfwöchigen WM-Sommerpause den Grand Prix von Belgien gewonnen und in Spa seinen zweiten Saisonsieg gefeiert.

Der britische Ex-Weltmeister holte am Sonntag 13,6 Sekunden vor Weltmeister Sebastian Vettel (Red Bull) und 25,3 vor dem Finnen Kimi Räikkönen (Lotus) seinen 14. GP-Sieg.

Die Verlierer in einem verrückten Rennen waren WM-Leader Fernando Alonso sowie Lewis Hamilton, die beide nach einer gefährlichen Start-Kollision ausschieden.

Vor dem Italien-GP in Monza am kommenden Sonntag führt Alonso (164 Punkte) nur noch 24 Zähler vor Vettel (140).

Grosjean torpediert Gegner

Der schlimme Crash gleich nach dem Start prägte die erste Phase des Rennens auf der 7 Kilometer langen Traditionsstrecke in den Ardennen.

Zwar blieb der Sauber-Japaner Kamui Kobayashi am Start liegen und sorgte Pastor Maldonado mit einem wilden Frühstart für Unruhe im Feld, Auslöser der gefährlichen Kollision war aber - wieder einmal - Romain Grosjean.

Der Franzose lenkte seinen Lotus so weit nach rechts, dass er den McLaren von Hamilton berührte. Dessen Auto verhakte sich im Lotus und der Grosjean-Bolide verfehlte beim "Überflug" Alonsos Helm nur um Zentimeter.

Alonso verpasst Rekord

Vier Autos blieben bei dem Unfall auf der Strecke, der geschockte Alonso konnte erst nach Intervention von außen und Konsultation eines Arztes seinen Ferrari verlassen.

Er musste zwar zur ärztlichen Kontrolle, überstand den Horror-Unfall aber unverletzt. "Hi! Danke für all die unterstützenden Nachrichten. Mir geht es gut und ich denke schon zu 100 Prozent an Monza! Forza", gab Alonso später auf Twitter Entwarnung.

Für den WM-Spitzenreiter bedeutete dieses unverschuldete Aus allerdings den ersten Nullpunkter nach zuletzt 23 Grand-Prix-Rennen in den Zählern und den ersten Ausfall seit dem 12. Juni 2011 (Kanada).

Auch damals war Alonso in eine Kollision verwickelt gewesen. Der neun Jahre alte Rekord von Michael Schumacher (24 Formel-1-Rennen in Serie in den Punkterängen) blieb damit bestehen.

Schumacher nicht ganz zufrieden

Schumacher fuhr bei seinem 300. GP-Rennen ein feines Rennen, war phasenweise sogar Zweiter und machte nach dem Verlust des 6. Ganges am Ende als 7. WM-Punkte.

Einziger dunkler Punkt war ein haariges Manöver des 43-Jährigen gegen Vettel bei der Boxen-Einfahrt. Überraschungs-Vierter wurde mit Nico Hülkenberg (Force India) ebenfalls ein Deutscher.

Mehr als das Verpassen des Rekordes wurmte Alonso, dass er nach 12 von 20 WM-Rennen nur noch 24 statt 40 Punkte vor Vettel in Führung liegt.

Damit könnte der Weltmeister von 2005 und 2006 ausgerechnet beim großen Ferrari-Heimspiel am kommenden Sonntag in Monza an der Spitze abgelöst werden.

Vettel startet Aufholjagd

Denn während Button dank seiner ersten Pole für McLaren in seinem 50. GP-Rennen für die Briten einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg landete und erstmals in Spa gewann, spielt der Engländer in der WM nach wie vor kaum eine Rolle.

Vettel hingegen wurde durch das Alonso-K.O. unerwartet zum großen Gewinner. Nur von Platz zehn gestartet kam der Doppelweltmeister zu einem nicht erwarteten zweiten Platz, mit dem er viel Boden gutmachte.

Indirekt profitierte Vettel von seiner schlechten Startposition, weil er dadurch nicht unmittelbar in das Unfallchaos verwickelt war. Zwar verlor er einige Plätze, machte danach aber Position um Position gut und war schon in der 22. von 44 Runden Zweiter.

Marko kritisiert Schumacher

"Meine Situation ist eindeutig besser als vor den Ferien", stellte Vettel zufrieden fest, betonte aber auch: "Ich war der einzige, der nicht vom Startunfall profitiert hat. Heute haben wir in der ersten Runde wieder einmal gesehen, dass alles passieren kann."

Das Schumacher-Manöver bezeichnete er als "brutal", eine Strafe für seinen Landsmann forderte Vettel aber nicht. "Das regeln wir Piloten untereinander."

Red-Bull-Motorsportdirektor Helmut Marko hielt sogar einen Sieg für seinen Schützling für möglich. "Wir wussten, dass wir mit den harten Reifen sehr schnell sein können. Leider war der Start nicht so gut, sonst hätten wir vom Speed her das Rennen auch gewinnen können. Wir sind eigentlich nur auf Reifenschonen gefahren", erklärte Marko, der das Schumacher-Manöver gegen seinen Piloten als "unnötig" bezeichnete.

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