Reifenplage, Elektronikstau und jetzt noch die Hitze

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Reifenplage, Elektronikstau und jetzt auch noch die Hitze.

Das zweite Saisonrennen der Formel-1-WM 2013 am kommenden Sonntag in Malaysia (9.00 Uhr MEZ) wird für die elf Teams eine noch größere Herausforderung als der Saisonstart in Melbourne.

Für zwei Fahrer wird Sepang zudem ganz besonders. Auftakt-Sieger Kimi Räikkönen hat hier 2003 sein erstes Formel-1-Rennen überhaupt gewonnen, Ferrari-Star Fernando Alonso bestreitet seinen 200. Grand Prix.

15. GP von Malaysia

Zum bereits 15. Mal ist die Extrem-Strecke bei Kuala Lumpur Grand-Prix-Schauplatz.

Die feuchte Hitze am Äquator, immer wieder monsunartiger Regen und das eigenwillige Strecken-Layout mit gleich sechs über 200 km/h schnellen Kurven sowie einigen heftigen Bremszonen verlangen Autos und Fahrern alles ab.

Wie die Teams darüber hinaus mit den sensiblen Reifen und der in Australien "spinnenden" Elektronik zurecht kommen, wird siegentscheidend.

Gute Erinnerungen für Räikkönen

Ob Lotus und Räikkönen nach dem Zweistopp-Husarenstück im kühlen Melbourne auch im malaysischen Dschungel bestehen können, ist eine der vielen Fragen in Sepang.

Zumindest der Pilot hat beste Erinnerungen. Fast auf den Tag genau vor zehn Jahren hat er hier seinen ersten Grand Prix gewonnen.

Wie in Australien raste er damals - in einem McLaren - von Platz sieben aus zum ersten von bisher zwei Malaysia-Triumphen.

"Es ist noch verdammt viel zu tun"

Doch das ist für den mittlerweile 33-Jährigen ebenso Schnee von gestern wie der Geniestreich vor wenigen Tagen in Australien.

"Ein Sieg ist ein Sieg und die WM-Führung fühlt sich gut an. Aber es ist doch erst ein Rennen und es ist noch verdammt viel zu tun, wenn wir Weltmeister werden wollen", hatte Räikkönen nach seinem Melbourne-Triumph schaumgebremst reagiert.

"Mehr Sponsoren würden Chancen vergrößern"

Immerhin: Der Champion von 2007 hat in den vergangene 18 Rennen stets gepunktet und nun echte WM-Ambitionen, macht diese aber vom Entwicklungspotenzial bei Lotus abhängig.

"Unser Auto ist gut, auch bei Hitze. Aber es ist kein Geheimnis, dass wir nicht über das Budget von Red Bull, Ferrari oder Mercedes verfügen. Mehr Sponsoren würden unsere Chancen sicher vergrößern", sagte der "Iceman" vor seinem 179. GP-Einsatz.

 Alonso rechnet noch nicht mit Sieg

Auch Malaysia-Vorjahressieger Alonso ging entspannt in sein Jubiläums-Rennen. Ferrari führt nach dem Auftakt die Konstrukteurs-WM vor Lotus an.

"Es wäre aber eine Überraschung, wenn wir schon jetzt das erste Rennen gewinnen können", zählte der Melbourne-Zweite sich und Ferrari auch in Malaysia, China und Bahrain noch nicht zu den Top-Favoriten, sondern erst bei den Europa-Rennen.

"Unter normalen Umständen kommen wir hier auf das Podium. Für einen Sieg in Malaysia brauchen wir aber wieder Regen", ist Alonso überzeugt.

Vettel nach Auftakt nicht enttäuscht

Den umgekehrten Weg ging im Vorjahr Sebastian Vettel.

Der Deutsche gewann 2012 auf dem Weg zum dritten Titel in Folge kein einziges Europa-Rennen, ließ sich aber angesichts seiner gelungenen Vorjahres-Aufholjagd auch nach Pole und Platz drei in Australien keine Hektik anmerken.

"Es gibt zu diesem Zeitpunkt keinen Grund, über so ein Ergebnis enttäuscht zu sein. Außerdem hat sich in Australien noch selten ein Trend abgezeichnet", blickte der Red-Bull-Star unverdrossen nach vorne.

Halbes Heimrennen für Mercedes

Für Mercedes ist Malaysia dank Hauptsponsor Petronas ein halbes Heimrennen.

Neuzugang Lewis Hamilton freute sich über PR-Termine in den mächtigen Petronas-Towers, Teamkollege Nico Rosberg wäre Regen sogar willkommen. "Australien hat klar gezeigt, dass das Auto im Nassen gut ist."

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hatte sich in Australien extrem über die kunterbunte Reifenentwicklung gewundert und sich ebenso wie Aufsichtsratsboss Niki Lauda ("Künstlich für mehr Boxenstopps zu sorgen ist falsch") kritisch gezeigt.

Malaysia hat aber eine andere Streckencharakteristik. Wolff: "In Sepang spielt daher die Aerodynamik eine größere Rolle."

Elektronik sorgt für Probleme

Neben dem weitergehenden Reifenpoker - Pirelli bringt in Sepang erstmals auch die härteste Mischung - rätselt die Formel 1 auch über die aktuellen Elektronik-Probleme.

Sowohl die von einer McLaren-Tochter gelieferte Einheitselektronik für die Motorsteuerung (ECU) als auch die Telemetrie zwischen Rennleitung Autos sind für 2013 neu aufgesetzt worden und machten in Australien Probleme.

Hitze als Herausforderung

Die Fahrer selbst können diese Elemente aber nicht beeinflussen. Sie kämpfen in den kommenden Tagen vielmehr mit der Gluthitze unter der malaysischen Sonne. Vettel blieb deshalb länger in Australien und cool.

"Es gibt keinen besser Weg in die Saison zu starten, als mit einem Podestplatz", beharrte er. Einen Rat zu den Saunatemperaturen hatte er sofort: "Keinen Stress, du kannst der Hitze ohnehin nicht entkommen."

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