Wer ist der wahre König von Spa?

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Am Wochenende werden im belgischen Spa-Francorchamps die Augen der Fans und Journalisten vor allem auf zwei Fahrer gerichtet sein: Kimi Räikkönen und Michael Schumacher.

Ersterer feiert sein Comeback im F1-Traditionsort, wo er mit vier Erfolgen mehr zu Buche stehen hat, als auf jeder anderen Strecke.

Zweiterer bejubelt am Sonntag seinen 300. Teilnahme an einem Grand Prix - auf dem Kurs, wo er 21 Jahre zuvor sein Debüt gegeben hatte.

Erneut das Maß aller Dinge?

Gemeinsam teilen sich Räikkönen und Schumacher nicht weniger als zehn Siege in Spa (siehe Tabelle unten) und sind damit die beiden erfolgreichsten noch aktiven Fahrer auf dem Ardennen-Kurs.

Kurios: Trotz ihrer Erfolge standen die beiden erst ein einziges Mal (2004: Räikkönen vor Schumacher) gemeinsam auf den Podest.

Doch wer ist der wahre "König von Spa"? LAOLA1 auf Zeitreise.

Schumachers Spa-Geschichte

Michael Schumacher und Spa-Francorchamps – das ist eine Liebes-Geschichte der Extraklasse. 1991 feierte er auf dem belgischen Kurs (für Jordan) sein Debüt in der Formel 1. Ein Jahr später gewann er für Benetton dort seinen ersten Grand Prix. 1995 bis 1997 folgten drei weitere Siege. Damit war Spa die erste Strecke, auf der Schumacher vier Siege einfahren konnte.

Doch der Belgien-GP hatte für den Rekord-Weltmeister auch einige Tiefpunkte zu bieten: So überfuhr er etwa 1994 die Ziellinie als Erster, wurde nachträglich allerdings disqualifiziert. Die Holzplatte am Unterboden seines Wagens war über das erlaubte Maß hinaus abgeschliffen und „Schummel-Schumi“ war geboren.

1998 lieferte er sich ein hitziges Boxen-Gerangel mit David Coulthard, nachdem ihn dieser bei einem Überrundungs-Manöver 19 Runden vor Schluss in Führung liegend ausgebremst und damit für seinen Teamkollegen Mika Häkkinen die WM-Führung abgesichert hatte. Ein Jahr später musste er aufgrund seines in Silverstone erlittenen Beinbruchs auslassen.

In seinen Weltmeister-Jahren war gegen den Deutschen aber kaum ein Kraut gewachsen: Platz zwei 2000 und 2004, Siege in den Jahren 2001 und 2002 (2003 war der GP nicht im Kalender). 2005 trat Schumacher zum letzten Mal für Ferrari in Spa an (auch 2006 war der GP nicht im Kalender). Eine Kolission mit Takuma Sato in Runde 13 beendete das letzte Gastspiel in Rot in den Ardennen für Schumacher.

2010 kam er in Silber wieder. Nur noch ein Schatten seiner selbst, konnte er selbst in Spa nicht an alte Erfolge anschließen. Seine Mercedes-Bilanz: Siebenter und Fünfter. Es waren die ersten beiden Zieleinläufe Schumachers beim Belgien-GP, die nicht am Podest endeten.

Kategorie Kimi Räikkönen Michael Schumacher
Starts 7 15
Zieleinläufe 4 11
In den Punkten 4 11
Podestplätze 4 9
Siege 4 6
Pole Positions 1 1

Räikkönens Spa-Geschichte

Kaum zu glauben, aber Kimi Räikkönen bestreitet am Samstag erst seinen achten Grand Prix von Belgien.

So richtig warm wurde der Finne mit dem Ardennen-Kurs in seinen Anfängen nicht. Beim Debüt 2001 streikte der Antriebsstrang seines Sauber schon am Start, ein Jahr später verweigerte der Mercedes-Motor seines McLaren neun Runden vor Schluss den Dienst.

Nachdem Belgien 2003 aus dem Rennkalender gestrichen wurde, begann mit dem Spa-Comeback in der Folge-Saison eine echte Liebesbeziehung zwischen der Strecke und dem Finnen. Sieg 2004, Sieg 2005, Sieg 2007 - ein Hattrick,  bei dem er seinen Gegnern in drei Rennen nur 49 von 132 möglichen Führungsrunden überließ.

Auch 2008 hatte Räikkönen insgesamt satte 37 Runden auf Rang eins hinter sich, als er sich zwei Umläufe vor der Zielflagge auf nasser Strecke nach einem hitzigen Duell mit Lewis Hamilton in die Leitplanken drehte. Der vierte Spa-Sieg in Folge war dahin.

2009 holte er diesen Erfolg allerdings nach. In Runde fünf ging er beim Restart an - es sollte sein einziger Sieg in seiner letzten Ferrari-Saison bleiben. Seither gelang ihm kein weiterer Erfolg in der F1.

 Michael Höller

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