Vettel enteilt der Konkurrenz

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Vettel dominiert - "Bin ich fast eingeschlafen"

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Jetzt hat Red Bull Racing fast die gesamte Formel-1-Welt erobert.

Mit dem Sieg von Sebastian Vettel in Kanada fehlt dem Weltmeister-Team im aktuellen Kalender nur noch ein Erfolg auf dem „Circuit of the Americas“ in Texas, dann gibt es von jeder Strecke ein Siegerfoto mit Beteiligung des Rennstalls aus Milton Keynes.

Von einem „Kanada-Fluch“ war vor dem Wochenende bereits die Rede, da Vettel, trotz seiner dreier Weltmeistertitel, nie in Montreal gewinnen konnte. Spürbar war dieser beim Heppenheimer aber nicht im Geringsten. Im Gegenteil.

36 Punkte Vorsprung

Mit einer Dominanz, die derzeit im Fahrerfeld ihresgleichen sucht, fuhr Vettel den Sieg nach Hause, überrundete bis zum sechstplatzierten Jean-Eric Vergne jeden Gegner zumindest einmal und liegt in der Fahrerwertung bereits mit 36 Punkten voran. In der vergangenen Saison hatte er nie einen Vorsprung dieser Größe.

„Wir hätten uns nicht erwartet, so stark zu sein“, ist Vettel nach dem Sieg auch selbst ein wenig überrascht von der Dominanz seines Teams. Nicht einmal die Reifen, bislang der größte Stolperstein, konnten die „Bullen“ an diesem Tag aufhalten. „Wir sahen die Supersoft-Reifen auseinanderfallen, aber ich glaube, damit kamen wir gleich gut zurecht wie alle anderen.“

Das ist als großer Erfolg der Mannschaft zu werten, bei der sich Vettel auch bedankt. „Teilweise hatten wir einen ganzen Boxenstopp als Polster. Da ist es einfacher, das Rennen zu kontrollieren und die Abstände zu halten. Ich hatte perfekte Boxenstopps, obwohl wir uns etwas erlauben hätten können.“

Alonso: "Seb war einfach zu dominant"

Erlaubt hätte sich Vettel beinahe selbst etwas. Zunächst schrammte er haarscharf an der Begrenzungsmauer vorbei und kurz nach dem zweiten Boxenstopp rutschte er von der Piste. „Einmal bin ich fast eingeschlafen“, sagte er. „Ich hätte das Auto auch auf der Strecke halten können, aber ich wollte keinen Dreher riskieren. In der Runde habe ich etwas Zeit verloren, aber bei dem Vorsprung war das egal.“ Die Brust des Siegers hat schon wieder weltmeisterliche Breite.

„Das war eine Super-Performance vom gesamten Team – und Seb ist nicht einmal die schnellste Runde gefahren“, konnte sich auch Red-Bull-Berater Helmut Marko kaum einkriegen.

Den Rivalen blieb nichts anderes über, als anerkennend zu gratulieren. „Wir wollten vor unseren Konkurrenten sein, aber Seb war nicht erreichbar, er war einfach zu dominant“, so der zweitplatzierte Fernando Alonso.

Konkurrenz patzt und punktet kaum

Dominanz in einem Rennen ist das eine, Beständigkeit über die ganze Saison das andere. Vettel beendete jeden Lauf dieses Jahres in den Punkten und wurde nie schlechter als Vierter.

Die Konkurrenz von Ferrari und Mercedes leistete sich mindestens schon eine Nullnummer und Kimi Räikkönen hat mit seinem neunten Platz zwar zum 24. Mal in Folge gepunktet, mit drei mickrigen Zählern in den letzten beiden Rennen kommt der Finne aber kaum vom Fleck und droht den Anschluss an die Spitze zu verlieren.

Noch vor Halbzeit der Weltmeisterschaft scheint sich damit bereits eine Vorentscheidung im Titelkampf abzuzeichnen. Vettel selbst will davon aber nichts wissen.

„Natürlich muss man kein Genie sein, um zu wissen, dass man für ein solches Resultat mehr Punkte bekommt als alle anderen. Aber die Meisterschaft ist lang“, erinnert er an die Vorsaison, als der Deutsche lange hinter Alonso lag und im Saisonfinish aufholen konnte.

Auch Silverstone liegt Red Bull Racing

„Ich hatte starke Rennen, Fernando etwas Pech und ich konnte ihn schlagen. So kamen wir zurück. Aber das war zehn Grand Prix weiter, als wir derzeit sind. Es kann viel passieren in dieser Phase“, lässt er sich auf keine voreiligen Titelspekulationen ein.

Bei Prognosen für das nächste Rennen in Silverstone bleibt der dreifache Champion vorsichtig, auch wenn der Heim-Grand-Prix für Red Bull Racing zuletzt immer recht erfolgreich verlief. Vettel selbst siegte 2009, Teamkollege Mark Webber 2010 und 2012.

„Wir haben Fortschritte gemacht, aber in Silverstone sind die Bedingungen andere, die Reifen auch. Die Streckenoberfläche unterscheidet sich. Aber die Strecke ist toll. Ich würde gerne nochmals meinen Namen auf den Pokal setzen.“

 

Andreas Terler

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