Rätselraten um Schumachers Zukunft

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Nach der Ausbootung durch Mercedes rätselt die Formel 1 über die Zukunft von Michael Schumacher.

Welche Option zieht der Rekordweltmeister? Ruhestand, Funktionärskarriere oder doch noch ein Wechsel zu einem anderen Team?

Der 43-Jährige und sein Management schweigen vorerst dazu - und lassen Raum für viele Interpretationen.

Sogar ein Sensations-Comeback bei Ferrari, wo Felipe Massas Vertrag ebenfalls am Saisonende ausläuft, erscheint für manchen Branchenkenner nicht ausgeschlossen.

Ära doch nicht zu Ende?

Bei Mercedes muss Schumacher am Jahresende sein Cockpit für den Briten Lewis Hamilton räumen. "Ein Kapitel für Schumacher geht zu Ende, aber vielleicht noch nicht die Ära. Von ihm kommt jedenfalls keine Ankündigung eines Abschieds", stellte die Ferrari-nahe "Gazzetta dello Sport" am Samstag fest.

Die Scuderia hatte zuvor erklärt, sich nicht zu Gerüchten äußern zu wollen. Von 1996 bis 2006 hatte Schumacher im Ferrari eine beispiellose Erfolgsstory geschrieben.

Der britische "Daily Mirror" urteilte: "Der unermüdliche Deutsche wird nach einem neuen Team suchen, um seine Karriere fortzusetzen." Die französische "L'Equipe" brachte einen Neuanfang beim Schweizer Sauber-Team ins Gespräch.

Nimmt Schumacher Abstriche in Kauf?

Dafür müsste der siebenfache Champion aber wohl größere Abstriche bei Gehalt und Ansprüchen machen. Es erscheint fraglich, ob Schumacher bereit ist, schon wieder in ein Auto zu steigen, das nicht dauerhaft höchsten Ansprüchen genügt.

In der Bewertung des spektakulären Transfers waren sich die Beobachter keineswegs einig. Vom "Schritt in die Geschichte", den der britische "Guardian" sieht bis hin zum "sportlichen Selbstmord", wie es der "Independent" beurteilt, reichte am Samstag die Skala.

Klar ist: Hamilton verlässt ein über Jahrzehnte erprobtes Siegerteam und kommt zu einem Rennstall, der drei Jahre mit vielen Tiefs und wenigen Höhen hinter sich hat.

Hamilton im Zwiespalt

Dazu muss der Weltmeister von 2008 die Sport- und Werbe-Ikone Schumacher ersetzen, der bei aller Kritik an seinen Leistungen auf der Strecke hinter den Kulissen wichtige Aufbauarbeit für Mercedes leistete. Vorher treten beide aber noch sechs Rennen lang im Saisonendspurt gegeneinander an - für ihre alten Arbeitgeber.

Eine skurrile Situation: Hamilton braucht im Titelrennen die Unterstützung des Teams, für das er nicht mehr fahren will. Schumacher braucht für einen ordentlichen Abschied die Hilfe des Teams, das ihn nicht mehr haben will.

Coulthard begrüßt Wechsel

Der frühere McLaren-Pilot David Coulthard sieht in der Entscheidung Hamiltons einen wichtigen Schritt in dessen Karriereleiter.

"Du lebst nicht dein ganzes Leben zu Hause, auch wenn der Kühlschrank immer voll ist und die Wäsche für dich gewaschen wird. Zu einem gewissen Zeitpunkt musst du ausziehen. Werde erwachsen und sei ein Mann. Das ist der Moment für Lewis", sagte der Schotte.

Nicht alles drehe sich um das Siegen, es gehe auch um die Reise selbst und wie man sich selbst fühle.

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