Mit Whitmarsh und Risiko zurück in den Titelkampf

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Das enttäuschende Auftreten beim Heim-GP in Silverstone beschäftigt McLaren auch noch über eineinhalb Wochen nach dem 10. Juli.

Zum zentralen Angriffspunkt des Teams, das mit Lewis Hamilton auf Platz vier nur einen Fahrer ins Ziel gebracht hatte, entwickelte sich Teamchef Martin Whitmarsh.

Britische Medien spekulierten in den vergangenen Wochen mit einem vorgezogenen Abschied des 53-Jährigen, sollte der Traditions-Rennstall nicht bald auf die Erfolgsspur zurückfinden.

Neale stärkt Whitmarsh den Rücken

McLaren-Team-Geschäftsführer Jonathan Neale ergreift nun Partei für den obersten sportlichen Verantwortlichen und widerspricht den Medien-Berichten.

"Das ist einfach ein Teil des Medienzirkus' und der allgemeinen Erwartungshaltung. Wenn man bei seinem Heimrennen nicht sonderlich gut abschneidet, dann kann das Echo eben so ausfallen", nimmt Neale die Kritik auf "Motorsport Total" nicht allzu ernst.

Abschied ausgeschlossen

Ein vorzeitiger Abschied von Whitmarsh stünde beim Team aus dem englischen Woking keineswegs zur Debatte.

"Martin leistete bisher stets fantastische Arbeit für McLaren und die FOTA (Formula One Teams Association, Anm.). Martin ist ein Siegertyp und als solcher wird er an Bord bleiben. Wir brauchen auch keine Notlösung, falls es einen plötzlichen Abschied geben sollte. Wir wollen Martin, Lewis und Jenson langfristig bei uns haben", gibt der Geschäftsführer weiter zu Protokoll.

Alte Regel - neuer Konkurrenzkampf

Wichtiger als teaminterne Spekulationen ist für McLaren ohnehin der Kampf um den Weltmeister-Titel und die Rückkehr zur Konkurrenzfähigkeit.

Schließlich waren die Engländer bis zum Rennen von Silverstone die Einzigen, die es wirklich mit Red Bull aufnehmen und zudem beide Fahrer bereits aufs Siegespodest bringen konnten.

Dass das Zwischengas-Verbot beim GP von Großbritannien die Hausherren mehr schmerzte als etwa Red Bull oder Ferrari, ist eine offene Tatsache.

"Wir haben durch das Zwischengas-Verbot um die sieben Zehntel verloren, deshalb fielen wir weit zurück", beklagt Neale im "Motorsport Magazin".

Beim Deutschland-GP kehrt die Formel 1 nun wieder zu dem Diffusor-Reglement von Valencia zurück, was Hoffnung aufkommen lässt.

Mit mehr Risiko zum Erfolg

Trotz des klaren Rückstands von Lewis Hamilton auf Leader Vettel (95 Punkte) bzw. in der Konstrukteurswertung (110 Punkte auf Red Bull Racing) hat der britische Rennstall die WM noch längst nicht abgeschrieben.

Um Anschluss zu finden, soll in den verbleibenden Rennen das Risiko erhöht werden.

"Man kann in der Formel 1 nicht auf Sicherheit spielen. Es geht darum, Risiken zu nehmen und dabei die richtige Balance zu finden. Wenn man von hinten kommt, dann muss man hart arbeiten, speziell wenn es um die Weiterentwicklung des Autos geht. Auch in diesem Bereich muss man Risiken eingehen", so Neale weiter.

Aufgeben entspräche nicht der Team-Mentalität und so lange man mathematisch noch Chancen habe, wolle man kämpfen.

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