Aufregung um Red Bull: Motor illegal?

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Wenige Stunden vor dem Großen Preis von Deutschland ist der österreichische Rennstall Red Bull in Verdacht geraten, mit den Formel-1-Boliden von Sebastian Vettel und Mark Webber gegen die Regeln zu verstoßen.

Nach einer Untersuchung der entsprechenden Daten hat der Technische Delegierte Jo Bauer festgestellt, dass das Drehzahlmoment in einem bestimmten Bereich unter dem vergleichbaren Wert dieser Motoren bei anderen Grand Prix' liege.

"Ein Verstoß"

"Meiner Meinung nach liegt ein Verstoß gegen Artikel 5.5.3 des Technischen Reglements vor", sagte Bauer in einer Pressemitteilung vier Stunden vor Rennbeginn auf dem Hockenheimring.

"Bei der Untersuchung des Motoren-Basis-Drehzahlmappings der Autos mit der Nummer 1 und 2 wurde ersichtlich, dass der maximale Drehmoment-Output beider Motoren im mittleren Drehzahlbereich deutlich unter dem liegt, was bei vorangegangenen Veranstaltungen gesehen werden konnte."

Red Bull unwissend

Der Red-Bull-Rennstall reagierte zunächst unwissend auf die mutmaßlichen Verstöße.

"Ich weiß nichts von Regelwidrigkeiten", sagte Teamchef Christian Horner nach der Mitteilung "autosport.com".

Laut "auto-motor-und-sport.de" kommt im mittleren Drehzahlbereich weniger Leistung am Motor der Red Bulls an. So sollen künstlich mehr Auspuffgase erzeugt werden, um die Aerodynamik der Autos zu unterstützen.

Durch entsprechend geleitete Luft auf das Heck der Rennwagen kann der sogenannte Abtrieb erhöht und so praktisch eine bessere Straßenlage erreicht werden.

Keine Strafen in Hockenheim

Bauer leitete seine Einschätzung an die Rennkommissare und auch alle Teams weiter.

Derek Warwick, Paul Gutjahr, Detlef Kramp und Tim Mayer entschieden aber, dass in Hockenheim vorerst keine weiteren Strafmaßnahmen gegen Red Bull ergriffen werden.

Damit behalten Vettel und Webber ihre Startplätze. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass andere Teams nach oder während des Rennens Protest gegen das Endergebnis einlegen werden.

Werden Gegner protestieren?

In diesem Fall würde ein Verfahren vor dem FIA-Gericht in Paris drohen. Von diesem ist allerdings keine baldige Entscheidung zu erwarten, da die Formel 1 nächste Woche bereits am Hungaroring unterwegs ist und dazwischen keine Zeit für einen Richtspruch ist.

Das Hockenheim-Ergebnis und der WM-Stand könnten demnach bis August provisorisch bleiben. Nachträgliche Disqualifikationen oder Strafen gegen Red Bull Racing sind keineswegs ausgeschlossen.

Drehmoment bewusst gedrosselt?

Es wird vermutet, dass Red Bull bewusst das Drehmoment drosselt, was gegen die Regeln verstoßen würde.

Bauer merkte an, dass durch die Veränderung auch die aerodynamischen Charakteristika der Wagen gegen Regeln verstoßen würden.

Nachträgliches Verbot

Die FIA-Kommissare hatten in dieser Saison bereits eine andere Variante am Wagen von Vettel und Webber für illegal erklärt.

Das Team um Design-Guru Adrian Newey hatte die Autos mit Löchern im Unterboden jeweils vor den Hinterreifen ausgestattet. Dies war nachträglich verboten worden.

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