Wolff: "Übernehme die Gesamtverantwortung"

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Die Personal-Umstrukturierungen beim Mercedes-Formel-1-Team gehen weiter.

So wird der neue Motorsportdirektor Toto Wolff aus Österreich bei Mercedes GP ab April auch das Tätigkeitsfeld des englischen Geschäftsführers (CEO) Nicholas "Nick" Fry übernehmen und trägt damit nun auch formal die Gesamtverantwortung.

Der 56-jährige Fry wird dem Team aber bis mindestens Ende 2014 als Berater erhalten bleiben.

Mit zwei Österreichern an die Spitze

Der 41-jährige Wolff ist seit diesem Jahr Motorsportchef beim Formel-1-Team Mercedes und wie sein Landsmann und Aufsichtsratsvorsitzender Niki Lauda (10 Prozent) auch Mitgesellschafter (30 Prozent).

Beide Österreicher sollen das in drei Jahren nicht sehr erfolgreiche Mercedes-Team (nur ein Sieg) endlich an die Spitze führen.

Wolff wird sich nach dem am Freitag verkündeten Formalakt nun verstärkt auch um die kommerziellen Angelegenheiten des Teams kümmern. Ursprünglich wollte sich der Wiener mit weiteren Umstrukturierungen länger Zeit lassen.

Strukuriertere Rolle

"Nick war als CEO verantwortlich für das Gesamtunternehmen. In meiner neuen Rolle als Mitgesellschafter übernehme ich die Gesamtverantwortung", bestätigte Wolff in Sepang persönlich gegenüber der APA.

"Das ist eine Rolle, die ich ohnehin von Anfang an innehatte", erklärte der Wiener. "Jetzt ist sie halt strukturierter."

Fry bleibt

Fry ist seit 2002 bei dem Team, das nach Jahren als BAR, Honda und Brawn-GP von Mercedes gekauft worden ist. Dass der Brite trotz der Entmachtung bleibt, liegt auf der Hand.

Der Manager und Intimus von Teamchef Ross Brawn - gemeinsam wurde man sogar Weltmeister - könnte sonst bei anderen Teams andocken bzw. seine Kontakte für Sponsorentransfers nützen.

Fry soll aber auch sehr gute Kontakte in den englischen Fußball haben. Wolff formulierte den Verbleib von Fry so: "Nick ist seit elf Jahren in der Formel 1 und jemanden mit so viel Know-how und Erfahrung hat man gerne dabei."

Personalrochade

Vor sechs Monaten war mit dem Engagement von Ex-Weltmeister Lewis Hamilton die Personalrochade beim kriselnden Mercedes-Team losgegangen. Ein Engagement, das auch Formel-1-Boss Bernie Ecclestone höchstpersönlich angeschoben hatte. Damit war auch das Ende von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher als Silberpfeil-Pilot besiegelt gewesen.

Dann kam Lauda, am Jahresbeginn statt Norbert Haug als neuer Motorsportchef auch Wolff, der bis zuletzt als Teilhaber des Williams-Teams bereits eine wichtige Rolle in der Formel 1 gespielt hatte.

Vermutungen, wonach bei Mercedes auch die Tage von Teamchef Brawn gezählt sind, tauchen immer wieder auf. Mit dem bei McLaren auf Eis gelegten Paddy Lowe steht zudem offensichtlich ein erfahrener Technikdirektor bei Mercedes ante portas.

Claire Williams als  F1-Teamchefin?

Wolffs Hinwendung zu Mercedes hat beim Traditions-Team Williams eine Lücke gerissen und könnte dafür sorgen, dass es neben der Österreicherin Monisha Kaltenborn (Sauber) schon demnächst eine zweite weibliche Formel-1-Teamchefin gibt. Claire Williams, Tochter von Sir Frank Williams sowie der kürzlich verstorbenen Ginny Williams, soll den Posten offiziell übernehmen.

Die Williams-Familie war wegen des Todes von Lady Virginia nicht zum Saisonauftakt nach Australien gekommen. Technikchef Mike Coughlan hat nur so lange übernommen, "bis Claire zurück ist".

Die 36-Jährige, derzeit Williams-Marketingchefin, hatte im Vorjahr ihren 70-jährigen, querschnittgelähmten Vater schon im Team-Vorstand abgelöst. Entwicklungsfahrerin bei Williams ist Wolffs Ehefrau Susie.

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