McLaren: Wechsel zu Honda?

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McLaren steht laut britischen Medien vor einer radikalen Entscheidung.

Wie die "Sun" berichtet, soll der britische Traditions-Rennstall eine Kündigung des Motoren-Vertrages mit Mercedes in Betracht ziehen.

Schon ab kommender Saison will man Triebwerke von Honda einsetzen - so die Informationen des britischen Blattes.

Ein jähes Ende?

"Keinesfalls wird McLaren Bezieher von Mercedes-Motoren bleiben", wird eine nicht näher genannte McLaren-Quelle zitiert.

Der Hintergrund: Ab 2013 müsste das Team erstmals für die Stuttgarter Aggregate bezahlen. Ein Umstand, der die Bilanz des Teams mit rund acht Millionen Pfund pro Jahr belasten würde.

Motoren auf Rechnung

McLaren fährt seit 1995 mit Mercedes-Power. Bis 2009 wurde der Rennstall als Semi-Werksteam der Stuttgarter geführt, Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hatte seinen Fixplatz am Kommandostand des Teams.

Seit 2010 unterhalten die Deutschen aber wieder ihren eigenen Rennstall. Dass McLaren seither kostenlose Motoren bezog, ist in alten Langzeit-Verträgen begründet.

Die nun drohende Millionen-Zahlung würde die angespannte Bilanz des Teams zusätzlich belasten. Hinzu kommt, dass das Verhältnis zwischen McLaren und Mercedes seit dem Wechsel von Lewis Hamilton ohnehin nicht mehr das beste ist.

Strategische Entscheidung?

Laut "Sun" tritt McLaren daher die Flucht nach vorne an und wechselt zu Honda. Allerdings gab es bislang keine Berichte, dass die Japaner ein Formel-1-Triebwerk entwickeln, geschweige denn, dass dieses schon für 2013 einsatzbereit sind.

Der Wechsel könnte aber strategischer Natur sein. 2014 erhält die Formel 1 ein neues Motoren-Reglement. Ferrari und Mercedes entwickeln dieses selbst, Red Bull ist maßgeblich an den Planungen von Renault beteiligt.

McLaren wäre das einzige Spitzenteam, dass nicht aktiv in die Vorbereitungen involviert wäre. Honda könnte hierbei der richtige Partner sein.

Erfolgsstory reloaded?

Die Japaner unterhielten von 2006 bis 2008 eines der teuersten F1-Werksteams aller Zeiten, das aufgrund ausbleibenden Erfolgs aber vor knapp vier Jahren eingestellt wurde. Seither gab es in dem Konzern keinerlei F1-Tätigkeiten mehr.

Als Motoren-Partner hat Honda aber eine beeindruckende Bilanz: Zwischen 1986 und 1991 gewann man zunächst zweimal mit Williams, dann vier Mal mit McLaren die Konstrukteurs-WM.

In dieser Zeit wurden 66 der 96 Grand Prix von Boliden mit Honda-Motoren gewonnen. Bei BAR (2000 bis 2005) konnte man an diese Erfolge allerdings nicht mehr anschließen.

Michael Höller

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