Lauda spielt Vermittler zwischen Rosberg und Hamilton

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Nach Lewis Hamiltons Versöhnungsgruß via Twitter steht der Burgfrieden im Titel-Zweikampf mit Nico Rosberg umgehend auf dem Prüfstand. Schon in den kommenden Tagen wird sich beim siebenten Formel-1-Saisonrennen am kommenden Sonntag in Montreal zeigen, wie viel die öffentliche Geste des Briten an die Adresse seines Mercedes-Teamgefährten wert war.

"Weiterhin Freunde #keinProblem", hatte Hamilton nach fünf Tagen im Schmollwinkel getwittert und damit zumindest offiziell den Willen zur vorläufigen Entspannung im Duell mit WM-Spitzenreiter Rosberg signalisiert.

Prompt stellten sich britische Medien die Frage, ob Hamilton die Internet-Botschaft wirklich allein und aus eigenem Antrieb verfasst hat.

Lauda vermittelt

Nach dem Eklat beim Klassiker in Monaco schien der 29-Jährige noch unversöhnlich. In Monte Carlo hatte sich Hamilton von Rosberg ausgetrickst und von seinem Team benachteiligt gefühlt. Im Frust sagte er über seinen Stallgefährten: "Wir sind keine Freunde. Wir sind Kollegen."

Mehrere Tage vergingen offenbar ohne ein Wort zwischen den beiden Silberpfeil-Piloten, die in Monaco im selben Apartment-Hochhaus wohnen. Wie die "Mail on Sunday" berichtete, habe Team-Aufseher Niki Lauda schließlich am Freitag bei Hamilton interveniert.

"Ich habe mit Lewis gesprochen und er hat gesagt, er werde mit Nico reden", erklärte der Österreicher der Zeitung zufolge. "Ich kann ihnen versichern, alles ist voll unter Kontrolle. Alles ist wieder in Ordnung", beteuerte Lauda demnach.

Etwas ruhen lassen

Tatsächlich verkündete Hamilton einige Stunden später in der Internet-Botschaft an seine zwei Millionen Follower: "Wir sind seit einer langen Zeit Freunde&als Freunde hatten wir unsere Höhen&Tiefen".

Dazu stellte er ein sonniges Bild aus gemeinsamen Kart-Zeiten, das die beiden Rennfahrer als Teenager auf Einrädern zeigt.

Rosberg hatte schon vorher zu verstehen gegeben, dass er Hamiltons beleidigtes Verhalten bereits von früher kenne. "Dann lassen wir es etwas ruhen, setzen uns dann wie immer zusammen und reden drüber", erklärte der Deutsche sein Gegenmittel.

"Es ist ein Job und kein Urlaub"

"Fahrer können nie Freunde sein, weil sie sich auf der Strecke zu schlagen versuchen", hatte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff in dieser Woche betont. "Wenn es eng wird, dann kann es schon hitzig werden. Aber beide wissen, dass wir keinen Crash tolerieren werden", beschrieb Wolff die Position der Mercedes-Führung.

Dies war wohl auch eine Reaktion auf Hamiltons Drohung, sich ein Beispiel an Ikone Ayrton Senna nehmen zu wollen. Der Brasilianer hatte sich einst heftige Duelle mit dem Franzosen Alain Prost geliefert, beide fuhren sich dabei mehrfach gegenseitig ins Auto.

Noch gibt sich das Team zuversichtlich, einen ähnlichen Vorfall verhindern zu können. "Über ihre Beziehung wurde viel geredet, aber darin liegt nicht der Schlüssel für eine erfolgreiche Saison. Es ist ein Job und kein Urlaub", meinte Mercedes-Manager Wolff. Vier Punkte trennen Rosberg und Hamilton nach sechs Grand Prix in der Gesamtwertung. In Kanada starten beide erneut als klare Favoriten - und stehen mehr denn je unter Beobachtung.

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