Iceman: "Tun nichts anderes als beim letzten Rennen"

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Teil zwei der Formel-1-Weltmeisterschaft 2013 geht am Sonntag (9.00 Uhr MEZ) in Malaysia in Szene.

Der Sepang International Circuit vor den Toren Kuala Lumpurs ist Schauplatz des zweiten von 19 Saisonrennen.

Als erster WM-Führender kommt dank seines Zweistopp-Husarenstücks von Melbourne Kimi Räikkönen zum Hitzerennen im Dschungel von Sepang.

"Kein spezielles Ziel"

Und der Finne kann auf der Strecke, auf der er vor zehn Jahren sein erstes Formel-1-Rennen überhaupt gewonnen hat, Geschichte schreiben.

Nach seinem 20. GP-Sieg liegt der "Reifenflüsterer" aus Espoo gleichauf mit Landsmann Mika Häkkinen und kann sich ab sofort zum erfolgreichsten finnischen Formel-1-Fahrer machen.

Aber auch das war für den Schweiger ebenso "business as usual" wie seine WM-Führung für Lotus. "Es gibt kein spezielles Ziel. Dass wir in der WM führen, hat keine Auswirkung auf das, was wir hier machen. Wir tun nichts anders als beim letzten Rennen oder im Jahr davor", wiegelte der "Iceman" ab.

"Ruhige Zeit" statt Siegesfeier

Noch am Abend seines Melbourne-Triumphes war Räikkönen nach Malaysia geflogen statt wie Fernando Alonso "down under" zu feiern und hatte dort nach eigenen Aussagen eine "ruhige Zeit" verbracht.

Weltmeister Sebastian Vettel wiederum war bis Mittwoch in Australien geblieben.

Vettel-Kritik von Villeneuve

Das "Selamat Datang" ("Willkommen") fiel für den Triple-Champ in Malaysia allerdings etwas gedämpft aus. Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve hatte zuletzt einen Formel-1-Rundumschlag in deutschen Medien gemacht und dabei auch Vettel ins Visier genommen.

Der Kanadier unterstellte dabei dem Dreifach-Champion, unter Druck Fehler und seine Nerven nicht im Griff zu haben.

Fernando Alonso und Lewis Hamilton würde immer kämpfen, egal auf welchem Platz sie gerade liegen. "Die fahren sich immer gleich die Eier aus der Hose. Diesen Eindruck vermittelt mir Vettel nicht", sagte der Kanadier u.a. in der "Auto Bild Motorsport".

Starker Tobak eines 42-jährigen Ex-Fahrers, der jahrelang vergeblich um die Rückkehr in die Formel 1 gekämpft hat. Und der daher mittlerweile die beachtliche Heerschar ehemaliger Rennfahrer verstärkt, die sich in der Formel 1 als TV- oder sonstige Experten an die Medienfront verlagert haben.

"Herbe Enttäuschung"

Vettel kann es egal sein, denn womöglich findet er sich künftig ohnehin nicht mehr ganz so häufig auf der Pole wieder wie bisher.

Red Bulls Motorsport-Direktor Helmut Marko hatte nach Pole und Platz drei in Melbourne unumwunden von einer "herben Enttäuschung" und einer "Fehleinschätzung" gesprochen.

Nicht nur Sieger Räikkönen, sondern phasenweise auch Adrian Sutil im Force India seien im Rennen außer Reichweite gewesen, erklärte Marko im Haussender Servus TV.

"Eine Runde ist nicht das ganze Leben"

Auch bei Red Bull wird daher nachfokussiert. "Wir sind im Rennen nie auf den Speed des Trainings gekommen. Wir waren Meilen davon entfernt, die Zeiten von (Fernando) Alonso oder Räikkönen zu fahren. Also müssen wir berücksichtigen, dass die eine Runde nicht das ganze Leben ist", bezog sich Marko auf das Samstag-Qualifying, das Red Bull in den vergangenen Jahren dominiert hat.

Künftig sollen die RB9 von Vettel und Mark Webber an GP-Wochenenden offenbar etwas "breiter" aufgestellt werden.

Für Vettel sind Poles freilich enorm wichtig. Von seinen 26 Siegen hat er nur zwei nicht von der besten Startposition aus gewonnen. "Es ist schwer, den richtigen Kompromiss zufinden, weil man im Qualifying natürlich immer so weit wie möglich nach vorne kommen will. Das wird immer das Ziel sein", sagte der 25-Jährige in Sepang.

Vettel hat "vieles gelernt"

Der Reifen-Poker wird vermutlich auch in Malaysia rennentscheidend. "Wir haben vieles gelernt, vieles verstehen wir aber noch immer nicht", gab Vettel zu.

Wunder dürfe man daher keine erwarten. Verbesserungen schon. Das hatte Vettels österreichisches Weltmeister-Team mit der erfolgreichen Aufholjagd im Vorjahr eindrucksvoll beweisen.

Vettel: "Die Saison ist sehr lange. Am Ende kannst du nie die Reifen alleine für alles verantwortlich machen."

Alonso mit besten Erinnerungen

Das muss auch Alonso so sehen. Der Spanier war 2012 nach einer reifenbedingt turbulenten ersten Saisonhälfte dem Feld schon weit enteilt, ehe er den Titel erneut im letzten Rennen an Vettel verlor.

Zumindest hat der Asturier beste Erinnerungen an das Vorjahresrennen in Malaysia. Der Spanier gewann am Äquator das chaotische Regenrennen vor Sauber-Sensationsmann Sergio Perez und feierte damals seinen bereits dritten Sieg auf der malaysischen Extremstrecke. Alonso nimmt am Sonntag an seinem 200. GP teil und ist überzeugt, dass auch bei der diesjährigen (Hitze-) Schlacht über 56 Runden Regen ein großer Ferrari-Freund wäre.

Auch Marko stuft Ferrari extrem stark ein. "Felipe Massa ist im Gegensatz zum Vorjahr auf dem Level von Alonso. Damit wird Ferrari in der Konstrukteurs-WM sicher unser stärkster Gegner sein", ist der Steirer überzeugt.

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