Flashback: Adieu, Europa

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Flashback: Red Bull sieht Rot

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 Die Formel 1 verabschiedete sich am Sonntag aus Europa.

In Asien und Amerika stehen noch sieben Rennen auf dem Programm, ehe die Königsklasse Gewissheit über ihren Champion hat.

Im Ferrari-Mekka Monza glänzte diesmal Silber. Rot fand dennoch den Weg in die Schlagzeile - und zwar über ein Duell zwischen den beiden Doppel-Weltmeistern Vettel und Alonso.

Zwei ehemalige Piloten schrieben abseits des F1-Geschehens Schlagzeilen.

Der Italien-GP im Flashback:

MAN OF THE RACE: Sergio Perez

Wer diesmal "Man of the Race" war, steht außer Frage (wenn ein User anderer Meinung ist, bitte unterhalb deinen "Man of the Race" posten...): Sergio Perez. Von Startplatz zwölf raste der 22-Jährige auf Platz zwei.

Der schnellste Mann Mexikos beeindruckte, indem er seinen harten Satz 30 Runden lang goldrichtig behandelte und anschließend auf der Medium-Mischung am Fließband schnellste Rennrunden in den Asphalt brannte. Teilweise war er um bis zu drei Sekunden schneller als die vor ihm fahrenden Ferrari (die freilich angefahrere harte Pneus montiert hatten). Peter Sauber und Monisha Kaltenborn gelang mit ihrer konträren Strategie wieder einmal ein Geniestreich. Doch ohne das perfekte Reifenmanagement durch Perez wäre ein Podestplatz nicht möglich gewesen.

Klar, dass es nach dem Grand Prix nur Lob für den 22-Jährigen gab. Es würde nicht wundern, wenn Perez schon im kommenden Jahr in einem roten Rennoverall in Monza für Furore sorgen würde.

LOSER OF THE RACE: Red Bull Racing

Erste Nullnummer seit Korea 2010, vom Speed-Level nie auf Höhe der Spitze, wieder ein Auto in Q2 verloren - Red Bull Racing hat die Sommerpause nicht gut getan (Story >>>).

McLaren ist in der Konstrukteurs-WM wieder in Schlagdistanz zu Red Bull, in der Fahrer-WM konnte Alonso dem "Bullen-Duo" deutlich enteilen. Die zweifachen Doppel-Weltmeister müssen sich schleunigst etwas überlegen, sonst rücken die beiden Titelverteidigungen rasch in weite Ferne.

Helden der Woche: Alex Zanardi und Robert Kubica

Das Duo hatte zwar nicht direkt mit dem Italien-GP in Monza zu tun, war aber dennoch großes Thema in den Gesprächen im Paddock. Zanardi (41 F1-Starts), der bei einem IndyCar-Unfall 2001 beide Beine verlor, räumte in London bei den Paralympics vergangene Wche zweimal Gold und einmal Silber mit dem Handbike ab. Kubica setzte sich am Wochenende bei der "Ronde Gomitolo di Lana" in Italien erstmals seit seinem schweren Crash im Jänner 2011 wieder in ein Rallye-Auto und konnte das Regional-Event prompt souverän gewinnen. Hut ab vor dem Kampfgeist, der Willenskraft und den Leistungen dieser beiden Motorsport-Asse!

Champions der Woche: Rene Rast und Mitch Evans

Für einige Rahmen-Serien der Formel 1 war Monza bereits der Saisonabschluss: So etwa im Porsche Supercup und in der GP3. Zum "Porsche-König" krönte sich zum dritten Mal in Folge der Deutsche Rene Rast, in der Nachwuchsserie gewann erstmals der Neuseeländer Mitch Evans (18), der für das Team von Mark Webber und Christian Horner fährt.

Aufreger der Woche: Vettel vs. Alonso

Sebastian Vettel drückte in Runde 26 Fernando Alonso in Turn 3 ins Gras und erhielt dafür eine Durchfahrtsstrafe, über die viel diskutiert wurde. Fakt ist: Im Vorjahr passierte unter umgekehrten Vorzeichen ein gleichartiges Manöver, mittlerweile wurden die Fahrer aber explizit darafu hingewiesen, derartiges zu vermeiden. Allerdings erhielt Paul di Resta für ein eigentlich unfaireres Manöver gegen Bruno Senna (in einer anderen Kurve) in der Anfangsphase keine Strafe. Am Ende sind die Diskussionen aber hinfällig, Vettels Lichtmaschine hätte sich so oder so vorzeitig verabschiedet.

Meilenstein der Woche: Ma Qinghua

Der 24-Jährige war am Freitag im 1. Training der erste Chinese in der F1-Geschichte, der während eines Rennwochenendes in einem Cockpit Platz nehmen durfte. Er erstzte bei HRT Narain Karthikeyan und riss bei seiner allerersten Ausfahrt für die Spanier gleich zwei Sekunden Rückstand auf Pedro de la Rosa auf.

Zahlen zum Wochenende

0 - WM-Punkte, die Red Bull Racing in Monza erbeuten konnte. Die letzte Nullnummer datiert vom 24. Oktober 2010, als beide Autos den Korea-GP nicht beenden konnten.

8 - So oft wurde heuer ein Rennen aus der Pole Position gewonnen. Lewis Hamilton war bereits der vierte Pole-Setter in Folge, der über den Sieg jubeln konnte.

25 - Anzahl an verschiedenen Piloten, die heuer zumindest einmal in der Startaufstellung standen. Jerome d'Ambrosios Beförderung (aufgrund der Grosjean-Sperre) war der erste Cockpitwechsel der Saison.

100 - Punktestand von Sauber in der Team-Wertung. Damit haben die Schweizer bereits mehr auf ihrem Konto als 2009 und 2010 zusammen genommen.

Michael Höller

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