Mateschitz ist "weder überrascht noch enttäuscht"

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Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz hat auf den bevorstehenden Abgang des vierfachen Formel-1-Weltmeisters Sebastian Vettel relativ gelassen reagiert.

Er habe "weder eine Richtigkeit noch Notwendigkeit" darin gesehen, den Deutschen von seinem Vorhaben abzubringen, erklärte der 70-jährige Milliardär in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der deutschen Nachrichtenagentur dpa.

Vettel hatte Mateschitz vergangenes Wochenende aus Japan telefonisch über seinen Entschluss informiert, Red Bull mit Saisonende zu verlassen.

Der Teambesitzer war darüber "weder überrascht noch enttäuscht", wie er versicherte.

Niemand wollte Vettel umstimmen

Mateschitz: "Erstens wussten wir, dass er Gespräche führt, und zweitens glaube ich, dass es bei aller Loyalität für einen Rennfahrer richtig ist, sich nach neuen Herausforderungen umzusehen."

Den Serienchampion umzustimmen, sei für Red Bull kein Thema gewesen. "Wir haben es nicht probiert, und ich hätte das auch nicht für richtig gehalten", betonte Mateschitz.

"Insbesondere unter den derzeitigen Voraussetzungen." Angesichts des "Handicaps" von Red Bull mit dem gegenüber Mercedes deutlich unterlegenen Renault-Antrieb brauche es keinen vierfachen Weltmeister im Team, der bestenfalls "best of the rest" werden könne.

Mateschitz widerspricht Vettel-Kritikern

Vettel stammt aus dem eigenen Nachwuchs. Der 27-Jährige hat alle seine WM-Titel für den österreichisch-englischen Rennstall eingefahren.

Ein fünfter Titel ist derzeit allerdings außer Reichweite, liegt der Red-Bull-Star vier Rennen vor Schluss doch mit 127 Punkten Rückstand auf Mercedes-Spitzenreiter Lewis Hamilton nur auf WM-Rang vier.

Teamkollege Daniel Ricciardo hat bereits drei Saisonrennen gewonnen, Vettel noch keines.

Kritikern, die Vettel vorwerfen, Red Bull nach der ersten schwierigen Saison den Rücken zu kehren, widersprach Mateschitz.

"Sie verstehen zu wenig von den Fakten und wissen wahrscheinlich auch nicht wirklich, wie der F1-Zirkus funktioniert", meinte der Steirer, der mit dem 20-jährigen Russen Daniil Kvyat kommende Saison auf ein weiteres Supertalent als Vettel-Nachfolger setzt.

Kvyat hat bereits in seiner ersten Formel-1-Saison beim Red-Bull-Zweitteam Toro Rosso überzeugt.

Kvyat deutlich billiger als Vettel

Mit der Rochade seien laut Mateschitz "auch sehr hohe finanzielle Einsparungen verbunden". Kvyat verdient deutlich weniger als der 39-fache Grand-Prix-Sieger Vettel, dessen Vertrag bei den Bullen eigentlich noch bis Ende 2015 gelaufen wäre.

Nun scheint Vettels Weg zu Ferrari frei. Der bevorstehende, aber noch nicht offiziell besiegelte Wechsel des Deutschen hat das Fahrerkarussell in der Königsklasse in Schwung gebracht.

Der Spanier Fernando Alonso könnte Ferrari verlassen, selbst Hamiltons Zukunft muss nicht zwingend bei Mercedes liegen. Mateschitz vermutete, dass "die kommende Fahrerrochade auch einiges zur Spannung in der nächsten F1-Saison beitragen wird".

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