"Man muss nicht nur seinen Teamkollegen schlagen"

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WM-Leader Mercedes hat einen weiteren kleinen Rückschlag zu verkraften. Erstmals in dieser Formel-1-Saison startet am Sonntag (14.00 Uhr) im Grand Prix von Österreich kein Silberpfeil-Pilot aus der Pole Position.

Das hat sich der bisher so dominante Rennstall auch selbst zuzuschreiben.

Im Stallduell zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton um den WM-Titel zeigt vor allem Letzterer Nerven.

Hamilton schmeißt Pole weg

Hamilton schmiss die mögliche Pole am Samstag in Spielberg mit einem zu harten Bremsmanöver samt Dreher in der Remus-Kurve weg, startet nur von Platz neun.

"Unter Druck passieren Fehler", meinte Mercedes-Teamaufsichtsrat Niki Lauda. "Er wird heute Nacht nicht so gut schlafen."

Wenige Stunden danach nahm Hamilton seinen Fauxpas aber bereits mit Humor: "Absichtlich habe ich das nicht gemacht, soviel steht fest."

"Sind immer noch WM-Leader"

Die Sorgen bei Mercedes halten sich trotz der jüngsten technischen Probleme in Kanada - erstmals ging der Sieg dort nicht an einen Silberpfeil, sondern Red-Bull-Youngster Daniel Ricciardo - in Grenzen.

"Wir sind immer noch WM-Leader und auch unser Auto ist weiterhin schnell", beruhigte Motorsportchef Toto Wolff.

61 Punkte hat Rosberg auf den WM-Dritten Ricciardo gut, 22 auf Hamilton.

"Verpfuschte" Abstimmung

"Wir haben eine weitere Lektion gelernt. Man muss nicht nur seinen Teamkollegen schlagen. Es gibt auch andere, die stark sind", erinnerte Wolff.

Zu sehr hatten sich seine Piloten zuletzt auf ihren Zweikampf fokussiert. "Es ist ein sehr kompetitives Umfeld mit viel Druck. Wir müssen uns unser ganzes System anschauen", sagte der Wiener.

In Spielberg habe man die Abstimmung "verpfuscht".

Red Bull ärgert sich

Hausherr Red Bull vermochte die Fehler des Hauptkonkurrenten vorerst nicht zu nutzen.

"Es ist ärgerlich, dass wir nicht da sind, wenn Mercedes schwächelt", betonte Motorsportchef Helmut Marko.

"Der Red Bull Ring ist eine Powerstrecke, außerdem ist Topspeed gefragt. Das sind beides unsere Schwächen", erklärte der Steirer die enttäuschenden Quali-Ergebnisse für Ricciardo (5.) und Weltmeister Sebastian Vettel (13.).

Noch mehr schmerzten die 0,7 Sekunden, die Ricciardo auf Pole-Mann Felipe Massa verlor.

Aussicht auf turbulentes Rennen

"Der Rückstand auf Williams ist erschreckend", meinte Marko. Der Berg- und Talkurs sei aber immer für Überraschungen und Ausfälle gut. "Man kann davon ausgehen, dass es ein turbulentes Rennen wird."

In der Favoritenrolle sieht Lauda Massa und dessen Teamkollegen Valtteri Bottas. "Unsere Konkurrent ist weniger Red Bull, sondern Williams", sagte der Mercedes-Mann.

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