"Infrastruktur besser als bei vielen anderen Rennen"

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Mit der DTM ist er bereits Stammgast auf dem Red Bull Ring. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff freut sich, ab der kommenden Saison auch mit der Formel 1 in der Heimat gastieren zu können.

Der Strecke in Spielberg bescheinigt der 41-jährige Wiener Qualität.

"Die Infrastruktur ist besser als bei vielen anderen Rennen", sagte Wolff vor dem Grand Prix von Ungarn im Gespräch mit der APA.

Gegen den Trend

Die Rückkehr nach Österreich ist eine gegen den Trend. Laufend hat die Königsklasse zuletzt neue, finanzkräftige Märkte erschlossen - auf Kosten von Rennen in Europa.

"Es ist ein starkes Zeichen", meinte Wolff. "Die Formel 1 wird internationaler, aber wir gewinnen einen klassischen europäischen Grand Prix zurück. Das ist eine herausragende Leistung von Dietrich Mateschitz und Bernie Ecclestone."

Ermöglicht habe das Comeback nach elf Jahren Pause aber einzig und allein der Unternehmer Mateschitz. "Die Hartnäckigkeit, mit der er das ganze Projekt auch gegen viele Widersacher umgesetzt hat, ist bemerkenswert", erklärte Wolff. Der Geschäftsmann in ihm - neben Mercedes-Anteilen hält Wolff auch 17 Prozent am Williams-Team - lobte zudem die seriösen Verhandlungen. "Es wurden nicht irgendwelche Gerüchte präsentiert, sondern Fakten."

"Sind über den Erwartungen"

Am 6. Juli 2014 soll er steigen, der 27. Grand Prix von Österreich. Dann will Wolff mit Mercedes noch näher dran sein an Red Bull.

"Vor ihren sportlichen Leistungen muss man den Hut ziehen", gestand der Ex-Rennfahrer. "Sie waren dreimal hintereinander Weltmeister. Und es sieht aus, als ob sie es ein viertes Mal werden würden." 34 Punkte liegt Titelverteidiger Sebastian Vettel vor Saisonhalbzeit am Sonntag vor seinem ersten Verfolger Fernando Alonso.

In der Konstrukteurswertung rangiert etwas überraschend Mercedes - wenn auch mit Respektabstand von 67 Punkten - auf Platz zwei. "Dass wir auf Augenhöhe mit Red Bull und Ferrari mitfahren, ist gut. Wir sind über den Erwartungen, aber darauf kann man sich nicht ausruhen", betonte Wolff. "Es gibt immer Probleme zu lösen." Bei den Silberpfeilen in dieser Saison vor allem den Performanceverlust im Rennen.

Schwierigkeiten bei Hitze

Der Ausschluss vom Reifentest zuletzt in Silverstone war nicht gerade hilfreich. Auch die mehr als 35 Grad in Budapest sind es nicht.

"Die Hitze hat uns in den vergangenen Rennen nicht gut getan", erinnerte der Mercedes-Chef. "Aber auch das müssen wir lösen. Wir können uns nicht darauf verlassen, dass es immer 15 Grad hat." Sollte es auf dem Hungaroring tatsächlich zu einer Hitzeschlacht kommen, favorisiert Wolff Red Bull, Lotus und Ferrari - "in dieser Reihenfolge".

Dem eigenen Team drohen nach einem starken Qualifying - sechsmal stand Mercedes in neun Rennen bereits auf Pole Position - erneut Schwierigkeiten.

Wolff erwartet keine Revolution

Revolutionäre Änderungen erwartet Wolff durch die neuen Pirelli-Reifen, die aus Sicherheitsgründen nun jenen von 2012 nachempfunden sind, nicht.

"Nur im Detail und bei gewissen Streckenbedingungen. An der momentanen Rangordnung mit den drei bis vier Teams, die um Siege mitfahren, wird sich nicht viel ändern."

Eine ganz neue Chance bietet erst wieder das Jahr 2014. Dann hält mit den 1,6-Liter-Turbos ein neues Motorenreglement Einzug. "Es ist eine ganz wichtige Phase, weil wir jetzt im Sommer schon viele Parallelentwicklungen haben - für 2013 und 2014", erklärte Wolff. In der kommenden Saison wollen die Silberpfeile mit noch mehr Nachdruck angreifen. Auch in Österreich.

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