"Es ist nur alles ein wenig schneller"

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Was haben Sie eigentlich mit 17 so gemacht?

"Ich bin Formel Super A gefahren", sagt Jenson Button.

"Da war ich in der Formel Renault", sagt Kamui Kobayashi.

"Ich habe im ChampCar in Amerika getestet", sagt Sebastian Vettel.

"Ich glaube, da war ich mit dem Subaru meiner Mutter unterwegs. Auf einer Rennstrecke, versteht sich", sagt Romain Grosjean.

Max Verstappen kann von sich behaupten, mit 17 Jahren Formel 1 gefahren zu sein. Und zwar nicht in einem Test, sondern in einer offiziellen Session.

Dank seines Auftritts im ersten Training beim Grand Prix von Japan in Suzuka ist der Niederländer offiziell der jüngste Pilot in der Königsklasse aller Zeiten.

Und er ist nicht nur bloß mitgefahren. Am Ende stand er als Zwölfter gut da und lag nur 443 Tausendstel hinter seinem Teamkollegen Daniil Kvyat. Nur ein Motorschaden trübte etwas das Bild. Er trat aber - zum Glück von Verstappen - erst am Ende der Session auf.

Was hatten Verstappen, sein Vater Jos und andere F1-Persönlichkeiten zum gelungenen Debüt zu sagen?

Let's talk about Max!

MAX VERSTAPPEN...

...ÜBER SEIN DEBÜT: Ich bin natürlich nicht annähernd am Limit gefahren. Ich war vorsichtig, ohne irgendetwas Verrücktes zu machen. Die Hauptsache für mich war, so viele Runden wie möglich zu fahren. Ich bin die Runden nur abgefahren und habe versucht, mich an das Auto und die Strecke zu gewöhnen, denn es ist keine einfache Strecke. Als ich die Zeit gesehen habe, habe ich mich darüber gefreut.

...ÜBER DAS AUTO: Es unterscheidet sich etwas von dem 2012er Modell. Man muss mit dem ganzen Team arbeiten, mit all den Systemen und all den Knöpfen am Lenkrad. Das war neu für mich, aber ich denke, es lief ganz gut.

...ÜBER DIE UNTERSCHIEDE ZUM KART: Man muss alles lernen, das Gefühl für ein Rennauto bekommen und am Ende des Tages ist dann ein Rennauto ein Rennauto. Wenn man in ein Formel-1-Auto einsteigt, ändert sich kaum etwas. Es ist nur alles ein wenig schneller und das Fahrverhaltenen des Motors unterscheidet sich. Im Enddefekt war es aber eher wie die Formel 3 als der Kartsport.

....ÜBER WEITERE EINSÄTZE: In Sotschi werde ich nicht dabei sein, weil ich an dem Wochenende mit der Formel 3 in Imola bin. Aber in Austin, Brasilien und Abu Dhabi werde ich wieder im Auto sitzen.

...ÜBER SEIN VORBILD: Ich habe alles zusammen mit meinem Vater gemacht, das ist richtig schön. Er ist mein großes Vorbild, nur er, kein anderer Fahrer, das reicht.

...ÜBER DAS WM-DUELL: Ich glaube, Hamilton gewinnt. Er ist einfach schneller als Nico.

JOS VERSTAPPEN...

...ÜBER DAS DEBÜT SEINES SOHNES: Er macht einen guten Job, wenn man sich mal vor Augen hält, wie schwierig diese Strecke ist. Wichtig ist, dass er viele Runden fährt und nicht abfliegt. Die Rundenzeit ist nicht so wichtig. Er lernt und sitzt erstmals in diesem Auto. Er muss so viele neue Dinge kennenlernen.

...ÜBER DIE FÄHIGKEITEN VON MAX: Ich habe ihm gesagt, er soll nicht auf die Rundenzeiten schauen. Es gehört aber zu seinen Stärken, dass er in neuen Autos und auf neuen Strecken immer ganz schnell auf gutes Tempo kommt.

...ÜBER DEN FAKTOR PSYCHE: Er kennt sich schon ein bisschen aus. Er kommt mit dem Rummel gut zurecht, auch mit den vielen Medien. Ich selbst bemerke an Max nicht, dass er irgendwie nervös ist. Ich war sicherlich nervöser als er. Er macht einfach sein Ding, er zieht das durch. Das freut mich.

SEBASTIAN VETTEL...

...ÜBER VERSTAPPENS MANGELNDE ERFAHRUNG: Er hat erst ein Dreivierteljahr in der Formel 3 absolviert, aber andererseits hält er auch einen bemerkenswerten Rekord im Kartsport. Ich denke, er hat das Potenzial, aber auf der anderen Seite müssen wir ihm auch Zeit geben - so viel, wie er benötigt. Es braucht ein bisschen Zeit, bis man sich zurechtfindet, aber es macht auch sehr viel Spaß.

...ÜBER SEIN "ERSTES MAL": Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich damals, 2006 mit BMW-Sauber, auch den Freitag hatte. Ich bin mit 19 Jahren in die Formel 1 gekommen, du fühlst dich bereit und sagst natürlich nicht nein, wenn dir jemand die Gelegenheit gibt, ein Formel-1-Auto zu fahren. Aber du brauchst Zeit, dich an alles zu gewöhnen. Die Arbeit in der Formel 1 ist komplett anders als in anderen Rennserien.

...ÜBER DEN GRÖSSTEN UNTERSCHIED ZWISCHEN MAX UND IHM: Ich denke, einer der größten Unterschiede ist, dass ich damals in der Lage war, selbst vom Hotel zur Strecke zu fahren, was er nicht kann - er hat ja noch keinen Führerschein.

...ÜBER SEINE REKORDE, DIE VERSTAPPEN KNACKEN KÖNNTE: Rekorde sind da, um gebrochen zu werden. Natürlich startet er eine ganze Weile früher, als wir alle das getan haben, aber es ist schwer zu sagen, ob er es schaffen wird. Irgendwann wird jemand diese Rekorde brechen... und auch diese werden eines Tages wieder gebrochen.

HELMUT MARKO...

...ÜBER DAS RISIKO BEI MAX VERSTAPPEN: Das ist kein Lotteriespiel - wir wissen, was wir tun. Und der Erfolg gibt uns recht.

...ÜBER SEIN TALENT: Er ist ein außergewöhnliches Talent - eines, das es in mehreren Jahrzehnten nur einmal gibt. Er ist am ehesten wie Ayrton Senna.

...ÜBER SEINE REIFE: Er hat mit Leuten gesprochen, die auf dem Gebiet der Nachwuchsarbeit Experten sind - und alle sagen, dass er im Geist eher 22 als 16 Jahre alt ist. Und was seine Fähigkeiten hinterm Lenkrad angeht, da muss man sagen, dass er seit dem Alter von vier Jahren Rennen fährt - professionell. Wir rechnen also damit, dass er ab dem ersten Rennen konkurrenzfähig ist.

...ÜBER SEINEN EINSATZ: Neben den Freitagstrainings und dem 400-Kilometer-Test in Italien sitzt er bei jeder Gelegenheit im Simulator und arbeitet mit Top-Experten an Physis und Psyche. Er kriegt die beste Ausbildung, bevor er am Start stehen wird.

Steckbrief

Geboren am

  1. September 1997

Geburstort

Hasselt, Belgien

Größe/Gewicht

1,80m/67kg

Karriere

seit 2005 im Kartsport, ab 2010 im int. Kartsport,   

 

Kart-Weltmeister 2013, zweifacher Kart-Europameister,

 

2014 Formel-3-Euroserie, ab 2015 für Toro Rosso in der Formel 1

Website

www.verstappen.nl

Twitter

@MaxVerstappen3

JACKIE STEWART...

...ÜBER DEN DRUCK: Die Welt schaut auf ihn - und das ist nicht gerade wenig Druck. Er war schon früh in seiner Karriere sensationell, aber die Formel 1 ist eine andere Geschichte.

...SEINE ERSTEN AUFGABEN: Es besteht kein Zweifel, dass er für sein Debüt eine der schwierigsten Strecken im Kalender bekommen hat. Er ist ein erfahrener Rennfahrer und hat im Kartsport und den Nachwuchsserien alles gewonnen, was man gewinnen kann. Wenn er sich gut schlägt, wird er ein junger Superstar.

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