Fliegt Massa bei Ferrari raus?

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Felipe Massa hat ein rabenschwarzes Wochenende hinter sich.

Ein selbstverschuldeter Aufhängungsschaden machte sein Qualifying zunichte, selbiges Malheur sorgte im Rennen für seine vierte Nullnummer in dieser Saison.

Dazwischen gesellte sich auch noch eine Rangelei auf der Strecke mit Erzfeind Lewis Hamilton, die von der Rennleitung mit einer Strafe für den Brasilianer quittiert wurde.

Nun werden sogar Gerüchte laut, wonach Massa sein Cockpit bei Ferrari mit Saisonende räumen könnte.

Abschied von der Scuderia?

"Er muss aufpassen, denn es gibt viele junge Talente da draußen. Er hat zwar einen Vertrag für nächstes Jahr, aber seine Zukunft bei Ferrari ist nicht absolut garantiert", ist sich TV-Experte und Ex-Teamchef Eddie Jordan sicher.

"In der Formel 1 kannst du dir nie sicher sein. Er hat das Auto im Qualifying beschädigt und genau den gleichen Fehler im Rennen noch einmal gemacht", analyisert der Ire.

Dass es Ferrari mit dem Einhalten von Verträgen nicht so ernst nimmt, bewies man zuletzt Ende 2009, als man Kimi Räikkönen mit einer Millionen-Abfindung in die F1-Pension schickte, um Platz für Fernando Alonso zu machen.

Chancenlos gegen Alonso

Gegen genau diesen Alonso ist Massa seit zwei Jahren aussichtslos in Rückstand. 8:28 im Qualifying-Vergleich, 5:19 Podestplätze und nur rund halb so viele WM-Punkte wie der Spanier, hat Massa seit Saisonbeginn 2010 auf dem Konto.

Dass die Scuderia im Vorjahr und heuer nur Rang drei in der Konstrukteurs-WM belegte, geht in erster Linie auf die Kappe des Brasilianers.

Im Vorjahr erhielt er zudem eine schallende Ohrfeige vom Ferrari-Kommandostand, als er in Hockenheim seinen Teamkollegen vorbei lassen musste und letztlich nur Rang zwei belegen durfte.

Massas steiniger Weg

Die Rolle des tragischen Helden kennt Massa zu genüge. 2008 wähnte er sich Sekunden nach seinem Heimsieg bereits als Weltmeister. 2009 knallte er im Qualifying mit fast 200 km/h in eine abgerissene Feder von Rubens Barrichellos Boliden, crashte und wurde dabei  schwer verletzt.

Seit seinem Comeback mit Saisonstart des Vorjahres ist der Brasilianer nicht mehr der alte. Seit nunmehr 19 Rennen wartet er vergeblich auf einen Podestplatz - die längste Durststrecke in seiner Ferrari-Ära, die 2012 eigentlich in ihr siebentes Jahr gehen hätte sollen.

Ob es noch dazu kommt, ist nach der zuletzt gezeigten Performance und dem hohen Leistungsanspruch Ferraris äußerst ungewiss.

Rosberg als Nachfolger?

Deutsche Medien hätten sogar schon einen Ersatzkandidaten ausgemacht: Nico Rosberg. "Nico denkt über Ferrari nach", will das Boulevardblatt "Express" aus dem Umfeld des Deutschen erfahren haben.

Der 26-Jährige kämpft seit sechs Jahren vergeblich um den Durchbruch in der Formel 1. Obwohl er für viele Experten als eines der größten Talente gilt, reichte es in bislang 106 GPs nicht zu mehr als einem zweiten und vier dritten Plätzen. Ein Wechsel zu Ferrari wäre seine Chance auf ein Top-Cockpit, obwohl es bislang als sicher galt, dass sein Mercedes-Vertrag bis Ende der nächsten Saison läuft. Ob dieser auch Ausstiegsklauseln beinhaltet, weiß außer Rosberg, seinem Manager und der Mercedes-Chefetage wohl niemand.

Mit Michael Schumacher als Teamkollegen soll Rosberg nicht allzu glücklich sein. Dass Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug zuletzt anklingen ließ, dass man den Rekordweltmeister vielleicht auch über 2012 behalten könnte, muss für Rosberg schon fast wie eine Drohung geklungen haben.

Michael Höller

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