Mercedes hat nur einen Gegner

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Montreal wie gemacht für nächsten Mercedes-Triumph

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Wo, wenn nicht in Montreal?

Beim Kanada-Grand-Prix am kommenden Sonntag kann sich Mercedes wohl nur selbst schlagen.

Die Power-Strecke auf der Ile de Notre Dame ist maßgeschneidert für die bärenstarken Silberpfeile, Kapitel sieben im WM-Kampf zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton wird ab 20.00 Uhr MESZ aufgeschlagen.

Der nächste Doppelsieg zeichnet sich ab.

Denn kaum eine Strecke liegt den Mercedes so wie der Circuit Jacques Villeneuve. Zwar gilt auch Montreal als Stadtrennen, der 4.361 Meter lange Stop-and-Go-Kurs fordert aber vor allem eines, nämlich Leistung.

Sieg in Montreal wäre historisch

Top-Speed - Mercedes erwartet dank der neuen Hybrid-Turbo-Antriebe 340 bis 350 km/h auf den langen Vollgaspassagen - sowie extrem hartes Bremsen sind hier die Parameter. Überholen ist im Gegensatz zu Monaco sehr gut möglich, vor allem in den beiden DRS-Zonen.

80 Jahre nach der Geburt der legendären Silberpfeile im Jahr 1934 kann Mercedes wieder Geschichte schreiben. Man hat die ersten sechs Saisonrennen gewonnen und nur das erste wegen des Ausfalls von Lewis Hamilton in Australien nicht als Doppelsieg abgefeiert.

Rosberg führt nach einem WM-Drittel der 19 Läufe umfassenden WM 2014 mit 122 Punkten und vier Zählern Vorsprung auf seinen Teamkollegen Hamilton (118) sowie überlegen vor dem von Ferrari-Star Fernando Alonso (61) angeführten Rest.

Hamilton vs. Rosberg - alles wieder gut?

Die aufgestaute Rivalität zwischen den beiden Mercedes-Fahrern brachte zuletzt etwas Salz in die Suppe. Rosberg hat das erste und sechste Rennen gewonnen, Hamilton dazwischen vier Mal in Folge gesiegt.

Nach Kanada flogen beide hoch motiviert und bereit für das nächste Scharmützel. Hamilton hat hier 2007 seinen ersten GP-Sieg gefeiert, Rosberg kommt mit dem Rückenwind des Monaco-Sieges nach Montreal.

Die an der Riviera aufgebrochene Fehde wurde zumindest nach außen hin schnell wieder gekittet. Ex-Weltmeister Niki Lauda nahm seine "Aufsichtspflicht" sehr genau.

Die beiden Monaco-Nachbarn sind angeblich wieder Kumpels, wie Hamilton vor Kanada per Twitter versicherte.

Motorsportchef Toto Wolff kann die Emotionen seiner beiden Alphatiere jedoch nachvollziehen. "Beide haben die Chance, Weltmeister zu werden. Und für jeden ist jeweils der Teamkollege der einzige Gegner."

Glühende Bremsen garantiert

Wie zuletzt werden aber auch in Kanada die Weichen schon vor dem Rennen gestellt.

Rosberg und Hamilton werden vom ersten Training weg um die Führungsrolle kämpfen, denn der Leader hat bei Mercedes einige Vorteile auch im Rennen. Lauda versicherte aber, dass man beide Piloten weiterhin frei gegeneinander fahren lasse.

Zwei Wochen nach Monaco und zwei vor dem Österreich-Comeback kommt bei der Stippvisite in Ostkanada auf die Formel-1-Fans ein einzigartiges Rennen zu. Während 13 Prozent stehen die Fahrer pro Runde auf den meist glühenden Bremsen.

Die haarigste Passage ist die abschließende Schikane vor Start und Ziel. Wer die vermasselt, macht oft Bekanntschaft mit der berühmten "Wall of Champions".

Wolff gibt sich zurückhaltend

Bei Mercedes steht man derzeit auch verbal nur zart auf der Bremse. "Das Team hat mittlerweile ein sehr hohes Niveau erreicht", freut sich Wolff auf Kanada.

"Eine echte Powerstrecke und wir haben einen sehr starken Motor im Heck", hofft der gebürtige Wiener auf ein weiteres 1-2-Finish. "Wir müssen aber den Ball flach halten", zügelte sich Wolff selbst. "Wir besitzen ja keine Kristallkugel und wurden in der Vergangenheit von solchen Gedanken schon kalt erwischt."

Den Mercedes-Konkurrenten ist bewusst, dass in Kanada wohl nur bei technischen Problemen der "Silbernen" etwas zu erben sein wird.

Renault unter Druck, "gute Stimmung" bei Ferrari

Den Red-Bull-Autos liegt die schnelle Strecke nicht, zudem kämpft Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel immer noch mit den Tücken des Turbo-RB10. Sein neuer Teamkollege Daniel Ricciardo hat derzeit die Führungsrolle an sich gerissen.

Die vielen Defekte am Vettel-Auto haben zudem auch wieder zu Kritik an Renault geführt. In Kanada, spätestens in Österreich muss sich der Motorenpartner des austro-englischen Teams laut eigenen Vorgaben beweisen.

Und während McLaren nach wie vor ein Schattendasein führt, herrscht bei Ferrari wenigstens zarte Aufbruchstimmung.

Alonso, der nach seinem Besuch bei der MotoGP in Mugello auch noch in Maranello vorbeischaute, berichtete von einer "guten Stimmung" in der Fabrik.

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