Hembery schießt zurück

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Pirelli-Motorsportchef schießt im Reifen-Streit zurück

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Mit ihrer Dauerkritik an den Formel-1-Reifen drohen Red Bull und Mercedes in der Sackgasse zu landen.

Der Weltverband (FIA) soll in Gesprächen mit Hersteller Pirelli bereits klar gemacht haben, dass fundamentale Änderungen an den hochsensiblen Pneus nicht infrage kommen.

Und nun giftete auch noch Pirellis Motorsportchef Paul Hembery zurück. "Diese Saison ist nicht großartig anders als die beiden davor, besonders was die Zahl der Boxenstopps angeht. Was sich geändert hat, ist, dass gewisse Leute die Medien dazu benutzen, um einen individuellen Vorteil für sich herbeizumanipulieren", sagte er der "Bild am Sonntag".

Horner: "Es ist ein bisschen wie Schach"

Hembery nannte keine Namen, öffentliche Schelte an den Gummiwalzen kommt aber in vorderster Linie vom Weltmeister-Team Red Bull und Mercedes. Titelverteidiger Sebastian Vettel bezeichnete die überarbeitete, neue harte Gummimischung zuletzt als einen "Griff ins Klo".

Teamchef Christian Horner hatte nach Vettels viertem Platz in Spanien geätzt: "Es ist im Moment ein bisschen wie Schach. Und Schach ist nicht unbedingt so ein toller Zuschauersport."

Vor zwei Jahren hatte sein Schützling allerdings ebenfalls mit vier Boxenstopps den Großen Preis auf dem Circuit de Catalunya gewonnen - damals gab es keine Kritik.

Hembery kontert Kritikern

In diesem Jahr wird es aber einfach nicht ruhig um die Reifen, die Hersteller Pirelli allesamt eine Nummer softer gemacht hat. Neben Red Bull befeuert vor allem Niki Lauda, Teamaufsichtsrat von Qualifikations-"Weltmeister" Mercedes, die Diskussion. "Absurd" und als einen "Witz für die Zuschauer", bezeichnete er die Reifensituation.

"Leute, die kritisieren, kommen in die Schlagzeilen. Doch wir sind auch von sehr vielen Leuten kontaktiert worden, die sich genau über so ein Verhalten beschweren und die uns bitten, bloß nicht einem solchen Druck oder den Wünschen von Teams nachzugeben", konterte Hembery - ohne namentlichen Bezug.

Neuerungen wohl nur gering

In Gesprächen mit dem Internationalen Automobilverband soll dieser wiederum schon klargemacht haben, nur geringe Neuerungen zuzulassen. Die von Pirelli geplanten Nachbesserungen zur Verringerung der Zahl der Boxenstopps soll die FIA demnach für unzulässig erklärt haben, berichtete "autosport.com".

Die zunächst angenommenen größeren Veränderungen ab dem übernächsten Rennen sieht manch einer der Konkurrenten ohnehin als Affront gegen sein Team. "Heute muss man sich ja fast schämen, wenn man eine Strategie ausgewählt hat, um wie immer das Beste aus dem Paket, das man zur Verfügung hat, rauszuholen", schrieb Ferrari auf seiner Homepage.

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