Der Flashback zum Kanada-GP

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Siegergesicht Nummer sieben!

Die verrückte Formel-1-Saison sorgte auch in Montreal für Furore. Lewis Hamilton schnappte sich zum dritten Mal den Triumph in Kanada und entriss damit Fernando Alonso dessen WM-Führung.

Abseits der Strecke verschafften Studenten ihrem Ärger Luft, schlugen dabei aber über die Strenge.

McLaren feierte schon vor dem Rennen und einige tierische Besucher kamen bei Ausflügen auf den Asphalt mit dem Schrecken davon.

Der Flashback zum Kanada-GP:

MAN OF THE RACE: Lewis Hamilton

Lewis Hamilton zeigte in Montreal eine beeindruckende Leistung. Mit dem Qualifying (trotz Startplatz zwei) noch unzufrieden, lieferte er ein fast fehlerfreies Rennen ab (kleiner Schnitzer beim Wegfahren nach dem ersten Stopp). Im Gegensatz zu den letzten Rennen, hielt sich auch seine Boxencrew schadlos und Teamchef Martin Whitmarsh lag mit der Strategie goldrichtig. Der Lohn für Hamilton: Sieg Nummer 18 und die WM-Führung.

Mit vier Podestplätzen hat der Brite nun mehr auf dem Konto als jeder seiner Rivalen. Zudem landete er (gemeinsam mit Alonso) heuer in allen Rennen in den Punkterängen.

LOSER OF THE RACE: Jenson Button

So nahe liegen Freud und Leid beisammen: Während ein McLaren-Pilot siegte und die WM-Führung eroberte, hatte der andere ein weiteres katastrophales Renn-Wochenende zu verdauen. 

Schon in den Trainings, wo die Crew das Getriebe gleich zweimal aus- und wieder einbaute, nur 9., 10. und 15., setzte er in Q3 als einziger auf harte Reifen und verpokerte sich damit komplett. Im Rennen kam er nach nur 15 Runden an die Box und stoppte drei weitere Male (als einziger im gesamten Feld). Am Ende blieb nur Rang 16. "Es war schrecklich und scheint immer schlimmer zu werden", lautete das frustrierte Fazit des Weltmeisters von 2009.

Was drin gewesen wäre zeigte Sergio Perez: Dieser startete wie Button auf der härteren Mischung, fuhr damit 41 Runden, stoppte nur einmal und raste von Startplatz 15 auf das Podest.

Jubiläum der Woche: McLaren-Mercedes

Die erfolgreiche Kombination feierte in Montreal den 300. gemeinsamen Grand Prix. Was in Interlagos 1995 mit einem Doppelausfall (Mika Häkkinen und Martin Brundle) begann, wurde zum Jubiläum beim Kanada-GP mit dem 73. Sieg gekrönt. Dazwischen liegen drei Siege in der Fahrer-WM und ein Konstrukteurs-Titel.

Tier der Woche: Fuchs und Eichhörnchen

Während Großereignissen im Fußball erfreuen sich Tier-Orakel größter Beliebtheit. Aber auch in der Formel 1 ging es in Montreal wieder einmal tierisch zu. Diesmal waren es aber keine Bieber, die todesmutig über die Rennstrecke hetzten, sondern ein Fuchs (im Training) und ein Eichhörnchen (im Qualifying). Ihrer Flinkheit verdankten die beiden Tiere, dass sie das GP-Wochenende überlebten.

Aufreger der Woche: Morddrohungen

In Kanada gehen derzeit die Studenten gegen Studiengebühren auf die Straße. Das F1-Wochenende war eine willkommene Gelegenheit für die Protestierenden ihrem Ärger vor der Weltöffentlichkeit Luft zu machen. Als Jacques Villeneuve die Proteste öffentlich kritisierte, gingen einige Unbelehrbare aber zu weit und schickten dem Weltmeister von 1997 via E-Mail Morddrohungen.

Panne der Woche: Pedro de la Rosa

Im 1. Training sorgte Pedro de la Rosa für einen schmerzhaften Zwischenfall. Beim Rangieren an der Box streckte er mit dem Heckflügel seines HRT Chefmechaniker Craig Stubley nieder. Dieser wurde sofort zur näheren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht, blieb aber ohne Knochenbruch oder Bänderriss. "Craig hat nur ein paar blaue Flecken und ein geschwollenes Knie davongetragen. Es sah wohl schlimmer aus, als es war", gab Technik-Chef Antonio Cuquerella Entwarnung.

Zahlen zum Wochenende

3 - So oft konnte Lewis Hamilton bislang in Montreal gewinnen. Für ihn heißt es in Kanada übrigens siegen oder fliegen: Bei fünf Starts hat er in Kanada neben seinen drei Siegen nur zwei Ausfälle zu Buche stehen.

5 - Michael Schumacher sah zum fünften Mal in dieser Saison die Zielflagge nicht. Damit hat er die höchste Ausfallsquote aller Piloten.

32 - Anzahl an Pole Positions, die Sebastian Vettel in seiner Karriere einfahren konnte. Durch den Quali-Sieg in Montreal zog er mit Nigel Mansell gleich. Nur noch Jim Clark, Alain Prost (je 33), Ayrton Senna (65) und Michael Schumacher (68) liegen vor ihm.

51 - So viele Runden absolvierte Fernando Alonso auf seinem zweiten Reifensatz - der längste Stint aller Fahrer im kompletten Rennen. Damit verzockte sich Ferrari komplett, der Spanier wurde in den letzten Runden von P1 auf P5 durchgereicht.

328,7 - Gemessener Top-Speed (in km/h) von Sergio Perez im Rennen. Damit hatte Sauber die schnellsten beiden Autos im Rennen. Rang zwei in dieser Wertung sicherte sich Kamui Kobayashi mit 327,1 km/h.

Michael Höller

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