"Es kann sich schnell ändern"

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Coulthard: Das ist ein guter Punkt, ja. Nehmen wir nur als Beispiel den Fußball, eine der beliebtesten Sportarten weltweit. Eltern können ihn mit ihren Kindern ausüben, weil es ein einfach zu verstehender Sport ist. Die Formel 1 wird auch wegen ihrer Technologie so geliebt, allerdings muss diese auch zu einem gewissen Grad verständlich sein. Ich weiß auch nicht, wie mein Handy all diese Dinge macht, die es kann. Aber ich weiß, dass es mir gefällt und ich die neueste Technologie haben will. Ich glaube, dass es in Ordnung ist, wenn die Zuschauer nicht die ganze Technologie verstehen, am Ende steht das Racing und das Resultat. Die Leute wollen nach einem Rennen nicht in der Zeitung lesen, dass es ein Hearing darüber gibt, weil etwas nicht funktioniert hat. Das wäre wie wenn man zu einem Fußballmatch zurückgeht und darüber entscheidet, ob es eine Rote Karte gibt oder nicht.

Frage: Gerade in Melbourne war es besonders dramatisch, weil es nicht irgendjemand war, sondern Lokalmatador Daniel Ricciardo.

Coulthard: Selbstverständlich. Es muss einfach in jedem Sport so sein, dass, wenn die Zielflagge geschwenkt beziehungsweise abgepfiffen wird, ein Resultat feststeht.

Frage: Apropos Ricciardo. Er hat sich fahrerisch perfekt bei Red Bull Racing eingefügt und lag in Bahrain vor Sebastian Vettel. Wie glauben Sie, geht der vierfache Weltmeister damit um?

Coulthard: Vettel hat schon sehr viele Siege geholt und auch genügend Gründe, stolz auf seine Leistungen zu sein. Es ist auch nicht das erste Mal, dass er von seinem Teamkollegen besiegt wird. Ich finde das gut für das Team. Natürlich muss man in punkto Zuverlässigkeit beim Auto noch etwas machen, aber so wie Red Bull ihre Jungs gegeneinander fahren ließ, war das schon schön anzusehen.

Frage: Wenn man die Fahrerpaarung bei Mercedes vergleicht: Wen sehen Sie am Ende der Saison ganz vorne?

Coulthard: Es ist natürlich schwierig vorauszusagen, aber wenn man bedenkt was die beiden bisher geleistet haben, wissen wir, dass Lewis schon einmal einen Titel gewonnen hat und Nico nicht. Er muss erst beweisen, dass er das Zeug dazu hat, das Ding gegen Lewis zu holen. Für mich sah es in Bahrain so aus, dass Lewis den Sieg einfach mehr wollte und erbittert darum gekämpft hat. Nico wird aber bestimmt daraus lernen. Es wird sehr spannend sein, dieses Duell weiter zu beobachten. Im Moment würde ich sagen, dass, auch wenn Nico in der WM vorne liegt, das Momentum bei Lewis liegt.

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