F1-Rekorde und Strafenflut

Aufmacherbild
 

Flashback: Rekorde und Strafenflut

Aufmacherbild
 

Fernando Alonso erlebt derzeit sein ganz persönliches Sommermärchen.

Nach dem Sieg in Valencia und Rang zwei in Silverstone setzte es in Hockenheim Saisonsieg Nummer drei.

Red Bull Racing kam nicht richtig in Fahrt und kämpfte vor allem am Grünen Tisch. Die Stewards hatten an diesem Wochenende überhaupt alle Hände voll zu tun.

Daneben gab es auch zwei Weltrekorde: McLaren verbuchte den schnellsten Stopp der Geschichte (siehe Zahlen zum Rennen) und Michael Schumacher verbesserte seine eigene Bestmarke, was schnellste Rennrunden betrifft.

Der Flashback zum Deutschland-GP in Hockenheim:

MAN OF THE RACE: Sergio Perez

Plus elf Plätze! Der junge Mexikaner startete von P17 und beendete das Rennen auf Rang sechs. Für Perez war es nach seinen beiden Podestplätzen in Sepang und Montreal das drittbeste Ergebnis seiner Karriere.

Auch wenn das Qualifying nicht optimal lief, im Rennen zeigte der 22-Jährige (und auch sein Teamkollege Kamui Kobayashi, der Fünfter wurde) einmal mehr, welches Potenzial der Sauber-Bolide in den Rennen entfaltet. Zu Saisonhalbzeit ist er WM-Neunter, mit 47 Punkten hat er heuer bereits mehr geholt als das komplette Sauber-Team je in einer Saison schaffte. Der Mexikaner ist zweifelsohne die heißeste Aktie am F1-Markt.

LOSER OF THE RACE: Lewis Hamilton

Der Brite verpatzte das Qualifying völlig und wurde mit über 3,5 Sekunden Rückstand nur Achter. Der Start verlief nicht optimal, zudem schlitzte er sich an den Trümmerteilen von Felipe Massa (zerstörte bei einem Auffahrunfall am Start seinen Frontflügel) den Reifen auf. Damit war sein Rennen gelaufen.

Rundenlang überlegte der Brite nach dem Zwangs-Reifenwechsel via Boxenfunk, ob er das Rennen nicht aufgeben sollte. Er fuhr weiter, rundete sich gegen Sebastian Vettel sogar zurück (was diesem gar nicht gefiel), stellte am Ende aber dennoch seinen Boliden an der Box ab, was den einzigen Ausfall des Rennens bedeutete. In der WM ist Hamilton mit 62 Punkten Rückstand nur noch Fünfter.

Hobby der Woche: Rückversetzung

Gleich an vier Positionen mussten die FIA-Stewards in die Startaufstellung eingreifen und Piloten nach hinten versetzen. Bei Romain Grosjean, Mark Webber und Nico Rosberg musste das Getriebe getauscht werden, Sergio Perez blockierte im Qualifying Fernando Alonso und Kimi Räikkönen. Alle vier Piloten rückten um jeweils fünf plätze nach hinten.

Verwirrung der Woche: Jo Bauer

Was war denn das für eine Aktion? Vier Stunden vor Rennbeginn veröffentlichte der Technische Delegierte Jo Bauer ein Statement, in dem er den RB8 von Vettel und Webber für illegal erklärte. Die Stewards ließen die RBR-Chefriege antanzen, nur, um nach intensiver Beratung zu urteilen, dass in Hockenheim keine Strafe gegen das Austro-Team ausgesprochen wird. Eine Sitzung der Technischen Arbeitsgruppe der FIA soll am Montag endgültig Klarheit schaffen.

Unwort der Woche: Glockenheim

Nicht nur für Sebastian Vettel, Michael Schumacher, Nico Rosberg und Nico Hülkenberg war Hockenheim ein Heimrennen, sondern auch für Marussia-Nachzügler Timo Glock. Warum die Sky-Kommentatoren Jacques Schulz und Marc Surer den Begriff "Glockenheim" (zusammengesetzt aus den Begriffen "Glock" und "Hockenheim") während der TV-Übertragungen aber dermaßen inflationär benutzten, bleibt unklar. Die sportliche Leistung des Deutschen rechtfertigte das nämlich in keinster Weise: Glock schlug im Qualifying nur die beiden HRT und blieb im Rennen nur vor Narain Karthikeyan.

Zahlen zum Wochenende

2,31 - Standzeit (in Sekunden) von Jenson Button beim zweiten Stopp. Inoffizieller Weltrekord! Es hat sichtlich etwas genutzt, dass Teamchef Martin Whitmarsh in den letzten Wochen seiner Boxen-Crew die Rute ins Fenster gestellt hat.

30 - Anzahl an Siegen, die Fernando Alonso nun auf dem Konto hat. Auf Nigel Mansell fehlt damit nur noch ein Erfolg. Sollte er diesen holen, sind nur noch die "großen Drei" Ayrton Senna (41), Alain Prost (51) und Michael Schumacher (91) in der ewigen Bestenliste vor ihm.

34 - Punktevorsprung von Fernando Alonso in der WM-Wertung auf den ersten Verfolger (Webber). Damit kann der Spanier am Hungaroring nicht von der Spitze verdrängt werden und wird fix als Leader in die Sommerpause gehen.

50 - Prozent aller Start-Unfälle, in die Romain Grosjean und/oder Pastor Maldonado verwickelt waren. Ihre GP2-Manieren haben die beiden Piloten scheinbar noch nicht ganz ablegen können. Dort stehen Start-Kollisionen an der Tagesordnung.

100 - Jubiläum, dass Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen in Hockenheim feierten. Für beide war es der 100. Start in der Formel 1. Auch Mark Webber durfte jubeln: Er hat nun 100 Grand Prix für Red Bull Racing auf dem Buckel.

1:18,725 - Michael Schumachers Rundenzeit in Lap 57. Damit erzielte der Deutsche erstmals seit seinem Comeback die schnellste Rennrunde und verbessert seinen eigenen Rekord damit auf 77.

Michael Höller

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen