Schumacher kontert Kritik

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Michael Schumacher hat auf die Rufe von ehemaligen Rennfahrern nach seinem Rücktritt wenig überraschend sauer reagiert.

"Natürlich wäre es mir lieber, wenn ich nicht damit konfrontiert würde und gewisse Leute ihren Mund halten würden", sagte der Formel-1-Rekordweltmeister in einem Interview der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Donnerstag-Ausgabe).

"Auf der anderen Seite weiß ich auch, dass diese Leute dafür bezahlt werden, ihren Mund aufzumachen und darüber zu reden", ergänzte Schumacher auf die Frage, ob es wehtue, wenn Ex-Rennfahrer wie Österreichs Formel-1-Legende Niki Lauda ihm den Rücktritt nahelegen würden.

Halbes Fahrerlager müsste aufhören

"Wenn jeder aufhören müsste, der sich auf meinem Niveau bewegt, dann würden nicht mehr viele fahren", betonte Schumacher. "Minimum" das halbe Fahrerfeld müsste dann einpacken, fügte der siebenfache Champion vor dem Grand Prix von Belgien auf seiner Lieblingsstrecke in Spa-Francorchamps hinzu.

Dort gewann Schumacher bereits sechsmal - allerdings fuhr er alle Erfolge in seinem "Wohnzimmer" in seiner ersten Karriere ein.

Nach der Rückkehr in die Formel 1 zur Saison 2010 zum Mercedes-Werksteam hat es bisher nicht einmal zu einem Podestplatz in einem WM-Lauf der "Königsklasse" gereicht.

"Der Moment der Niederlage motiviert einen Menschen, wieder Siege zu erleben", meinte Schumacher.

Becker hält zu Schumacher

Tennislegende Boris Becker stellte sich an die Seite von "Schumi" und kritisierte die Forderungen nach dessen Rücktritt.

Es gehöre sich nicht, "dass ehemalige Formel-1-Größen ihn jetzt öffentlich kritisieren und ihn quasi zum Rücktritt zwingen", sagte Becker.

"Er kann seinen Ruf nicht beschädigen"

"Das hat keinen Anstand und keine Klasse. Wir sollten alle jetzt die momentane Zeit genießen, ihn noch mal zu erleben."

Becker hat auch keine Bedenken, dass Schumachers Reputation und Ansehen wegen der bisherigen Erfolglosigkeit seit seiner Rückkehr zur Saison 2010 schwere Kratzer abbekommen könnte.

"Wenn man siebenmal Formel-1-Weltmeister ist, kann man seinen Ruf nicht beschädigen", sagte der ehemalige Weltranglistenerste und machte auch Mercedes für die bisher schwache Performance des 42-Jährigen verantwortlich.

"Selbst wenn man den Vettel in ein Mercedes-Rennauto stecken würde, würde auch er nicht dauernd die Rennen gewinnen", betonte Becker.

20 Jahre Schumacher

Abseits aller Kritik gab es für Schumacher am Donnerstag allen Grund zu feiern: Auf den Tag genau vor 20 Jahren bestritt der mittlerweile 42-Jährige sein erstes Formel-1-Rennen. "Eine immense Zeit", meinte Schumacher vor dem Start ins zwölfte GP-Wochenende der Saison.

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo dankte deshalb Michael Schumacher im Namen aller Ferrari-Mitarbeiter für seine Verdienste.

"Einen großen Teil seiner 20 Jahre in der Formel 1 hat er bei uns verbracht", betonte Montezemolo auf der Homepage des Traditions-Rennstalls, für den Schumacher von 1996 bis 2006 gefahren war und fünf WM-Titel (2000 - 2004) geholt hatte.

"Zusammen haben wir Ergebnisse erzielt, die schwer zu wiederholen sein werden", bekräftigte Montezemolo die Ausnahmestellung des 42-Jährigen und dankte ihm für "alles, was er für uns getan hat und ich schicke ihm all unsere besten Wünschen zu seinem 20-Jährigen im größten Sport der Welt."

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