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Weniger Motorenleistung? "Super, danke!"

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Neue Strecke, alte Hackordnung.

Es war zu erwarten, dass auch in Österreich die Dominanz von Mercedes eine Fortsetzung findet.

Wie schon in Montreal ist auch in Spielberg Lewis Hamilton in den ersten Trainings der schnellere der beiden Silberpfeile. Dabei verfügt der Brite im Gegensatz zu seinem Teamkollegen über gar keine Erfahrung am Red Bull Ring

"Es lief gar nicht schlecht, dafür, dass ich hier noch nie gefahren bin. Ich habe mich schon in den ersten Runden der ersten Session recht wohl gefühlt. Und ich habe immer mehr Zeit herausholen können", macht Hamilton einen sehr zufriedenen Eindruck. 

Hamilton mag die Jäger-Rolle

Knapp vier Zehntel liegen am Ende der zweiten Session zwischen beiden Mercedes-Fahrern. Der 29-Jährige sieht sich in der Rolle des Jägers gut aufgehoben.

"Ich glaube, dass die Verfolgerrolle wirklich von Vorteil sein kann. Wenn man in Führung liegt, steht man mehr unter Druck, Fehler zu machen. Und ich kann hoffentlich davon profitieren", heizt er das Duell mit Rosberg an. 

Dieser wiederum hat am Freitag mit Verständigungsproblemen zu kämpfen. Am Weg zu mehreren schnellen Runden im zweiten Training fehlt im Boliden des Deutschen plötzlich die Power.

Gestörtes Funkverhältnis

Schuld ist aber nicht ein Fehler am Auto, sondern eine bewusste Einstellung des Teams, von der man dem Fahrer aber nichts mitgeteilt hat.

"Die sagen mir dann Sachen, die ich am Auto ändern muss und auf einmal werde ich langsamer und langsamer. Und dann frage ich, was jetzt los ist und sie sagen: Ja, wir haben jetzt weniger Motorenleistung und ich sage: Ja super, danke", ist der WM-Leader verwirrt und leicht verärgert über die fehlerhafte Kommunikation seiner Crew. 

"Da verändern sich meine Bremspunkte und alles, weil ich viel langsamer ankomme. Aber manchmal ist das schwierig. Es sind viele Leute involviert, da müssen Dinge probiert werden. Da ist eben einmal vergessen worden, dem Fahrer zu sagen, was Sache ist", will Rosberg kein Drama aus der Sache machen. 

Begeisternde Atmosphäre

Noch gibt es aber genug zu tun: "Ich habe mich nicht hundertprozentig wohl gefühlt - da wartet noch viel Arbeit am Abend. Das Auto ist auf der Geraden gesprungen wie sonst was und dann auch noch in die Bremspunkte rein - das war schwierig."

Die Begeisterung für den Austragungsort bleibt beim zweifachen Saisonsieger weiterhin ungebrochen. "Nach Österreich gehört einfach ein Formel-1-Rennen. Die Atmosphäre ist ein Wahnsinn. Die Campingplätze sind brechend voll!", strahlt Rosberg trotz der leichten Probleme am Beginn des Rennwochenendes.

Bis zum Qualifiyng sollen dann wieder beide Silberpfeile auf Augenhöhe agieren. Toto Wolff ist sich sicher, dass es so sein wird. "Wenn es wieder richtig um etwas geht, werden die beiden schon wieder nah beieinander sein", meint der Motorsportchef der Silbernen.

Hitze als Spielverderber für Mercedes?

Eines scheint unabhängig davon klar zu sein: Die Konkurrenz fährt mit ordentlichem Respektabstand hinterher. Fernando Alonso fehlt auf Platz drei eine knappe Sekunde, Sebastian Vettel als Sechsten sogar 1,2 Sekunden auf Hamilton.

Wolff ist dennoch gewarnt: "Unser größter Feind ist im Moment die eigene Zuverlässigkeit." In Montreal sah alles nach einem Doppelsieg aus, am Ende brachte nur Rosberg sein Auto nach Kühlungsproblemen am Hybrid-System als Zweiter über die Ziellinie.

Auch in Spielberg ist man sich dieses Problems bewusst. "Die Geraden sind hier so kurz, dass die Systeme nicht richtig heruntergekühlt werden", weiß Wolff.

Und ihm ist wohl auch klar, dass die Außentemperaturen im Verlauf des Wochenendes noch steigen werden. "Da könnten wir Probleme kriegen", so der 42-Jährige.

Wenn man an Kanada zurückdenkt, wäre das im Sinne der Spannung vielleicht gar nicht so schlecht...

 

Aus Spielberg berichtet Andreas Terler

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