Sutil ab Montag vor Gericht

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Adrian Sutil steht ab Montag vor Gericht

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Schuldig oder nicht schuldig? Für den deutschen Motorsportler Adrian Sutil dreht sich am Montag und Dienstag alles um diese eine Frage.

Während die Formel-1-Kollegen noch Sitzproben in den neuen Rennautos machen, muss der 29-Jährige jeweils ab 9.00 Uhr auf der Anklagebank des Münchner Amtsgerichts Platz nehmen.

Der Vorwurf: Gefährliche Körperverletzung nach einem Disco-Streit am 17. April in Shanghai. Die Forderung der Staatsanwaltschaft: Ein Jahr Haft auf Bewährung.

Gericht statt Cockpit

"Wir erwarten von der Verhandlung, dass die Wahrheit auf den Tisch kommt", hatte Sutils Manager nach Bekanntwerden des Prozesstermins gesagt. "Auch für uns ist es wichtig, den Vorfall dann abzuschließen", betonte Manfred Zimmermann.

Nur dann scheint auch noch ein Last-Minute-Engagement in der Formel 1 denkbar, die eine Woche später mit den offiziellen Testfahrten in Jerez de la Frontera die heiße Phase der Vorbereitung einläutet.

Vorerst jedoch ohne Sutil. Trotz starker Leistungen steht der Bayer derzeit ohne Team da. Force India beförderte seinen Landsmann Nico Hülkenberg zum Stammfahrer.

Lange Nacht in Shanghai

Der Schotte Paul di Resta durfte sein Cockpit behalten. Momentan ist nur noch ein Platz frei, bei dem allerdings eher das olympische Motto zählt: Dabeisein ist alles. Das spanische HRT-Team zählt nämlich zu den abgeschlagenen Nachzüglern im Feld der Königsklasse des Motorsports.

Vorerst hat Sutil aber andere Sorgen. Eine außergerichtliche Einigung mit dem Opfer Eric Lux, dem Mitbesitzer des Renault-Lotus-Teams (mittlerweile nur noch Lotus), war nicht zustande gekommen.

Lux hatte Sutil deshalb erst rund zwei Monate nach dem Vorfall im Nobelclub "M1NT" in Shanghai angezeigt.

Kamera-Beweis gegen Sutil?

Über die dortigen Ereignisse gibt es verschiedene Versionen, wie Lux mit einem Champagner-Glas am Hals schwer verletzt worden ist. Über den Hergang soll es eine Aufzeichnung einer Deckenkamera des Clubs geben.

Sutil beteuert, er habe Lux lediglich den Inhalt des Glases ins Gesicht schütten wollen. Dabei zerbrach offenbar das Glas, die Scherben verletzten Lux dann am Hals. Sutil hat bisher jede Absicht bestritten, Lux derart verletzen zu wollen.

Ex-Weltmeister Lewis Hamilton war damals ebenfalls in dem Club. Der Engländer hatte ein paar Stunden zuvor den Grand Prix von China gewonnen. Aussagen wird Hamilton an den beiden Verhandlungstagen in München aber nicht.

Er ist wegen Terminen seines McLaren-Teams unabkömmlich. Am Mittwoch stellt McLaren den neuen Wagen vor. Für Sutil könnte dann die Frage endlich geklärt sein: Schuldig oder unschuldig?

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