Alonso: Emotionaler Sieg für das ganze Land

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"Ein fantastischer Tag!"

Selbst Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali war außer sich, nachdem Fernando Alonso am Sonntag die "rote Göttin" in Valencia von Platz elf aus zum Sensationssieg gesteuert hatte.

Neben Italien feierte an diesem Tag aber vor allem Spanien. Das von der Finanzkrise gebeutelte Land kam am Tag nachdem Xabi Alonso die "La Roja" bei der Fußball-EM ins Halbfinale geschossen hatte, aus dem Feiern nicht heraus.

Zuerst Xabi, dann Fernando

Die "Alonsos" avancierten damit am Wochenende der Sommersonnenwende, an dem in Spanien die Johannisnacht ohnehin ausgiebig gefeiert wird, zu den ganz großen Helden. Alonso der Formel-1-Fahrer stoppte noch in der Ehrenrunde und ließ sich auf der Strecke von zehntausenden Fans bejubeln.

Später sprach er von einem seiner bewegendsten Momente überhaupt. "Das Heimrennen zu gewinnen, ist immer etwas ganz Besonderes. Auf der emotionalen Ebene ist dieser Sieg mein bisher bester", reihte Alonso den Triumph ganz oben ein.

"Ich habe es schon ein Mal in Barcelona geschafft und jetzt erlebe ich das gleiche auch hier in Valencia", freute sich der neue WM-Führende und erste Zweifachsieger der Saison (Sepang, Valencia).

Flaggen-Meer nach Triumph

Es könnte womöglich seine letzte Chance gewesen sein, denn die Austragung des Europa-GP in Valencia ist wegen der anhaltenden Rezession nach fünf Auflagen äußerst fraglich geworden.

2012 waren nur noch knapp 51.000 Zuschauer gekommen, nachdem es bei der Premiere 2008 noch 115.000 in den America's Cup-Hafen gekommen waren.

Umso intensiver feierte Alonso seinen unerwarteten 29. GP-Triumph. "Die Tribünen waren voller roter Farben und spanischen Flaggen", fühlte sich Alonso an die Fußball-EM erinnert.

Sieg von Startplatz elf

"Wegen der Europameisterschaft ist die Stimmung in unserem Team ohnehin gerade sehr spanisch", erzählte der 30-Jährige und ergänzte: "Ich bin sehr stolz auf das Abschneiden unserer Nationalelf."

Österreichs Dreifach-Weltmeister Niki Lauda lobte nach dem Rennen die Intelligenz Alonsos. In der Tat imponiert der Spanier schon seit langem durch seine Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit. Auch nachdem er am Samstag Q3 um vier Tausendstel verpasst hatte, ließ der zweifache Weltmeister aus Asturien nicht locker.

"Es war zwar eine kalte Dusche, aber es gab keinen Grund, deshalb nicht dennoch alles zu versuchen", erklärte Alonso, nachdem er am Sonntag das Feld von hinten aufgerollt hatte.

Alonso spricht Spaniern Mut zu

Natürlich spielten ihm im Finish die Ausfälle des führenden Sebastian Vettel und der von Romain Grosjean in die Hände, der Sieg war dennoch mehr als verdient.

"So ist es eben im Sport, und speziell in der Formel 1 bleibt alles unvorhersehbar. Es gibt Höhen und Tiefen, es kann immer alles passieren. Deshalb darf man nie aufgeben", erklärte Alonso.

"Gestern waren wir zu Tode betrübt, heute sitzen wir zusammen und feiern." So eine Auferstehung wünsche er auch seinem Land, sagte Alonso.

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