Nur einer verlor mehr als Lewis

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Gewinner, Zitate, Zahlen - LAOLA1-Flashback

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So sehr hatten sich neutrale Formel-1-Fans gewünscht, dass die zweite Saisonhälfte noch einmal Spannung im Kampf um die Fahrer-Krone bringt.

Umso bitterer wurden sie enttäuscht, denn der Grand Prix von Belgien wurde zur großen Show von Red Bull Racing.

Im LAOLA1-Flashback rollen wir das Wochenende noch einmal auf. Hier erfährst du, wer überzeugen konnte und wer besser zuhause geblieben wäre.

Außerdem: Ein gewagtes Manöver, die Erkenntnis der Woche und die Zahlen zum Rennen.

Gewinner des Rennens

1.) Michael Schumacher: Der Rekord-Weltmeister zeigte eines seiner besten Rennen seit dem Comeback. Vom letzten Platz gestartet, kämpfte sich der 42-Jährige Position um Position nach vorne. "Schumi" fuhr nicht nur in die Punkte, er ließ zugleich seinen Teamkollegen Nico Rosberg hinter sich. Das sollte Selbstvertrauen für die nächsten Rennen geben.

2.) Sebastian Vettel: Die Langeweile hat einen Namen: Sebastian Vettel. Bitte, liebe Fans des Heppenheimers, nicht falsch verstehen. Der Weltmeister hat einmal mehr alles richtig gemacht, fuhr von der Pole Position zum Sieg und baute seinen Vorsprung in der Fahrer-WM weiter aus. Diese wird aber immer langweiliger, da Vettel der Titel kaum noch zu nehmen ist.

3.) Mark Webber: Der Australier darf sich über ein gelungenes Wochenende freuen. Nicht nur, dass er bereits zum siebenten Mal in der laufenden Saison auf dem Stockerl landete (auf den ersten Sieg muss er indes weiter warten), vielmehr wurde an seinem 35. Geburtstag publik, dass er auch 2012 im derzeit stärksten Boliden im Paddock aufs Gaspedal drücken wird.

Verlierer des Rennens

1.) Nick Heidfeld: Man könnte fast Mitleid bekommen mit dem Routinier. Sein Spitzname "Quick Nick" bekam eine ganz neue Bedeutung, denn so schnell, wie er für Robert Kubica einsprungen durfte, wurde er auch wieder aussortiert. Die Teambosse waren alles andere als zufrieden mit seinen Leistungen, daher musste er für Bruno Senna Platz machen.

2.) Lewis Hamilton: Vettel 1., Webber 2., Button 3., Alonso 4. - der einzige potenzielle Titelkandidat, der in der Endabrechnung leer ausging, war Hamilton. Der Brite sorgte wieder einmal durch ein unglückliches Manöver für Aufsehen. Kamui Kobayashi scherte auf der langen Geraden nach "Eau Rouge" aus, um den 26-Jährigen zu überholen. Hamilton übersah ihn und die beiden kollidierten vor "Les Combes". Hinterher war er einsichtig: "Es war mein Fehler. Zu 100 Prozent."

3.) Toro Rosso: Keiner in der Toro-Rosso-Box wollte am Sonntag so recht glauben, was da nach einem tollen Qualifying mit den Plätzen sechs (Alguersuari) und elf (Buemi) passiert war: Das Team von Franz Tost stand mit leeren Händen da. Alguersuari wurde gleich in der ersten Kurve von Senna abgeschossen, Buemi wurde Opfer von Perez.

Manöver der Woche: Mark Webber

Webber beschleunigte aus "La Source" besser als Fernando Alonso und setzte sich neben den Spanier. Viel Platz ließ dieser ihm allerdings nicht, doch der Australier nutzte ihn und zog mit vollem Risiko in der "Eau Rouge" am Ferrari-Piloten vorbei.

Streit der Woche: Pirelli vs. Red Bull

Blasenbildung an den Reifen trieb den Red-Bull- und McLaren-Masterminds Sorgesfalten auf die Stirn. Die Bullen sprachen von "großen Sorgen" und nannten die Pneus ein "Risiko". Pirelli-Boss Paul Hembery konterte prompt: "Wir hatten einen maximalen Radsturz von vier Grad angegeben. Aber besonders ein Team (RBR, Anm.) hat die Grenzen sehr weit ausgedehnt und dadurch Probleme mit der Blasenbildung bekommen."

Erkenntnis der Woche: Bruno Senna

"Ich habe mich verschätzt." Klug, dieser Brasilianer. Noch viel klüger wäre es gewesen, wenn er schon beim Start etwas konzentrierter zu Werke gegangen wäre. So aber bremste er viel zu spät und schoss Alguersuari ab. Dadurch war das Rennen für beide Piloten frühzeitig gelaufen.

Die Zahlen zum Rennen

2 - Punkte haben venezolanische F1-Fahrer zu Buche stehen, nachdem Pastor Maldonado als Zehnter einen Zähler einfuhr. Den ersten holte Jonny Ceccotto, der 1983 in Long Beach Sechster wurde.

10 - Doppelsiege hat Red Bull Racing nun bereits eingefahren. In der Saison 2011 war es der zweite.

12 - Das Dutzend ist voll, nur noch sieben Rennen stehen aus. Nur zwei Piloten konnten in allen GPs punkten: Sebastian Vettel und Mark Webber.

19 - Plätze hat Michael Schumacher wettgemacht - mehr als jeder andere.

259 - zeigt der Punktestand Vettels an. Damit hat er bereits jetzt mehr Zähler gesammelt als in der letzten Saison (256).

Christoph Nister

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