Verschwörung gegen Webber? "Das ist Müll!"

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Mark Webber hat wahrlich schon erfolgreichere Zeiten in der Formel 1 erlebt.

Der Australier gilt als Auslaufmodell in der Königsklasse des Motorsports. Längst wird über seinen Nachfolger in Diensten Red Bull Racings spekuliert, dabei ist noch ungewiss, welche Pläne der 36-Jährige für seine Zukunft schmiedet.

Im Lager der "Bullen" wird die Zukunft wohl ohne ihn bestritten, die Konstellation für die Fahrerpaarung 2014 lautet: Sebastian Vettel plus X.

Als heißer Kandidatfür den Platz an der Seite des Deutschen gilt Kimi Räikkönen, von dem Motorsportchef Helmut Marko stets nur in höchsten Tönen schwärmt. Kürzlich gab er zu Protokoll, dass der Finne "bei uns auf der Liste steht".

Pleiten-, Pech- und Pannenserie

Und Webber? Der hatte beim Steirer noch nie einen guten Stand. Zuletzt kamen zu internen Querelen, die mit der Missachtung der Teamorder von Vettel in Malaysia ihren Höhepunkt fanden, sportliche hinzu.

Der Australier ist aktuell der wohl größte Pechvogel im Paddock, reihen sich die Pannen an seinem Boliden doch in auffällig hoher Dichte aneinander. (siehe Tabelle)

Da Webber auch in der Vergangenheit - man denke an die defekte Lichtmaschine in Austin, Schwierigkeiten mit dem DRS in Valencia oder diverse KERS-Probleme im Laufe der Saison 2012 - immer wieder die Schattenseiten des Motorsports kennenlernte, schmieden einige Fans und Medien bereits Verschwörungstheorien.

Derart viele Defekte seien kein Zufall, heißt es, zumal Dreifach-Weltmeister Vettel von solchen Rückschlägen zumeist verschont bleibt.

"Kompletter Müll"

Den Verantwortlichen bei Red Bull Racing wird es nun zu bunt. "Das ist kompletter Müll", schimpft Teamchef Christian Horner und setzt sich vehement gegen die Vorwürfe zur Wehr.

"Vergesst diese Verschwörungstheorien. Wir versuchen, beide Autos so gut wie möglich zu platzieren", versichert er glaubhaft.

Einmal in Rage, fährt Horner, der zuletzt wegen vermeintlicher Führungsschwäche in die Kritik geriet, fort: "Jeder, der denkt, dass es hier eine Verschwörung gibt, der weiß nicht, wovon er redet."

Trotz des durchwachsenen Saisonstarts des Routiniers - mit 26 Zählern hat er lediglich halb so viele auf dem Konto wie Vettel - glaubt Horner weiter an seinen Schützling, zu dem ihm ein gutes Verhältnis nachgesagt wird.

"Mark wird darüber hinwegkommen. Er ist ein harter Wettbewerber." Sinn macht ein potenzieller Sabotage-Akt gegen Webber freilich nicht, da man sich im Lager Red Bulls hinsichtlich der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft ins eigene Fleisch schneiden würde.

Rennen/Quali Art des Problems
GP in Melbourne Nicht ordnungsgemäß funktionierendes Motorsteuergerät
Quali in Sepang Timing-Fehler/keine schnelle Runde mehr möglich
GP in Sepang Vettel missachtet Teamorder, Webber um Sieg gebracht
Quali in Shanghai Benzindruckproblem, Aus in Q2
GP in Shanghai Radverlust nach dem Boxenstopp - Rennaus

Webber zurückhaltend

Der Betroffene hält sich indes auffällig zurück, von Schuldzuweisungen oder Vorwürfen an das Team keine Spur. Ganz unschuldig an seiner Misere ist er schließlich auch nicht, die Kollision mit Jean-Eric Vergne ging klar auf seine Kappe.

"Ich kam mit ziemlich großem Abstand auf ihn zu. Jean-Eric holte weit aus, aber als wir dem Scheitelpunkt näher kamen, wollte er ihn treffen - das ist ein gutes Recht. Da lag ich allerdings schon innen, so passierte der Zusammenstoß", erklärt Webber diesen Vorfall.

Was den Rest betrifft, übt er sich in Diplomatie. "Wir hatten an diesem Wochenende ein paar Probleme", spricht er das Offensichtliche aus. "Ich glaube, dass wir aus unserer Startposition etwas hätten erreichen können, aber es sollte nicht sein."

Über seine Unserie kann und will er sich nicht groß Gedanken machen, da am kommenden Wochenende in Bahrain bereits der nächste Grand Prix auf dem Programm steht.

Für Webber ein besonderer, wie er auf "Twitter" freudig ankündigt: "Ja, Leute, ich freue mich wirklich auf das nächste Rennen. Es wird mein 200stes sein."

Dieses Jubiläum will der 36-Jährige gebührend feiern. Am liebsten mit seinem zehnten Sieg. Er sei jedenfalls "motiviert für den Rest der Saison".

 

Christoph Nister

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