Flashback: Bowling in Monza

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Gewinner, Zitate, Zahlen - LAOLA1-Flashback

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"Es ist alles vorbei" - Mark Webber. "Die Weltmeisterschaft ist offensichtlich unmöglich" - Fernando Alonso. "Der Titel ist weg." - Lewis Hamilton.

Mittlerweile machen sich nicht einmal mehr Sebastian Vettels Gegner Hoffnungen auf den WM-Titel in der Formel 1.

Grund dafür ist Vettels souveräner Sieg in Monza am Sonntag. Mit seinen Tränen am Siegespodest sorgte er aber nicht für den einzigen Hingucker in Monza.

Im LAOLA1-Flashback rollen wir das Wochenende noch einmal auf. Hier erfährst du, wer überzeugen konnte und wer besser zuhause geblieben wäre.

Außerdem: Ein innovative Idee, der Schwachsinn der Woche und die Zahlen zum Rennen.

Gewinner des Rennens

1.) Sebastian Vettel: 10. Pole Position und 8. Sieg, zum 12. Mal im 13. Saisonrennen am Podest. Diese Zahlen sind schon beeindruckend genug, sein Überholmanöver gegen Fernando Alonso war in Monza das Tüpfelchen auf dem i. Der deutsche Pilot und der RB7 sind und bleiben eine unschlagbare Kombination.

2.) Michael Schumacher: In der ersten Rennhälfte hat es so ausgesehen, als könnte es der Rekord-Weltmeister erstmals seit fast fünf Jahren wieder zu einer Siegerehrung schaffen. Leider ließ sein Mercedes mit abbauenden Reifen mehr nach, als die McLaren, die ihn verfolgten. Dennoch ist "Schumi" einer der Gewinner des Rennens.

3.) Jenson Button: Neben Vettel der Gewinner der letzten Wochen. In den vergangenen drei Rennen schaffte er es drei Mal auf das Podest. Der oft als schneller bezeichnete Teamkollege Lewis Hamilton sah den Auspuff seines Landmannes zuletzt immer nur von hinten.

Verlierer des Rennens

1.) Vitantonio Liuzzi: In den ersten Minuten des Rennens gehörte die Aufmerksamkeit eindeutig dem Italiener. Allerdings nicht im positiven Sinne: Liuzzi geriet beim Anbremsen der ersten Schikane auf den Rasen und wurde zur motorisierten Bowling-Kugel. Nico Rosberg und Vitaly Petrov nahm Liuzzi mit auf den Abschleppwagen. Der Lohn: Eine Rückversetzung in der Startaufstellung für den Singapur-GP um fünf Plätze.

2.) Mark Webber: Dass man ohne intakte Nase in den Hochgeschwindigkeitskurven Monzas etwas früher bremsen sollte, muss der 35-jährige Australier wohl erst lernen. Er riss sich im Duell mit Massa den Frontflügel ab, bremste beim Weg zurück an die Box in der Parabolica viel zu spät, sodass alle Räder blockierten und er seinen RB7 ungespitzt in die Reifenstapel setzte.

3.) Team Lotus: Die Niederlage des malaysischen der beiden Lotus-Teams ist weniger sportlicher, als juristischer Natur. Hinter den Kullisen soll man bereits erklärt haben, im Namensstreit mit Lotus-Renault zurück zu stecken und ab 2012 als Caterham F1 an den Start zu gehen. Dann darf man sich wohl auch nicht mehr mit den glorreichen Lotus-Statistiken aus der Vergangenheit schmücken.

Schwachsinn der Woche: Vettels siebenter Gang

Britische und italiensiche Fans machten sich nach dem Qualifying schon Hoffnungen, dass Vettel am Sonntag trotz Pole Position leichte Beute für McLaren bzw. Ferrari wäre. Der Grund: Sein RB7 war in der Speed-Trap der langsamste, weswegen über einen sehr kurz übersetzten siebenten Gang spekuliert wurde. Alles Nonsens, wie sich im Rennen herausstellte. Die größten Probleme mit dem Drehzahlbegrenzer hatte nicht Vettels Red Bull, sondern Lewis Hamiltons McLaren, was ihn letztlich einen Podestplatz kostete.

Vorschlag der Woche: Jet-Hauben für F1-Boliden

Am Freitag wurde den Piloten im Fahrer-Briefing eine revolutionäre Idee präsentiert: F1-Boliden könnten in Zukunft ein Verdeck und damit ein Jet-ähnliches Aussehen verpasst bekommen. Der Grund: Gegen den Aufprall herumfliegender Teile oder gegnerischer Boliden sind die Fahrer im Kopfbereich am wenigsten geschützt.

Trend der Woche: Oldies, but Goldies

Michael Schumacher kündigte schon im Vorfeld des Rennens an, seinen bis 2012 laufenden Mercedes-Vertrag erfüllen zu wollen, Jarno Trulli bekam am Samstag Gewissheit, dass er bei Team Lotus bleiben dürfe. Und auch Rubens Barrichello wird wohl in der F1 bleiben, träumte in Monza sogar von einem Teamwechsel, da ihm der Williams zu langsam sei. Erfahrene Piloten stehen anscheinend hoch im Kurs!

Die Zahlen zum Rennen

3 - So viele Autos kamen am Sonntag genau bis zur ersten Kurve. Dann schoss Vitantonio Liuzzi sich selbst, Nico Rosberg und Vitaly Petrov aus dem Rennen.

14 - Anzahl von Rennen, in denen Red Bull Racing in Serie beide Autos ins Ziel brachte. Mit seinem Verbremser sorgte Mark Webber für den ersten RBR-Ausfall seit der Doppel-Null in Korea im Vorjahr.

1:20:46.172 - Dauer des Italien-GPs 2011. Länger dauerte das F1-Rennen in Monza in den letzten zehn Jahren nur einmal: 2008 bei Vettels Sieg auf abtrocknender Strecke.

349,2 - Gemessener Top-Speed im Qualifying, erzielt von Sergio Perez. Pole-Setter Sebastian Vettel war an selbiger Stelle um 21,5 km/h langsamer! Speed ist selbst in Monza längst nicht alles.

2.667,615 - Anzahl von Vettels heuer zurückgelegten Führungskilometern. Er hat mehr als doppelt so viele auf dem Konto wie alle anderen Fahrer zusammen.

Michael Höller

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