Toro Rosso wird mit Verstappen zum "Teenie-Team"

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Über 14 Jahre ist es her, dass das Formel-1-Debüt des damals 20-jährigen Jenson Button für viel Kritik gesorgt hat.

Während sich die Karriere des 34-jährigen Engländers dem Ende zu neigt, stürmt ein 16-jähriger die Königsklasse des Motorsports.

Der von Toro Rosso angeheuerte Niederländer Max Verstappen wird beim Debüt im März 2015 erst 17 Jahre und fünf Monate alt sein. Und damit der jüngste Formel-1-Fahrer aller Zeiten. Das ganze in einem Alter, in dem etwa österreichische Jugendliche nur mittels L17 ein Auto auf öffentlichen Straßen führen dürfen.

Teenie-Team

Das B-Team von Weltmeister Red Bull wird damit endgültig zu einem Teenie-Team. Den aktuellen "Jugend-Rekord" hält der Spanier Jaime Alguersuari, der 2009 als damals 19-jähriger ebenfalls bei Toro Rosso untergebracht wurde.

Verstappen wird nun Teamkollege des selbst erst 19-jährigen Russen Daniil Kwjat und ersetzt den Franzosen Jean-Eric Vergne.

"Es ist ein unglaubliches Gefühl. Ich bin sehr froh. Ich durfte zunächst nichts verraten. Jetzt ist es endlich raus", sagte Verstappen am Montagabend bei der Bekanntgabe im hauseigenen TV-Sender ServusTV. Schon seit Tagen hatten sich diesbezügliche Gerüchte gehalten, erst Tage davor war Verstappen in das Junioren-Programm der Österreicher aufgenommen worden. "Ich freue mich jetzt, dass der Name Verstappen in die Formel 1 zurückkehrt", jubilierte der am 30. September 1997 im belgischen Hasselt geborene Teenager.

Qualität des RB-Junior-Teams spricht für sich

"Jedes Topteam hat erkannt, welch außerordentliches Talent hier heranreift", erklärte Red Bulls Motorsport-Berater und Direktor Helmut Marko die Bemühungen um den derzeit in der Formel-3-Europameisterschaft um den Titel kämpfenden Sohn des früheren Formel-1-Piloten Jos Verstappen.

"Letztlich hat ihn die Qualität des Red Bull Junior Teams und die Erfolge, die wir mit jungen Fahrern in der Vergangenheit hatten, dazu bewogen, dass er sich uns angeschlossen hat."

Marko sprach damit in erster Linie Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo an. Der Deutsche war einst blutjung ins RB-Förderprogramm gekommen, hatte 2008 in Monza seinen ersten GP-Sieg im Toro Rosso gefeiert und ist mittlerweile vierfacher Formel-1-Weltmeister. Ricciardo ist erst dieses Jahr vom Ausbildungsteam zu Red Bull Racing aufgestiegen und hat als einziger Nicht-Mercedes-Fahrer zwei Saisonsiege gefeiert.

"Wunderkind" sehr reif

Verstappen traut Marko offenbar Ähnliches zu. "Er hat den Sprung vom Kart in die Formel 3 souverän gemeistert. Er hat bei X Rennen gezeigt, dass er mit widrigen Umständen umgehen und seinen Kopf benutzen kann. Schon bei den ersten Gesprächen in Graz habe ich gemerkt, welche Reife er für sein Alter hat."

"Wunderkind" Verstappen hatte offenbar tatsächlich nicht lange gezögert. "Ich hatte bei dem Angebot vom Red Bull Junior Team das beste Gefühl", erklärte der Niederländer.

Keine Angst vor Jugendwahn

Und Marko, der über Jahrzehnte erfolgreich Karrieren von Motorsportlern aus der ganzen Welt begleitet hat, hat mit dem "Jugendwahn" beim Ausbildungsteam von Red Bull Racing offenbar kein Problem.

"Die älteren Fahrer müssen Gas geben. Es ist ja keine Leibrente, wenn man einmal in der Formel 1 fährt. Die jungen Fahrer wollen sich zeigen. Kvyat hat das eindrucksvoll in dieser Saison gezeigt."

Offenbar auch Verstappen. "Ein Rennen am Norisring hat mich sehr beeindruckt", erzählte Marko. "Dort war er trotz wechselnder Bedingungen zwei Sekunden schneller als der Rest. Er braucht keine weitere Erfahrung in anderen Nachwuchsklassen."

Freude bei Tost

Erfreut gab sich auch Franz Tost. "Max ist einer der talentiertesten Fahrer der neuen Pilotengeneration und wir sind überzeugt, dass er auch über genügend Reife und mentale Stärke verfügt, um die Herausforderung zu meistern", sagte der Salzburger Teamchef der in Italien angesiedelten Scuderia Toro Rosso.

"Es liegt nun an uns, ihn mit einem wettbewerbsfähigen Auto auszustatten, das ihm den bestmöglichen Start in die Formel 1 ermöglicht."

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