Räikkönen: Krönt er seine Comeback-Saison?

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Der "Iceman" hat wieder Blut geleckt.

Rang zwei beim Ungarn-GP beflügelte Kimi Räikkönen rechtzeitig vor der Sommerpause und machte den Finnen so richtig hungrig.

"Ich nehme den zweiten Platz mit, aber solange wir nicht gewinnen, sind wir ganz sicher nicht zufrieden", gab sich der 32-Jährige nach dem Rennen angriffslustig.

Eine tolle Comeback-Saison

"Immerhin sind wir regelmäßig vorn dabei und bringen uns damit in eine gute Position - sowohl für die Weltmeisterschaft, als auch für Siege", so Räikkönen, der in der Fahrer-WM auf Rang fünf liegt, weiter.

Die Bilanz seiner Comeback-Saison kann sich sehen lassen: Immer im Ziel (neun von elf Mal davon weiter vorne, als er gestartet war),  zehn Mal in den Punkterängen, fünf Mal am Podest und gerade einmal sechs Punkte weniger auf dem Konto als Doppel-Titelverteidiger Sebastian Vettel.

In der Fahrer-WM ist Rang zwei in Reichweite - ebenso wie für Lotus der zweite Platz bei den Konstrukteuren.

"Lewis das Leben schwer gemacht"

Teamchef Eric Boullier hat für seinen weltmeisterlichen Schützling nur Lob übrig: "Kimi hat 15 Runden lang wirklich absolut gebrannt und Lewis das Leben schwer gemacht. Er gibt immer alles, macht nie eine Pause und gibt nie auf."

Räikkönen musste sich am Ende aber zum bereits dritten Mal in dieser Saison mit Platz zwei begnügen. Auch wenn er so knapp wie in Ungarn heuer noch nie am Sieg dran war.

In Bahrain fehlten 3,33 Sekunden auf Vettel, in Valencia 6,42 auf Alonso. Am Hungaroring war es nur etwas mehr als eine Sekunde.

Im Qualifying noch Luft nach oben

Boullier zieht dennoch eine zufriedene Zwischenbilanz vor der einmonatigen Sommerpause: "Für die restliche Saison sieht es vielversprechend aus. Der erste Sieg muss bald kommen. Wir müssen einen Weg finden, ein besseres Qualifying zu fahren."

Tatsächlich ist das Qualifying bislang die Achillesferse des Finnen.

Zweimal Startplatz vier (in Shanghai und Barcelona) waren bislang das Höchste der Gefühle. Mit einem Plus von 32 Plätzen im Vergleich Startplatz/Endrang weist Räikkönen aber die drittbeste Bilanz aller Piloten auf (hinter Sergio Perez/+56 und Jean-Eric Vergne/+41).

Gerüchte über Ferrari-Wechsel

Am letzten GP-Wochenende vor der Sommerpause kamen Gerüchte auf, wonach der Finne bei seinem Ex-Team Ferrari ein Thema sein soll.

Ausgerechnet bei der Scuderia, die ihm 2010 einen "Golden Handshake" verpasste und einen zweistelligen Millionenbetrag auf das Konto des Finnen überwies, nur damit Fernando Alonso sein Cockpit übernehmen konnte - einige Experten wollen nicht so recht an einen neuerlichen Versuch Räikkönens bei Ferrari glauben.

Endgültige Krönung in Spa?

Was an den Spekulationen dran ist, könnte sich schon in den nächsten vier Wochen lichten. Bei der aktuellen Performance des Lotus-Boliden ist eine Vertragsverlängerung Räikkönens aber wahrscheinlich. Erst recht, wenn es im Herbst mit dem 19. Sieg des Finnen klappen sollte.

Am 2. September steht der Belgien-GP in Spa-Francorchamps auf dem Programm. Dort hat Räikkönen mit vier Erfolgen so viele Siege auf dem Konto wie auf keiner anderen Strecke der Welt. 2009 feierte er dort auch seinen bislang letzten Triumph.

Michael Höller

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