"In der WM geht es nur noch um den zweiten Platz"

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An Mercedes führt in der laufenden Formel-1-WM kein Weg vorbei. Das hat der Europa-Auftakt am Wochenende in Spanien eindrucksvoll bewiesen.

Die Silberpfeile steuern bereits nach einem Saisonviertel unaufhaltsam auf den Titel zu. Einzig das Stallduell zwischen Seriensieger Lewis Hamilton und Nico Rosberg könnte für Spannung sorgen. Ganz aufgegeben hat aber auch Titelverteidiger Red Bull noch nicht.

Mercedes das Maß aller Dinge

Für die nähere Zukunft darf sich Mercedes getrost als haushoher Favorit betrachten. "Ich bin relativ beruhigt. Wenn man in Barcelona das Maß aller Dinge ist, hält die Überlegenheit sicher fünf bis sechs Rennen", meinte Team-Aufsichtsratschef Niki Lauda.

Zumal die Strecke in Katalonien als echter Gradmesser gilt. Einzig der Klassiker in knapp zwei Wochen in Monaco könnte eine Ausnahme sein. Lauda: "Da können auch andere gut sein."

Die WM scheint eine interne Angelegenheit - mit Vorteilen für Hamilton. Der Engländer hat seinen Teamkollegen mit vier Siegen in Serie als Spitzenreiter abgelöst. Die Psychospielchen haben längst begonnen.

"Mental wird er mich nicht brechen", versicherte Rosberg. Auf der Strecke hat Hamilton aber die Oberhand, oder wie es die spanische Zeitung "El Pais" am Montag formulierte: "Nico Rosberg ist ein sehr schneller Pilot. Aber er ist nicht Lewis Hamilton."

Hamilton überragend

Der Weltmeister von 2008 ist derzeit der überragende Mann der Formel 1. Vier Siege und vier Pole Positions hat Hamilton nach fünf Rennen auf der Habenseite. Ohne technischen Defekt hätte der 29-Jährige vermutlich auch den Auftakt in Australien gewonnen.

Dennoch liegt er nur drei Punkte vor seinem Teamkollegen. "Für die nächsten Rennen sieht es gut aus, aber Nico ist eine große Herausforderung", sagte Hamilton.

Kein anderes Team hat im Saisonverlauf bisher auch nur eine einzige Führungsrunde gedreht. Fünf Siege und fünf Poles in den ersten fünf Grand Prix sind seit Williams 1992 keinem Rennstall mehr gelungen. "Beleidigende Überlegenheit von Mercedes", kommentierte die spanische Sportzeitung "Marca" auf der Titelseite.

WM für Alonso entschieden

"Wenn es so weitergeht, kann Mercedes alle Rennen gewinnen", meinte Ferrari-Star Fernando Alonso. Der Spanier liegt als WM-Dritter bereits 51 Punkte hinter Hamilton und ist mehr als ein Jahr ohne GP-Sieg.

Er stellt sich auf eine noch längere Durststrecke ein - immerhin wurde Teamkollege Kimi Räikkönen sogar überrundet. "Mercedes ist außer Reichweite. In der WM geht es nur noch um den zweiten Platz", sagte Alonso.

Red Bull sieht das ein wenig anders. Das Weltmeisterteam hat sich in Spanien mit den Plätzen drei für Shooting-Star Daniel Ricciardo und vier für Weltmeister Sebastian Vettel als zweite Kraft etabliert.

"Platz drei nicht unser Ziel"

"Die Richtung stimmt, nur das Tempo des Fortschritts noch nicht", betonte Motorsportchef Helmut Marko. "Irgendwann muss ein Quantensprung kommen. Platz drei ist nicht unser Ziel."

Monaco bietet ob der besonderen Streckencharakteristik eine Chance. Einen echten Fortschritt erhofft sich Marko aber bis zum Heimrennen am 22. Juni in Spielberg.

"Der Grand Prix von Österreich ist der Maßstab. Bis dorthin haben wir motormäßig alle Parameter beisammen", erklärte der Steirer. "Dann wissen wir, wie es aussieht."

Und ob die WM tatsächlich ein Sololauf in Silber wird.

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