Zukunftspoker um den "Iceman"

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Räikkönen will Zukunft noch nicht entscheiden

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Still und leise, wie es eben seine Art ist, hat sich Kimi Räikkönen in der Formel-1-WM immer mehr zum Geheimfavoriten gemausert.

Nach drei zweiten Plätzen in Serie liegt der 33-jährige Finne als erster Verfolger nur noch vier Punkte hinter Spitzenreiter Sebastian Vettel. Mit einem Sieg beim Klassiker in zwei Wochen in Monaco würde Räikkönen die WM-Führung übernehmen.

Der "Iceman" will seinen jüngsten Lauf nicht überbewerten, war er mit Platz zwei am Wochenende in Montmelo bei Barcelona doch nicht einmal zufrieden.

Kimi: "Enttäuschend, Zweiter zu werden"

"Wir sind nur hier, um zu gewinnen. Wir sind nicht glücklich, wenn wir nicht gewinnen", betonte der Weltmeister von 2007. "Es ist enttäuschend, Zweiter zu werden, aber manchmal muss man das nehmen, was man bekommt." Gute Punkte für die WM.

Räikkönens Trumpf ist nicht nur sein reifenschonender Lotus, sondern auch seine Konstanz. Seit seinem Comeback nach zweijähriger Auszeit vor 14 Monaten ist er nicht ein einziges Mal ausgefallen.

Zuletzt landete der Routinier 22-mal in Folge in den Punkterängen. Räikkönen: "Man muss die schlechten Tage minimieren, dann hat man am Ende gute Chancen, um die WM zu kämpfen."

Enger Budgetrahmen bei Lotus

Bereits im Comeback-Jahr hatte es zum dritten Endrang in der Fahrerwertung gereicht. Dennoch spricht die Formel 1 auch in dieser Saison bereits vom großen Zweikampf zwischen Weltmeister Sebastian Vettel (Red Bull) und Spanien-Sieger Fernando Alonso (Ferrari).

"Lotus hat nicht die volle finanzielle Kraft, in allen Entwicklungsstufen mitzugehen", begründete etwa Ex-Pilot Gerhard Berger.

Tatsächlich gefährdet der enge Budgetrahmen auch Räikkönens Zukunft beim Nachfolge-Rennstall von Renault. Der Finne soll zwar über ein vergleichsweise geringes Fixgehalt von lediglich drei Millionen Euro verfügen, dazu aber eine satte Punkteprämie kassieren.

Sein Vertrag läuft mit Saisonende aus - und Räikkönen ist längst wieder einer der begehrtesten Fahrer der Formel 1.

Red Bull Racing will Räikkönen

Lotus baut auf die Loyalität des Finnen und trotz des Abgangs von Technikchef James Allison auf die eigene Performance. "Solange wir ihm ein konkurrenzfähiges Auto geben, wird er bei uns bleiben", versicherte Teambesitzer Gerard Lopez.

Auch die Red-Bull-Führung hat zuletzt Interesse an Räikkönen durchklingen lassen. Die größten Chancen auf die Nachfolge des Australiers Mark Webber werden aber immer noch dessen Landsmann Daniel Ricciardo (Toro Rosso) eingeräumt.

Räikkönen selbst macht sich über seine Zukunft noch keine großen Gedanken. "Ich habe keine Eile", betonte der 20-fache GP-Sieger. Wenn er keine Lust mehr verspüre, könne er der Formel 1 auch wieder den Rücken kehren, gab er in Montmelo zu bedenken.

Ob er einen Zeithorizont für seine Entscheidung nennen könne? "Spätestens nächstes Jahr wisst ihr Bescheid." Der "Iceman" ist offensichtlich bereit, lange um einen neuen Vertrag zu pokern. Als Weltmeister würde sich sein Marktwert erheblich erhöhen.

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