Wolff: "Sie pushen sich gegenseitig"

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Zuerst schnappte er sich im Fahrerlager Lewis Hamilton, dann auch noch "Pole"-Mann Nico Rosberg für ein kurzes Gespräch.

Niki Lauda ist bei Mercedes eine Integrationsfigur. Als dreifachen Weltmeister schätzen die Piloten die Meinung ihres Aufsichtsratsvorsitzenden. Für ein möglichst langes Überleben der Reifen müssen die beiden am Sonntag (14.00 Uhr) aber schon selbst sorgen.

Rosberg und Hamilton gehen aus der ersten Startreihe in den Grand Prix von Spanien. Nicht nur für Lauda sind sie das derzeit stärkste Fahrerduo der Formel 1. "Es ist das beste Team, das man haben kann", betonte der Ex-Rennfahrer gegenüber der APA - Austria Presse Agentur. "Nico befruchtet Hamilton, er fordert ihn. Beide haben einen irren Speed und bringen das Auto ständig an die Grenze."

Harmonie und Respekt

Missgunst gibt es unter den lange befreundeten Piloten keine - auch wenn Rosberg zum zweiten Mal hintereinander von Platz eins startet. Nicht einmal eine Anwandlung von Stallorder in Malaysia konnte das ändern. Harmonie und Respekt werden großgeschrieben. "Das war auch die Überlegung, als wir Lewis geholt haben", erinnerte Lauda. "Ein neuer Fahrer, vor allem wenn er so stark ist, bringt viel Motivation."

Im Gegensatz zu den anderen drei Topteams Red Bull, Ferrari und Lotus gibt es im Fahrerduo von Mercedes kein Leistungsgefälle. "Das Qualifying war ein gutes Beispiel. Sie pushen sich gegenseitig und damit auch das Team", meinte Motorsportchef Toto Wolff. Sorgen, dass es in der ersten Kurve krachen könnte, macht man sich bei den Silberpfeilen nicht. Wolff: "Es sind beide intelligente Burschen - auf und neben der Strecke."

Rosberg: "Habe Lektion gelernt"

Rosberg und Hamilton kennen einander, seit sie zwölf Jahre alt und gegeneinander im Kart gefahren sind. Während der Deutsche im Qualifying zuletzt zweimal die Nase vorne hatte, hat der britische Neuzugang bereits deutlich mehr Punkte auf dem Konto - 50 gegenüber 14. Rosberg weiß, dass es seinem Ruf gut tut, dem als einen der besten Fahrer seiner Generation geltenden Hamilton Paroli bieten zu können. "Aber der Ruf bringt mir noch keine Punkte."

In Bahrain war Rosberg wegen des enorm starken Abbaus der Reifen am Wagen 04 (W04) von der Pole Position auf Endrang neun durchgereicht worden.

"Da habe ich ein paar Lektionen gelernt", versicherte der 27-Jährige. "Wir dürfen uns keine übermäßigen Schritte erwarten." Im Renntrimm hinken die Silberpfeile der Konkurrenz auch in ihrer neuen, noch glänzenderen Lackierung hinterher. "Unser Auto ist ein bisschen hart zu den Reifen, das wissen wir", gestand Wolff.

Schwerverdiener Rosberg und Hamilton

An dem Problem wurde in den vergangenen Wochen intensiv gearbeitet. Umso überraschender, dass Lauda in der Box mit Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche über eine überlegene Quali-Vorstellung jubeln durfte.

Damit sie das auch am Sonntag können, wird es einer Ausnahmeleistung des "stärksten Fahrerduos der Formel 1" (Teamchef Ross Brawn) bedürfen. Mit einem kolportierten Jahresverdienst von 20 (Hamilton) bzw. 11 Millionen Euro (Rosberg) ist es auch das teuerste.

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