Denkwürdigkeiten

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Das große Formel-1-Comeback in Österreich ist Geschichte. Es wird bestimmt vielen Menschen in Erinnerung bleiben.

Fans, Fahrer, Promis und Legenden – sie alle übertrafen sich am Wochenende gegenseitig mit Lob. Das Projekt Spielberg, es hat seinen Auftrag erfüllt.

Innerhalb eines knappen Jahres hat man dank des nötigen Kleingeldes von Dietrich Mateschitz – kolportiert werden Gesamtkosten von über 200 Millionen Euro – eine der Königsklasse würdige Wunderwelt des Motorsports aus dem Boden gestampft.

Zuckersüße Kitsch-Glasur

Wie von Red Bull gewohnt, überließ man nichts dem Zufall. Tradition, Charme, Professionalität und eine zuckersüße Glasur Kitsch machen die Rückkehr des Alpen-Grand-Prix aus. Egal, ob als Medienvertreter, Fahrer oder Zuschauer – dem gelebten Patriotismus in rot-weiß-rot konnte man nicht entkommen.

Das ist in dieser Intensität bestimmt nicht jedermanns Sache, fand aber durch die Reihen Anklang. Fahrer präsentierten ihre ihnen geschenkten Lederhosen, TV-Moderatorinnen aus dem In- und Ausland zeigten sich im Dirndl und auf den Rängen wurden mit Begeisterung die Landesfarben geschwenkt.

Der Dank der Zuschauer gilt allein Mateschitz. Auf für Außenstehende auf den ersten Blick befremdlich wirkende Art und Weise wird dem „Didi“ gehuldigt. T-Shirts, Plakate, bemalte Heuballen – oder sogar Werbeeinblendungen am Ende des Rennens sind dem Chef des Ringes gewidmet.

Horner: "Ein Beispiel für alle Veranstalter"

Der Gründer der aktuell 92. wertvollsten Marke der Welt bietet seinen Verehrern dafür aber nicht nur ein Wochenende lang F1-Party, sondern 400 fixe Arbeitsplätze und Geld zur Verschönerung der eigenen vier Wände. Und das in einer Region, die sonst nicht zu den touristischen Highlights des Landes zählt.

Nicht zuletzt gab es von den Piloten und Teamverantwortlichen ehrliche Begeisterung zu vernehmen. „In meiner Formel-1-Karriere habe ich so etwas noch nie gesehen“, verriet Force-India-Pilot Nico Hülkenberg, dem - ebenso wie seinen Kollegen - bereits am Donnerstag beim Pit-Lane-Walk tausende Fans zujubelten.

Treffend brachte es auch Red-Bull-Racing-Teamchef Christian Horner auf den Punkt: „Das war ein tolles Beispiel für alle Veranstalter, was man an einem Rennwochenende alles machen kann. Hier war echte Festivals- und Karnevalsatmosphäre, alle fünf Minuten wurde irgendwo etwas anderes geboten.“

Fans wollen mehr Legenden-Rennen

Am höchsten schlugen die Motorsportherzen am Sonntag schon eine Stunde vor Rennbeginn.

Es lässt sich zwar darüber streiten, ob alle Teilnehmer am sogenannten „Legendenrennen“ als solche bezeichnet werden sollten, der Showrun mit den alten Boliden von Lauda, Berger und Co. stellte sich – in Zeiten der nicht leiser werdenden Kritik am aktuellen Reglement - als Volltreffer für alle Beteiligten heraus.

Die Fans wollen mehr davon. Es wäre nicht zum ersten Mal, dass Red Bull in der Formel 1 Maßstäbe gesetzt hat.

Das hat man auch in punkto Infrastruktur vor Ort getan. Der voest alpine wing ist nicht nur das Portal zum Ring, sondern bot den rund 550 Medienvertretern optimale Arbeitsbedingungen, die selbst den erfahrenen Jean Todt beeindruckten.

„Very impressive, very impressive!“, war zu vernehmen, als am Sonntag eine FIA-Delegation durch das Media Center schlenderte.

Jetzt fehlt nur noch Red Bull Racing das sportliche Comeback in der Formel 1. Aber das ist eine andere Geschichte.

 

Aus Spielberg berichtet Andreas Terler

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