Marko: "Aufbruchstimmung ist geweckt"

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50 Tage vor dem Formel-1-Comeback in Spielberg biegen die Vorbereitungen in die Zielgeraden. Red Bulls Motorsportdirektor Helmut Marko ist darum bemüht, das Weltmeisterteam bis zum Heimrennen wieder siegfähig zu machen.

Im Interview spricht der 70-jährige Steirer über die Bedeutung des Grand Prix für die Region, persönliche Emotionen und eine mögliche schwarze Null.

Frage: Wie groß ist die Vorfreude in der Steiermark? Wie sehr ist der Grand Prix bereits präsent?

Marko: "Anfang April hat es in Graz eine Präsentation des Projekt Spielberg gegeben. Da waren 50.000 Zuschauer. Sturm hat bei seinen Heimspielen vielleicht 5.000, da sieht man die große Akzeptanz. Eine Aufbruchstimmung ist geweckt, die wächst und wächst."

Frage: Welche Bedeutung hat das Rennen für Österreich?

Marko: "Das ist das größte Sportevent in Österreich - und das ohne einen Steuerschilling. Und so wie es aussieht, können wir eine schwarze Null auch noch machen. Mit dieser Zuschauerzahl (95.000 am Renntag/Anm.) ist man zumindest irgendwo in der Nähe davon."

Frage: Ist das auch für die kommenden Jahre ein Ziel? Der Vertrag für den Grand Prix läuft bis 2020.

Marko: "Es gibt sonst kaum einen Grand Prix, der ohne staatliche Unterstützung auskommt. Jetzt, wo sie in die Nähe gerückt ist, ist die schwarze Null schon ein Ziel - kein primäres Ziel, aber eine erfreuliche Nebenerscheinung."

Frage: Sie sind 1971 selbst in Spielberg gefahren. Welche Emotionen verbinden Sie mit der Rückkehr des Rennens?

Marko: "Ganz banal gesagt: Ich muss nur 50 Kilometer fahren, um bei einem Grand Prix zu sein. Natürlich ist es ein weiterer Höhepunkt für Red Bull. Nach einem eigenen Team und den WM-Titeln, die wir geholt haben, macht es uns stolz, auf der hauseigenen Strecke einen Grand Prix zu fahren. 1970 beim ersten Rennen auf dem alten Österreichring herrschte eine Aufbruchstimmung in der Obersteiermark. Wenn uns so etwas wieder gelingt, wäre das großartig."

Frage: Wie kann die Region davon profitieren?

Marko: "Die Hotellerie spürt das Ganze bis Graz im Süden und bis Schladming im Norden. Es ist ein Katalysator für die ganze Region. Es gibt den Leuten Motivation, dass sie die Region wieder nach vorne bringen. Es geht um Nachhaltigkeit, dass die Jungen wieder zurückkommen und gute Jobs finden. Es gibt zahlreiche Initiativen. Ziel ist es, in Spielberg eine Ganzjahresaktivität zu erreichen. Nicht nur für die Hotellerie, sondern auch für die Bevölkerung."

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