Vettel und die Frage der Zeit

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Drei zu sieben.

Kaum einer hätte dieses Ergebnis im Quali-Head-To-Head zu Gunsten von Daniel Ricciardo nach zehn Saisonrennen vorhergesagt.

Bei seinem Heimrennen am Hockenheimring musste sich Sebastian Vettel am Samstag seinem Teamkollegen erneut geschlagen geben.

Platz sechs ist zwar bei weitem nicht die schlechteste Ausgangsposition im bisherigen Saisonverlauf, dennoch nagt die Unterlegenheit am vierfachen Weltmeister - auch wenn er sich äußerlich kaum etewas davon anmerken lässt.

Während dem dauergrinsenden Australier alles leicht von der Hand zu gehen scheint, kämpft Vettel verkrampft um seine Ehre.

Noch ist er felsenfest davon überzeugt, dass er seinen Teamkollegen schlagen kann: „Daniel ist nicht so eine harte Nuss wie es aussehen mag. Im Moment gibt es noch viele Sache, die noch nicht ganz so zusammenkommen. Ich denke, es ist mehr eine Frage der Zeit.“

Reifen als Problem

In Niki Lauda hat Vettel einen Unterstützer. „Er kämpft noch immer mit den Feinheiten des Autos. Ricciardo kommt vom ersten Moment an besser damit zurecht. Aber jetzt muss er einfach dieses letzte Quäntchen Speed noch aus dem Auto rausquetschen, genauso wie sein Teamkollege“, so der Mercedes-Aufsichtsratschef bei „RTL“.

Nach wie vor sind die Probleme aber offensichtlich. „Es lief schon besser als am Freitag. Leider kam der letzte Anlauf nicht ganz so zustande. Ich habe mich das ganze Wochenende schon etwas schwer getan, die Reifen optimal zu nutzen“, erklärt der Heppenheimer.

Um sein bestes Hockenheim-Ergebnis am Sonntag mit Platz drei zumindest einstellen zu können, muss er, neben Ricciardo, auch an Kevin Magnussen und den beiden Williams-Piloten Felipe Massa und Valtteri Bottas vorbei.

„Wir fahren von einer nicht ganz so schlechten Position los. Es ist alles drin“, sagt Vettel. Seinen Kampfgeist lässt er sich nicht nehmen.

Vielleicht liegt das ja auch am bevorstehenden Wetterumschwung. Nach brütender Hitze am Samstag kündigt sich am Sonntag deutlich kühleres Wetter an.

Zuschauermangel völlig unverständlich

„Wenn es abkühlt, könnte es sowohl schwieriger als auch einfacher werden“, sieht der Red-Bull-Pilot die äußeren Bedingungen aber diplomatisch.

Klare Position bezieht Vettel dafür aber beim mangelnden Zuschauerinteresse in seinem Heimatland.

Vor lauter WM-Euphorie scheinen die Deutschen ein wenig ihr Interesse an der Formel 1 verloren zu haben.

Wie schon am Freitag beim Training blieben Zuschauermassen wie noch in Spielberg oder Silverstone aus.

„Die Ausgangslage könnte besser nicht sein. Es gibt einen deutschen Hersteller an der Spitze und deutsche Fahrer, die in der Lage sind, Rennen zu gewinnen. Die britischen Fans waren damit sehr happy“, kann sich der 27-Jährige den schwachen Fan-Zuspruch nicht erklären.

Vielleicht hängt es ja auch mit Vettels bisheriger Performance zusammen.

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