Red Bull Racing ist wieder der Gejagte

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"Totgesagte leben länger", meinte Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko mit einem Augenzwinkern.

Nur wenige Minuten zuvor hatte Sebastian Vettel in Bahrain seinen ersten Sieg als Doppel-Weltmeister geholt (Rennbericht>>).

Seit Saisonstart dominierten beim Austro-Team eher die Negativ-Schlagzeilen. Keine Pole Position in den ersten drei Rennen, nur ein Podestplatz - zu wenig für die eigenen Ansprüche.

Doch dann zog die Formel 1 nach Bahrain und Red Bull Racing war wieder voll da. Erstmals in dieser Saison lacht man in beiden WM-Wertungen von der Spitze (WM-Stände>>).

Bis zum letzten Tropfen Sprit

"Das haben wir nicht erwartet", musste sich auch der siegreiche Vettel nach dem Rennen eingestehen. Doch in der Saison 2012 kommt scheinbar alles anders als erwartet.

Fakt ist allerdings: Der RB8 ist kein solches "Qualifyingmonster" wie sein Vorgänger. Dass man aber dennoch von der Spitze aus Rennen kontrollieren kann wie im Vorjahr, stellte Vettel am Sonntag unter Beweis.

Auch, wenn er sein Auto im heißen Fight mit Kimi Räikkönen bis ans Limit pushen musste. Am Ende war nicht einmal mehr genug Sprit für eine Auslaufrunde da, sodass er den RB8 wenige Meter nach der Ziellinie an der Boxenausfahrt abstellte.

"Wir mussten alles tun, um Kimi hinter uns zu halten. Wir sind direkt nach der Ziellinie stehen geblieben, damit wir noch genug Benzin für die technische Abnahme haben", erklärte Marko.

Die glorreichen Sieben

Und Mark Webber? Der kam zum vierten Mal in Folge als Vierter ins Ziel. "Es war nicht das allerspannendste Rennen für mich, aber es war ein guter Start für mich in die WM", twitterte der Australier nach dem Rennen.

In der WM-Wertung liegt der "Mr. Konstanz" dieser Saison nur fünf Punkte hinter seinem Teamkollegen auf dem dritten Rang der WM-Wertung.

In exakt dieser scheint für die nächsten Rennen Hochspannung garantiert: Mit Vettel, Hamilton, Webber, Button, Alonso, Rosberg und Räikkönen haben sieben Fahrer die Chance, beim nächsten Rennen in Barcelona die WM anzuführen.

"Feld zu eng zusammen"

Als WM-Leader sind Vettel und Red Bull Racing nun wieder die großen Gejagten. Dass Bahrain der Beginn eines Erfolgslaufs wie im Vorjahr werden könnte, daran glaubt der Doppel-Weltmeister nicht.

"Ich denke, dass es in die richtige Richtung geht. Man darf nicht erwarten, dass es immer so weitergeht, dafür ist das Feld einfach zu eng zusammen", analysierte er nach dem Rennen.

Wie schnell es in dieser Saison gehen kann, zeigte der bisherige Verlauf: In Australien sah McLaren wie der Saison-Primus aus, in Sepang rockten die Underdogs Alonso (in diesem Ferrari ist der zweifache Champion nicht mehr als ein Außenseiter) und Perez, in Shanghai glänzte Mercedes und in Bahrain waren plötzlich Red Bull und Lotus das Nonplusultra.

Auf zum Testen

Das nächste Rennen steht erst in drei Wochen in Barcelona auf dem Programm. Schon in knapp einer Woche sind in Mugello aber dreitägige Testfahrten eingeplant.

Und die Pflichtenhefte der Rennställe dürften prall gefüllt sein mit zu bewältigenden Problemen .

Vor allem die finanzkräftigen Teams Red Bull, McLaren und Ferrari dürften von den Tests profitieren, da Geld noch immer das Entwicklungstempo eines Autos kontrolliert.

Weniger wohlhabende Rennställe wie Lotus oder Sauber könnten ihren Anschluss an die F1-Spitze verlieren. Doch vielleicht kommt am Ende auch wieder alles anders als gedacht. Es wäre nicht das erste Mal in dieser Saison.

Michael Höller

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