Red Bull in Hockenheim mit viel Bauchweh

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Red Bull Racing erlebte in Hockenheim nicht das beste Renn-Wochenende dieser Saison.

Mark Webber durfte Startplatz drei nach dem Qualifying wegen eines Getriebewechsels nach den Trainings nicht behalten.

Sebastian Vettel verlor nach dem Rennen durch eine nachträgliche Zeitstrafe seinen zweiten Rang.

Zu allem Überfluss schockte der Technische Delegierte Jo Bauer am Sonntag vier Stunden vor Rennbeginn auch noch mit einem Memo, in dem er den RB8 für nicht regelkonform erklärt hatte.

Nur Schadensbegrenzung betrieben

Immerhin konnte der österreichische Rennstall 14 Punkte retten und damit Kurs auf den dritten Konstrukteurs-Titel in Folge halten.

"Wir verlassen Deutschland mit Punkten für beide Fahrer und verwalten unsere Führung in der Team-WM ganz gut", zieht Teamchef Christian Horner ein trockenes Resümee.

"Wir werden uns jetzt rasch auf das nächste Rennen fokussieren, das ja bereits am kommenden Wochenende stattfindet", so der Brite weiter.

Aufregung vor dem Rennen

Wenige Stunden zuvor war Horner ganz schön ins Schwitzen gekommen. Kurz nach 10 Uhr stand nach dem Schreiben von Bauer kurzfristig sogar eine Disqualifikation, zumindest aber der Verlust der Startplätze im Raum.

Eine Stunde vor dem Rennen sorgte die Rennleitung durch ihre Entscheidung, die RB8-Boliden für legal zu erklären, für Erleichterung im Bullen-Lager.

"Die Stewards haben gesagt, das Auto entspricht den Regeln. Sie waren mit unserer Information zufrieden. Für uns war es wichtig, vor dem Rennen Klarheit zu haben", erklärte Horner kurz vor Rennbeginn.

Zeitstrafe akzeptiert

Nach dem Fallen der Zielflagge waren die Stewards dem Austro-Team nicht mehr so wohl gesonnen. Etwas mehr als zwei Stunden nach Rennende wurde Vettel durch eine 20-Sekunden-Strafe von Rang zwei auf fünf zurückgeworfen.

Kurz vor Schluss hatte der Deutsche Jenson Button im direkten Duell überholt, dabei aber mit allen vier Rädern die Strecke verlassen. In den Augen der Rennleitung ein Vorteil für Vettel und damit ein zu ahndendes Vergehen.

"Meine einzige Intention war, nicht mit ihm zu kollidieren", verteidigte sich Vettel. "Die Entscheidung der Stewards muss ich aber respektieren."

Sitzung am Montag

Horner analysierte nach dem Grand Prix: "Womöglich haben uns die geringe Laufleistung am Freitag und das grundsätzliche Setup Zeit gekostet. Die Strafe war natürlich enttäuschend, aber wir akzeptieren sie natürlich."

Die Vorfälle rund um das Bauer-Schreiben könnten aber noch ein Nachspiel haben. Für Montag ist eine Sitzung der Technischen Arbeitsgruppe der FIA anberaumt. Dort soll klargestellt werden, worin exakt Bauer einen Regelverstoß von Red Bull ortete.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass Adrian Newey seinen RB8 zum bereits zweiten Mal in dieser Saison umbauen muss. Erst unlängst musste man die Löcher im Unterboden entfernen.

Vorerst keine Proteste

Über mögliche Proteste der Teams gegen Red Bull Racing war am Sonntagabend in Hockenheim nichts zu hören. Selbst Ferrari verzichtete vorerst darauf.

"Beim morgigen technischen Meeting wird alles besprochen werden", führte Teamchef Stefano Domenicali aus. "Wir verlassen uns auf die FIA als Regulator."

"Sie wird sicherstellen, dass unser Schlagabtausch mit fairen Mitteln geführt wird", so der Italiener.

Michael Höller

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