"On fire" unter Flutlicht

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Flashback: Coole Finnen und Schnapsideen

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Die Formel 1 ist wieder aus dem Koma erwacht! Nur eine Woche nach dem "Schnarch-GP" brannten die 24 Piloten der Königsklasse im Emirat ein Feuerwerk der Extraklasse ab.

Das Rennen in Abu Dhabi hatte alles, was sich das Herz des Formel-1-Fans begehrt: Eine tolle Kulisse, heiße Rad-an-Rad-Duelle, Crashes, Strafen, Dramen und am Ende einen Sieger, dem wohl niemand den Triumph missgönnt.

Die Offiziellen konnten mit den Leistungen auf der Strecke eher nicht mithalten: Bernie Ecclestone wünscht sich ein "Spitzelsystem" in den Teams, Charlie Whiting ging lieber essen, als in der "Causa Vettel" nach dem Qualifying eine schnelle Entscheidung zu treffen.

Die wichtigsten Side-Facts und ein paar Schmankerl zum Grand Prix von Abu Dhabi im Flashback:

MAN OF THE RACE: Kimi Räikkönen

Eiskalt, cooler, Iceman! Was heuer schon längst überfällig war, gelang Kimi Räikkönen in Abu Dhabi endlich: Er krönte seine Comeback-Saison mit einem Sieg (ein Kunststück, das Michael Schumacher in drei Jahren nicht gelang). Zwar profitierte er vom technisch bedingten Ausfall Lewis Hamiltons, allerdings wurde ihm am Ende auch ein souveräner Vorsprung vom Safety Car zunichte gemacht.

Fans durften während der TV-Übertragung zudem wieder einige Schmankerl via Boxenfunk miterleben. Britische TV-Journalisten scherzten bereits, dass Bernie Ecclestone doch zukünftig einen "Kimi-Boxenfunk-Kanal" anbieten sollten. Die Marke Räikkönen zieht - und das ist gut für die Formel 1. Gefeiert wurde im Paddock übrigens stilecht in kurzer Jeans und Flipflops.

LOSER OF THE RACE: Mark Webber

Da wollte aber einer seinem Teamkollegen so gar nicht helfen! Da Sebastian Vettel rückversetzt wurde (und letztlich aus der Box startete), stellte Red Bull Racing dem Australier die Aufgabe, Fernando Alonso möglichst viele Punkte wegzunehmen. Nach einem richtig schlechten Start (wieder einmal...) sah Webber den Spanier aber schon in der ersten Runde nur noch von hinten.

Zudem war er gleich in mehrere Renn-Unfälle verwickelt, krachte zunächst mit Felipe Massa und Pastor Maldonado zusammen und wurde am Ende Opfer von Romain Grosjean in einer Dreier-Kollision mit Sergio Perez. Für seinen Ausfall konnte Webber am Ende nichts, das Gelbe vom Ei war sein GP dennoch nicht. Hätte er es vom zweiten Startplatz übrigens zumindest auf Rang sechs geschafft, wäre Red Bull Racing bereits Weltmeister.

Workaholics der Woche: Ferrari-Mechaniker

Da soll noch einmal jemand sagen, Italiener würden zu wenig arbeiten. In Abu Dhabi legten die Mechaniker der Scuderia zweimal Nachtschichten ein, um die Updates an Alonsos Auto perfekt abzustimmen. Damit brach man zwar beide Male die "Sperrstunden-Regel". Dies ist allerdings vier Mal pro Saison erlaubt und Ferrari hatte sich zuvor noch kein Vergehen dieser Art geleistet.

Schnapsidee der Woche: Bernie Ecclestone

Dass der F1-Zampano in "seiner" Königsklasse einstrenges Regiment führt, ist bekannt. Eine neue Idee setzt seinen Arbeitspraktiken aber die Krone auf: Weil die F1-Bosse nicht genau wissen, wie sie die geplante Budgetobergrenze überprüfen sollen, will Ecclestone "Petz-Prämien" aussetzen. Mitarbeiter von Formel-1-Teams sollen für sachdienliche Hinweise über Budget-Vergehen mit einer Zahlung von bis zu einer halben Million Dollar belohnt werden - Spitzeltum der Extraklasse. Und wir dachten, solche Methoden hätte es nur in der DDR gegeben.

Fauxpas der Woche: Charlie Whiting

Hohe Funktionäre nehmen sich in allen Sportarten oft unglaubliche Frechheiten heraus. Das, was sich Renndirektor Charlie Whiting in Abu Dhabi leistete, ist allerdings der Gipfel. Mitten in der Untersuchung rund um Vettels Ausrollen in der Quali nahm sich der Brite fast eine Stunde Pause, um in Ruhe zu essen. Sehr zum Unmut der anwesenden Journalisten, die eine Entscheidung herbeisehnten. So kam die endgültige Entscheidung erst fast fünf Stunden nach Qualifying-Ende zustande. Peinlich!

Zaungast der Woche: Jessica Ennis

In London krönte sie sich im Sommer zur "Königin der Leichtathletik". In Abu Dhabi brachte die Siebenkampf-Olympiasiegerin ihren britischen Landsleuten kein Glück: Lewis Hamilton fiel in Führung liegend aus, Jenson Button verlor kurz vor Schluss seinen Podestplatz. Immerhin hörte Ennis bei der Siegerehrung "God Save the Queen" für Lotus als "Winning Constructor" - bei Olympia gingen ihre Emotionen während dieser Hymne wohl höher.

Die Zahlen zum Wochenende

0,35 - Liter, die Vettel im Tank fehlten um es nach der Quali zurück in die Boxengasse zu schaffen.

5 - Anzahl der Fahrer, die nach dem Qualifying einen Dopingtest abgeben mussten. Unter anderem wurden Timo Glock und Heikki Kovalainen "zum Becher gebeten", die sich über die Dauer der Probenabgabe gleich munter via Twitter unterhielten.

8 - Anzahl an Piloten, die heuer bereits ein Rennen gewinnen konnten. Das ist der höchste Wert seit 2003, den Rekord von 11 (1982) wird man aber nicht mehr einstellen.

14 - So viele Fahrer schafften es in der F1-Geschichte für drei verschiedene Teams Rennen zu gewinnen. Unter anderem Fernando Alonso, Niki Lauda oder Gerhard Berger - und seit Sonntag auch Kimi Räikkönen.

311,4 - Vettels Höchstgewschwindigkeit im Qualifying. Damit war nur sein Teamkollege Mark Webber langsamer. Am schnellsten waren auf der Geraden übrigens die Williams, die als einzige mehr als 323 km/h erreichten.

15.000 - Laut Veranstalter die Anzahl der ausgestellten Akkreditierungen für den Grand Prix. Diese Zahl umfasst alle für die Durchführung der Veranstaltung wichtigen Personen (Streckenposten, Cateringspersonal, Security, etc.) bis hin zu Journalisten und Offiziellen.

Michael Höller

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