Vettel auch in Indien unschlagbar

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Formel-1-Champion Sebastian Vettel rast scheinbar ungebremst in Richtung seines dritten WM-Triumphs in Serie.

Beim Großen Preis von Indien bejubelte der Red-Bull-Pilot am Sonntag zum ersten Mal in seiner Karriere den vierten Erfolg en suite und baute seine WM-Führung auf den WM- und Renn-Zweiten Fernando Alonso im Ferrari auf 13 Punkte aus.

Vettels Teamkollege Mark Webber sorgte mit Rang drei für einen runden Sonntag für den britisch-österreichischen Rennstall.

Noch keine Vorentscheidung

Von einer Vorentscheidung im WM-Kampf kann vor den drei abschließenden Rennen in Abu Dhabi (4. November), Austin (18. November) und Interlagos (25. November) aber noch keine Rede sein.

Denn Alonso raste auf dem Buddh International Circuit in Greater Noida wie entfesselt vom fünften Startrang noch bis auf Platz zwei vor.

Bereits im ersten Renndrittel überholte er die vor ihm postierten McLaren von Lewis Hamilton und Jenson Button, die am Ende Vierter und Fünfter wurden.

13 Punkte aufzuholen, ist für den Spanier theoretisch machbar. "Momentan ist es für uns wirklich nicht einfach gegen Red Bull. Aber wir werden niemals aufgeben", drohte der selbstbewusste Spanier.

Perfektes Asien-Wochenende für Vettel

Für Vettel jedenfalls, der in Greater Noida schon im Vorjahr triumphiert hatte, passte an einem erneut perfekten Asien-Wochenende auf dem spektakulären, 5,125 Kilometer langen Achterbahnkurs im Südosten Neu Delhis alles.

Nach der 35. Pole Position seiner Karriere fuhr der 25-Jährige an der Spitze des Feldes 60 Runden lang einsam und allein zum fünften Saisonsieg.

"Es war wieder ein guter Schritt für uns, aber es ist noch ein weiter Weg", gab Vettel freilich zu bedenken.

Reifengespür bewiesen

Vettel bewies diesmal auch ein gutes Reifengespür. Erst nach der Hälfte der Renndistanz fuhr er deutlich später als die anderen Top-Fahrer zum ersten Boxenstopp.

Alonso musste seinem heißen Ritt am Ende indes Tribut zollen. Der bis an die Grenze gefahrene Ferrari konnte kaum noch zulegen. Im Ziel hatte der Deutsche mehr als neun Sekunden Vorsprung.

Allerdings ging Alonso in Runde 49 noch an Webber vorbei, bei dem das Energierückgewinnungssystem KERS streikte. "Es war schwierig, sich da zu verteidigen", sagte Webber.

Nur an Vettel kam Alonso einfach nicht mehr heran. Seit dem 10. Juli wartet Alonso nun schon auf einen Sieg. Aus seinem zwischenzeitlichen 44-Punkte-Vorsprung ist inzwischen ein 13-Zähler-Rückstand geworden.

Vettel hatte schon in Singapur, Japan und Südkorea die Konkurrenz dominiert.

Vettel sammelte mit gerade einmal 25 Jahren dadurch auch als erst dritter Formel-1-Fahrer mehr als 1.000 Punkte in seiner Karriere. Nur Alonso und Altmeister Michael Schumacher haben noch mehr als der Hesse (1.013).

"Ich bin sehr stolz, glücklich und genieße jeden Moment", befand Vettel. Mit seinem 26. Grand-Prix-Erfolg im 98. Rennen zog der Red-Bull-Pilot zudem u.a. an Niki Lauda (25) vorbei und ist nun alleiniger Siebenter in der von Michael Schumacher (91) angeführten Rangliste der meisten Rennsiege.

Wieder bitter für Schumacher

Keine echten Hoffnungen mehr auf den WM-Titel darf sich Lotus-Pilot Kimi Räikkönen machen.

Der Finne ist nach Rang sieben in Indien zwar weiterhin Gesamtdritter, hat aber schon 67 Punkte Rückstand auf die Spitze und liegt nur noch sechs Zähler vor Webber.

Bitter war das Rennen wieder einmal für Rekord-Champion Michael Schumacher, dem ein unwürdiges Karriereende droht. Nach 57 Runden gab der 43-jährige deutsche Mercedes-Pilot als 22. auf.

Der siebenmalige Titelträger musste nach einer Kollision mit Toro-Rosso-Pilot Jean-Eric Vergne schon in der ersten Kurve und einem daraus resultierenden "Plattfuß" dem Feld hinterherfahren.

Nun wartet Abu Dhabi

Vergne kam schließlich als 15. ins Ziel, sein Teamkollege Daniel Ricciardo (AUS) wurde 13 - womit das zweite "Bullen"-Team ohne Zähler blieb.

Bereits am kommenden Sonntag steht in Abu Dhabi das drittletzte Saisonrennen an. Eine Entscheidung kann dann noch nicht fallen.

Red Bull, das in der Konstrukteurs-WM bereits 91 Punkte vor Ferrari liegt, sieht sich dort sogar im Nachteil. "Abu Dhabi ist vielleicht die Strecke, wo wir am schwächsten sein werden", erklärte Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

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