Rosberg & Hamilton erhoffen durch "Funkstille" Vorteil

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Die neue Funkstille in der Formel 1 löst bei den Mercedes-Rivalen Nico Rosberg und Lewis Hamilton noch mehr Freude auf die finalen Duelle um den WM-Titel aus.

"Jetzt ist es pures Rennfahren und das ist gut", sagte Nico Rosberg bei einem Sponsorentermin in Singapur dem britischen Sender SkySports.

"Pures Rennfahren"

Der WM-Spitzenreiter betonte vor dem Nacht-Spektakel am Wochenende in dem Stadtstaat: "Wir sind nun auf uns allein gestellt, ich denke, das kann es noch um einiges interessanter machen."

Aber Hamilton spekuliert bereits mit einem Vorteil: "Ich hoffe es, ja", sagte der Brite. Bisher habe man praktisch alles sehen können. "Jeden Trick, den ich habe", meinte der vor dem sechstletzten Rennen mit 22 Punkten Rückstand auf Rosberg auf WM-Rang zwei lauernde Ex-Champion (2008) und Singapur-Sieger von 2009. "Es ist 'back to old school'", betonte Hamilton. Für Rosberg ist es wieder "pures Rennfahren".

"Allein und ohne Hilfe"

Genau das wollten die reformfreudigen Regelhüter des Internationalen Automobilverbandes (FIA) erreichen, als sie die Verboten- und Erlaubt-Liste im Sinne von Artikel 20.1 der Sport-Statuten ausarbeiteten.

Dort steht, dass ein Pilot den Wagen "allein und ohne Hilfe fahren muss". Dem zuletzt aufkommenden Eindruck ferngesteuerter Piloten soll nun Einhalt geboten werden.

Untersagt sind den Kommandoständen vor allem Angaben zum Verhalten der Wagen, dazu gehört auch das riskante Spiel mit dem Spritverbrauch. Detaillierte Informationen wie Sektorenzeiten der Konkurrenten dürfen einem Piloten ebenfalls nicht mehr - sei es via Boxenfunk oder auf anderem Wege - übermittelt werden. Insgesamt wurden 18 Punkte verboten, 14 erlaubt.

Radio Ga-Ga

Bevor die Regel präzisiert wurde, war bereits von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff und auch von Ferrari Kritik laut geworden. Wolff sprach von einer komplexen und kontroversen Entscheidung. Ferrari titelte in einem Beitrag auf der Homepage des Formel-1-Rennstalls: "Radio gu-gu, Radio ga-ga."

Auch Rosberg konstatierte eine "massive Veränderung", allerdings eine, die dem Deutschen Spaß bereitet. "Wir waren 100 Prozent Kommunikation gewöhnt, nun sind es nur noch 20 Prozent." Seiner Meinung nach sei es "definitiv eine gute Sache".

"Racing unplugged"

Rivale Hamilton räumte zwar ein, dass es in mancher Hinsicht nun schwerer sei. Es ist daher "wirklich wichtig, dass wir auf dergleichen Strategie unterwegs sind", betonte der ebenfalls 29 Jahre alte Brite vor dem Großen Preis von Singapur. Das sei nicht immer in diesem Jahr der Fall gewesen.

Prinzipiell aber steht auch Hamilton auf "Racing unplugged". Der sechsfache Saisonsieger fühlt sich auch ein bisschen in die alten und schon so oft von beiden Mercedes-Piloten bemühten und bisweilen (über)strapazierten Kart-Zeiten versetzt. "Damals gab es auch keine Daten."

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