Red Bull und Ferrari sprengen Teamvereinigung FOTA

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Die Formel-1-Teamvereinigung (FOTA) bricht auseinander.

Ferrari und der Weltmeister-Rennstall Red Bull haben wegen des Streits um die Kostenbremse ihren Ausstieg aus der FOTA erklärt.

Ferrari, dessen Präsident Luca di Montezemolo selbst einige Zeit FOTA-Chef war, bestätigte den Entschluss am Freitag via Internet.

Über das Ende der Mitarbeit von Red Bull in der FOTA berichtete "autosport.com".

Mit dem schweren Zerwürfnis haben die gemeinsamen Zukunftsplanungen der Teams einen heftigen Rückschlag erlitten. Nun droht ein erneutes finanzielles Wettrüsten.

Ferrari will mehr Testtage

"Es war eine schwere Entscheidung", hieß es in der Ferrari-Mitteilung. "Die Formel 1, wie der Rest der Welt, macht gerade eine schwere Zeit durch", schrieb die Scuderia.

Ferrari sicherte zwar die weitere Mithilfe bei der Ausarbeitung der Sparpläne zu. Der Autobauer stellte aber auch klar, dass man in der Königsklasse dahin zurückkehren müsse, wieder ein Testfeld für fortschrittliche Technologien zu sein.

Die Anzahl der Testtage müsse ebenfalls wieder erhöht werden, mahnte Ferrari. Diese Forderungen dürften mit Kosteneinsparungen eher schwer zu vereinbaren sein.

Keine Einigung in Brasilien

Die Teams hatten sich am vergangenen Wochenende beim Großen Preis von Brasilien nicht über die weiteren Inhalte des sogenannten Ressource Restriction Agreement einigen können.

"Ich denke, dass ein RRA wichtig ist für die Formel 1 und ich denke, dass sich darin alle Teams einig sind", hatte Red-Bull-Teamchef Christian Horner nach einem ergebnislosen Treffen in Sao Paulo gesagt.

Es sei noch nicht ganz klar, wie dies mit den verschiedenen Geschäftsmodellen vereinbar sei.

Sitzung der vier Top-Teams

Daraufhin hieß es, die vier Top-Teams Red Bull, Ferrari, McLaren und Mercedes wollten sich noch vor der Sitzung des Motorsport-Weltrats am 7. Dezember in Indien zusammensetzen und einen Konsens finden.

Denn es geht um die Zukunft der Formel 1.

Zerstrittene Teams würden Geschäftsführer Bernie Ecclestone bei den Verhandlungen um einen neuen Grundlagenvertrag, der unter anderem die Verteilung der Einnahmen regelt, in die Karten spielen.

205 Millionen Euro für zwei Titel

Immer wieder wurde von der Konkurrenz spekuliert, dass vor allem Red Bull sich den Erfolg und die Vorherrschaft einiges kosten lässt.

205 Millionen Euro investierte das Privatteam des österreichischen Milliardärs Dietrich Mateschitz in diesem Jahr - und wurde mit zwei Titeln wieder reich belohnt.

In einem High-Tech-Sport, in dem technische Innovation das A und O ist, verwundert die Kosten-Nutzung-Rechnung eigentlich auch nicht.

Verwirrung um Horner-Unterschrift

Die Formel 1 will zum Erhalt der Serie aber ein erneutes Wettrüsten wie zu früheren Zeiten, als 300 bis 400 Millionen Euro verpulvert wurden, nicht mehr zulassen.

Mehr als die Hälfte der Teams muss ohnehin um jeden Euro fürs Budget kämpfen. Im Falle von Red Bull und dem RRA kommt hinzu, dass es Irritationen um eine Horner-Unterschrift aus dem vergangenen Jahr in Singapur gibt.

Dort war ein RRA verabschiedet worden, das bis 2017 gültig sein soll. Red Bull machte aber einen Rückzieher, Horner sei nicht zeichnungsberechtigt gewesen.

"Es ist schon lustig, wenn du anfängst zu gewinnen, bist du sehr populär, aber wenn du immer wieder gewinnst, wirst du sehr unpopulär", sagte Horner beim Saisonfinale in Brasilien.

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