"Sache ist noch nicht gegessen"

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Wolff erwartet ab Sommerpause hartes Duell um WM

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Geht es nach Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, könnte die Formel-1-WM in der zweiten Saisonhälfte ein Zweikampf seiner Piloten Nico Rosberg und Lewis Hamilton werden. Drei Rennen stehen bis Ende Juli noch auf dem Programm.

"Wenn der Vorsprung in der Sommerpause so solide wie heute ist, ist er nur noch schwer aufzuholen", meinte Wolff am Montag im Gespräch mit der APA.

Nach einem Mercedes-Doppelsieg in Spielberg fehlen dem WM-Dritten Daniel Ricciardo im Red Bull bereits 82 Punkte auf Spitzenreiter Rosberg. Acht von 19 Saisonrennen sind gefahren, beim Finale in Abu Dhabi werden doppelte Punkte vergeben. Laut Wolffs Rechnung sind daher noch zwölf Grand Prix ausständig.

Harter Zweikampf nach Sommerpause?

"Die Sache ist für mich noch nicht gegessen. Dafür habe ich im Motorsport schon zu viel erlebt. Das ist wie Tore in der letzten Minute im Fußball."

In den nächsten fünf Wochen wird in Silverstone, Hockenheim und Ungarn gefahren. Hält der Vorsprung zumindest bis zur vierwöchigen Sommerpause, könne man laut Wolff beruhigter kalkulieren.

"Die drei Rennen sind wichtig, dann sind wir auch nach unserer Rechnung über der Halbzeit", erklärte der 42-jährige Wiener. "Ab dann könnte es ein Zweikampf sein. Für uns ist das erfreulich, vielleicht ist es aber auch für den Zuschauer erfreulich. Dann wird es nämlich ein harter Zweikampf."

Teamtitel ist primäres Ziel

Sollte die Konstrukteurs-WM so gut wie eingefahren sein, könnte Mercedes Rosberg und Hamilton noch freier gegeneinander fahren lassen.

Derzeit ist die Vorgabe, den Erfolg des Teams nicht durch zu harte Rad-an-Rad-Duelle oder gar Kollisionen zu gefährden. "Wenn es in der Konstrukteurs-WM gut aussieht, könnte man das ein bisschen lockern. Sie könnten härter gegeneinander fahren", sagte Wolff.

Der Teamtitel sei das primäre Ziel. "Wenn wir dann auch noch den Fahrertitel drauflegen, ist das sehr gut." Habe dieser doch in der öffentlichen Wahrnehmung einen höheren Stellenwert.

Auf Augenhöhe

Das treibt auch die Piloten an, die sich derzeit auf Augenhöhe begegnen. Rosberg führt nach seinem Triumph in Österreich 29 Punkte vor Hamilton.

Letzterer ist aber bereits zweimal wegen technischer Defekte ausgeschieden.

"Das sind die Punkte, die ihm abgehen. Nico war bei der Ausfallsquote glücklicher", erklärte Wolff. "Wie er seinen Teamkollegen gestern hinter sich gelassen hat, war aber nicht ohne."

"Intelligentes Rennen"

Nach einem verpatzten Samstag war in Spielberg erstmals 2014 kein Silberpfeil aus der ersten Reihe gestartet.

Im Rennen bewiesen Rosberg und Hamilton bei der Umsetzung ihrer Strategie Geduld und warteten auf ihre Chance.

"Daran sieht man die Klasse eines Toppiloten. Es war ein intelligentes Rennen von beiden", lobte Wolff. Bei den Fahrern sehe er "keinen Optimierungsbedarf" - dafür am Auto.

Trotz Doppelsieg: Kein optimales Wochenende

Vor zwei Wochen in Kanada waren Probleme mit der Kühlung aufgetaucht. "Das Team hat aus den Erkenntnissen von Montreal gelernt, das war wichtig", sagte Wolff.

Die Schwierigkeiten beeinflussten auch in Österreich das Bremsverhalten. "Es war aber nie im kritischen Bereich", versicherte Wolff.

"Dennoch war das Wochenende nicht optimal." Und das trotz eines Doppelsieges, des sechsten in dieser Saison.

Keine Sorgen

Sollte Mercedes weiterhin so dominant sein, könnte sich das Team laut Wolff noch etwas früher auf das Auto für 2015 konzentrieren.

Sorgen, dass sich die Konkurrenz mangels WM-Chancen sogar noch stärker auf die kommende Saison fokussiert, macht sich der Österreicher nicht.

Wolff: "Red Bull und Ferrari wollen auch nicht Platz zwei in der Meisterschaft verlieren."

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