McLaren endgültig aus dem WM-Rennen

Aufmacherbild
 

Der Kampf um die WM-Krone der Formel 1 ist nach dem Singapur-GP nur noch ein Duell.

Sebastian Vettel ist nach seinem Sieg am Sonntag (Rennbericht >>) in den letzten sechs Saisonrennen wohl der letzte verbliebene Herausforderer des bislang souveränen WM-Leaders Fernando Alonso.

Lewis Hamilton verabschiedete mit einem bitteren Nuller aus dem Rennen um den Titel, als ihm in Runde 23 in Führung liegend das Getriebe versagte.

Rechnerisch nicht mehr in eigener Hand

Nach dem vierten Ausfall der Saison hat Hamilton 52 Punkte Rückstand auf Leader Fernando Alonso. Damit müsste der Brite in den ausstehenden sechs Rennen im Schnitt 8,7 Punkte pro GP auf den Spanier aufholen. Das bedeutet: Hamilton kann aus eigener Kraft nicht mehr Weltmeister werden.

Der Getriebeschaden war bereits der dritte Technik-Defekt beim britischen Traditions-Team in dieser Saison.

Zum Vergleich: Ferrari hat noch keinen einzigen technisch bedingten Ausfall zu Buche stehen. McLaren liegt in absolvierten Renn-Kilometern daher aktuell nur auf dem sechsten Rang (siehe Tabelle unterhalb).

Aus sieben Quali-Siegen (Hamilton verlor die Pole Position in Barcelona wegen einer Rückversetzung) und den meisten Führungs-Kilometern machte McLaren "nur" fünf Siege. Diese teilen sich zudem Hamilton und Button im Verhältnis 3:2. 

Zu viele verschiedene Fehlerquellen

Zu Beginn der Saison pfuschte man vor allem am Kommandostand (mit falscher Taktik) und an der Box (mehrfach Probleme beim Reifenwechsel). So konnte Hamilton aus Pole Position bei den ersten beiden Rennen nur jeweils Rang drei erobern.

Selbiger verspielte zudem mehrfach Punkte durch überhastete Manöver. So etwa in Valencia, wo er sich mit Pastor Maldonado anlegte und einen Plattfuß einfing.

Die technischen Probleme und Pech (bei der Torpedierung durch Romain Grosjean in Spa) sind nur noch die Tüpfelchen auf dem düsteren McLaren-I der Saison 2012.

Für den Sieg in Singapur war am Sonntag im ersten Renndrittel alles angerichtet. "Wir hatten eine tolle Geschwindigkeit", resümiert Hamilton nach dem Rennen. "Doch es hat wohl nicht sollen sein. Ich schaue jetzt aber nach vorn zum nächsten Rennen."

Teamorder für Hamilton?

Vor den abschließenden sechs WM-Läufen übt sich der Brite in Durchhalteparolen: "Ich gebe nicht auf. Wenn man nicht ins Ziel kommt, wird es zwar nicht unbedingt einfacher, doch wir kämpfen weiter."

Mittlerweile schließt McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh eine Stallorder nicht mehr aus: "Jenson hatte ein Gespräch mit mir, von ihm selbst initiiert. Er ist ein Teamplayer. Wenn in Zukunft irgendetwas passiert, dann kommt es von ihm selbst."

Eine Teamorder hat allerdings nur dann Sinn, wenn es das Auto bis zur Ziellinie schafft. Daran wird McLaren in den nächsten Tagen zu arbeiten haben.

Michael Höller

Kategorie

Ferrari

Red Bull

McLaren

Gefahrene Kilometer

8.102 (2.)

8.303 (1.)

7.777 (6.)

Führungs-Kilometer

1.104 (2.)

1.031 (3.)

1.545 (1.)

Ausfälle

2

3

7

technische Ausfälle

0

3

3

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen