Historie spricht gegen Red Bull

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Sollte Red Bull am Wochenende auch in Monza reüssieren, die Formel-1-WM wäre wohl endgültig entschieden.

Noch nie sind die Bullen bisher auf dem High-Speed-Kurs in Italien auf dem Podest gestanden.

Zuletzt hat WM-Leader Sebastian Vettel aber bereits den weißen Fleck in Spa-Francorchamps von seiner Landkarte getilgt.

Sieben Rennen vor Schluss hat der Deutsche 92 WM-Punkte Vorsprung auf seinen Teamkollegen Mark Webber.

Vettel auf dem Weg zu Titelverteidigung

Vettel könnte sich damit bereits in zwei Wochen in Singapur erneut zum Weltmeister machen, falls er seinen Polster in Monza auf mehr als 100 Zähler vergrößert.

Damit will sich der Titelverteidiger allerdings noch nicht beschäftigen. Zuerst will er wieder dorthin, wo er 2008 bereits im Toro Rosso gestanden war - als jüngster GP-Sieger aller Zeiten ganz oben auf dem Siegespodest von Monza.

"Das sind unglaublich spezielle Erinnerungen", sagte Vettel.

Schwächste Red-Bull-Strecke

Die Strecke im Königlichen Park, mit 75 Prozent Vollgas-Anteil die schnellste im Kalender, ist aber kein Red-Bull-Kurs. In den vergangenen Jahren hatte vor allem der Topspeed gefehlt.

"Monza ist historisch gesehen unsere schlechteste Strecke, aber wir kommen mit viel Selbstvertrauen", versicherte Teamchef Christian Horner. Der österreichisch-englische Rennstall hatte schon in Belgien mit Spitzenzeiten in den schnellen Sektoren überrascht.

"Es ist alles möglich"

Zurückzuführen war das nicht nur auf aerodynamische Weiterentwicklungen in der Sommerpause, sondern auch auf einen gewagten Reifenpoker.

Red Bull soll bei der Neigung der Vorderräder ("Reifensturz") mit bis zu 4,3 Grad ans Limit gegangen sein, um die Reibungsfläche zu reduzieren - eine Gratwanderung, weil durch Überhitzung die Gefahr von Blasenbildung besteht.

Für Monza soll der Hersteller Pirelli den Teams aus Sicherheitsgründen empfohlen haben, 3,75 Grad negativen Sturz nicht zu überschreiten.

"Durch die neue Situation bei den Reifen ist alles möglich", meinte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali.

Ferrari will Vorjahressieg wiederholen

Dazu könnten die zwei Zonen, in denen ein Herunterklappen des Heckflügels (DRS) erlaubt ist, die Rangordnung durcheinanderwirbeln und auf den langen Geraden für Spitzengeschwindigkeiten jenseits der 350 km/h sorgen.

Die Scuderia wird alles daran setzen, ihren Vorjahressieg durch Fernando Alonso zu wiederholen. "Das ist unser Ziel, aber es wird sehr, sehr schwierig", meinte Domenicali.

102 Punkte liegt Alonso als WM-Dritter bereits hinter Vettel. Ein Sieg im Heimrennen könnte die Tifosi allerdings versöhnen. Acht der vergangenen 15 Rennen im "Autodromo Nazionale" hat Ferrari gewonnen.

Fünf der Triumphe gehen auf das Konto von Michael Schumacher, der im Mercedes diesmal eine untergeordnete Rolle spielen dürfte.

Schumacher gab Lebenszeichen von sich

Dabei hatte der Rekordweltmeister in Spa mit einer Aufholjagd auf Platz fünf ein Lebenszeichen von sich gegeben.

"Dieses Resultat gibt uns einen Schub für den abschließenden Teil der Saison, in dem wir weiter angreifen wollen", erklärte Schumacher.

Mehr Gefahr droht Ferrari und Red Bull im letzten Europa-Rennen der Saison aber von McLaren. "Ich bin sehr optimistisch. Ich möchte schon im Qualifying das Maximum herausholen", betonte Hamilton.

"Können Vettel noch stoppen"

In zwölf Saisonrennen ist bisher immer ein Red Bull auf Pole Position gestanden, Vettel hat sieben davon gewonnen.

"Wir können ihn aber noch stoppen", meinte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh. Dafür scheint ein Sieg in Monza allerdings Pflicht.

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