Malaysia-GP produziert Verlierer am Fließband

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Für die Zuschauer bot der Grand Prix von Malaysia so ziemlich alles, was man sich nur wünschen kann.

Aus Fahrersicht hingegen gab es vor allem Verlierer:  Zusätzlich zu den beiden zerstrittenen Red-Bull-Piloten auf den Rängen eins und zwei, fühlte sich Lewis Hamilton als Dritter ebenso deplatziert.

Hinzu kamen noch einige andere Unglücksraben, die mit dem Rennwochende in Malaysian nicht wirklich zufrieden sein können:

Keine 200er-Feier bei Ferrari

Seinen 200. Grand Prix hatte sich Fernando Alonso vermutlich anders vorgestellt: Bereits in der ersten Runde kollidierte er leicht mit Sebastian Vettel und ramponierte sich den Frontflügel seines F138. Da er nicht sofort in die Box fuhr, löste sich in der zweiten Runde der Frontflügel, er fuhr mit seinem Auto darüber und schied aus.

Die Ferrari-Teamleitung nahm die falsche Entscheidung auf sich. „Wir gingen ein Risiko ein, das sich leider nicht auszahlte", so Teamchef Stefano Domenicali. Der technische Direktor Pat Fry fügte hinzu: „Im Nachhinein kann man sagen, dass es das Risiko nicht wert war. “

Der Spanier selbst wollte seinem Team allerdings keine Schuld zuschreiben und bezeichnete das Geschehen als „unglücklich“: „Nach seinem guten Start bin ich in der zweiten Kurve mit Vettel kollidiert. Ich war sehr überrascht, dass er plötzlich da war, er ist beinahe stehen geblieben“, so Alonso.

„Es ist leicht, die Entscheidung, weiterzufahren, im Nachhinein zu kritisieren. Aber zu diesem Zeitpunkt erschien es richtig.“ Durch sein Ausscheiden liegt Alonso in der WM-Wertung nun schon 22 Punkte hinter Vettel.

Auch Massa nicht zufrieden

Teamkollege Felipe Massa war nach dem Rennen ebenfalls alles andere als zufrieden.

Nach Startplatz zwei hatte er sich mehr als einen fünften Rang in Sepang vorgenommen. Doch Probleme mit den Reifen machten ihm einen Strich durch die Rechnung. Immerhin kam er im Gegensatz zu Alonso ins Ziel.

„Wir müssen weiterhin zuversichtlich sein. Ich denke, dass wir ein konkurrenzfähiges Auto haben, mit dem man ums Podium fahren kann“, blickt der Brasilianer nach vorne.

"Iceman" fehlt der Grip

Australien-GP-Dominator Kimi Räikkönen kam in Malaysia eher schlecht als recht zurecht und rettete als Siebenter noch eine Top-Ten-Platzierung ins Ziel, nachdem er zuvor zweimal von der Strecke abgekommen war.

„Ich hatte einfach nicht genug Grip", so der Finne, der sich – ähnlich wie Alonso – kurz nach dem Start den Frontflügel beschädigte und sich vor allem auf den letzten Runden mit Nico Hülkenberg ein hartes Duell lieferte.

Angesichts der Startplätze "okay"

"Es ist nicht das Wunschergebnis, doch wenn man die Startplätze zehn und elf in Betracht zieht, dann ist es okay", versuchte Teamchef Eric Boullier das Ergebnis positiv zu betrachten.

Zumindest konnte der Fehler an Romain Grosjeans (wurde Sechster) Radaufhängung behoben werden.

Insgesamt war es für Lotus nach dem tollen Auftakt "ein schwieriges Wochenende" wie Boullier befand.

Zwei Punke für McLaren

McLaren bleib erneut weit hinter den Erwartungen und kam wie in Down Under nicht über einen neunten Platz - diesmal durch Sergio Perez - hinaus.

„Wir hätten einen Platz weiter vorne landen können. Ich war einfach zu lange auf den gebrauchten Reifen draußen. Wenn ich meinen Boxenstopp zwei Runden früher eingelegt hätte, dann hätte es für den achten Rang gereicht“, so der 23-Jährige.

Noch unzufriedener musste Teamkollege Jenson Button sein. Zwischenzeitlich hatte er das Rennen angeführt, am Ende schied er vorzeitig aus und wurde auf Rang 17 gewertet.

"Alles richtig gemacht"

„Es war ein gutes Rennen, und wir haben alles richtig gemacht. Wir haben die Wetterbedingungen richtig eingeschätzt, und weil wir mit drei Boxenstopps rechneten, wäre das Ganze interessant geworden. Das Auto ist seit Australien sicher besser geworden, aber wir sind noch nicht schnell genug“, klang der Brite gar nicht mal so kritisch.

„Wir hatten die Chance, noch einen WM-Punkt zu ergattern, doch mein linkes Vorderrad blockierte. Danach vibrierte mein Auto sehr stark“, schilderte der 33-Jährige seine Probleme kurz vor Schluss.

Weiter keine Punkte für Willams

Pastor Maldonado hat es in drei Jahren Königsklasse kurioserweise nicht einmal geschafft, bei den ersten beiden Saisonrennen in Australien und Malaysia ins Ziel zu kommen. In Malaysia musste das Auto aufgrund von KERS-Probleme aus dem Rennen genommen werden.

„Wir hatten eine gute Taktik, früh in die Box zu gehen. Doch in Kurve elf machte ich einen kleinen Fehler, der mich zwang, auszuweichen und meinen Frontflügel leicht beschädigte“, berichtete der enttäuschte Williams-Pilot.

Stallkollege Valtteri Bottas verpasste hingegen mit Rang elf denkbar knapp den ersten WM-Punkt für seinen Rennstall, fuhr aber – nachdem er einmal von der Strecke abkam – ein recht gutes Rennen. „Wir haben heute das Maximum herausgeholt“, eklärte der 23-jährige Finne.

Force India plötzlich kraftlos

Nach ihrem starken Ergebnis in Melbourne (7. und 8.) hatten sich Adrian Sutil und Paul di Resta viel vorgenommen, Force India machte einen starken Eindruck.

Doch dann kam alles anders: Gleich mehrfach wurde bei den Boxenstopps gepatzt, wodurch das Fahrer-Gespann frühzeitig sämtliche Chancen auf eine Spitzenplatzierung verspielte. Es kam allerdings noch schlimmer, den beide Piloten mussten das Rennen sogar frühzeitig beenden.

Ein enttäuschter Sutil, der in Australien das Rennen noch lange Zeit angeführt hatte, konstatierte: „Ein frühes Ende eines Rennes, von dem wir uns so viel versprochen haben. Beide Autos hatten dasselbe Problem mit der Radbefestigungsmutter, was uns viel Zeit in der Box kostete.“

"Ist frustrierend"

"Wir wissen noch nicht genau, woran es lag. Es ist sehr schade, dass es hier passierte, da das Auto sehr schnell war und ich mich auf der Strecke sehr wohl fühlte", bedauerte der Deutsche.

"Es ist frustrierend, wenn man gesehen hat, wie gut drauf wir das ganze Wochenende über waren", fügte Teamkollege di Resta an. 

Das indische Team setzt in dieser Saison ein neues System ein, welches die Boxenstopps ursprünglich schneller machen sollte…

 

Henriette Werner

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