"Eigentümerstruktur wird sich nicht ändern"

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Die Österreicherin Monisha Kaltenborn geht trotz des Einstiegs potenter russischer Geldgeber davon aus, Teamchefin des Formel-1-Rennstalles Sauber zu bleiben.

"Ich habe vor, hier zu bleiben", betonte die 42-jährige Juristin am Samstag vor dem Grand Prix von Ungarn. Ihre eigene Position sei in den Verhandlungen mit den neuen Partnern nie ein Thema gewesen.

Kaltenborn hält seit dem Vorjahr ein Drittel der Anteile am Schweizer Rennstall, die restlichen zwei Drittel liegen bei Teamgründer Peter Sauber.

Keine Eigentümer-Veränderungen

"Die Eigentümerstruktur wird sich nicht ändern", versicherte die Teamchefin und Geschäftsführerin. Dabei hatte das in finanziellen Problemen steckende Privatteam erst vergangene Woche eine langfristige, strategische Partnerschaft mit drei staatsnahen russischen Unternehmen bekanntgegeben.

Die Verträge mit dem Investment Corporation International Fonds (ICIF), dem staatlichen Fonds zur Entwicklung der Nord-Westlichen Russischen Föderation und dem russischen Institut für Luftfahrt und Technologie sollen laut Schweizer Medien insgesamt 470 Millionen Franken (380 Mio. Euro) in die leeren Sauber-Kassen spülen.

"Wir haben nie öffentlich über finanzielle Details gesprochen. Das werden wir auch weiterhin nicht tun", sagte Kaltenborn.

Zweifel an Nachwuchshoffnung Sirotkin

Eine Änderung des Teamnamens sei ebenfalls nicht geplant. Stattdessen beruht die Partnerschaft laut Kaltenborn auf drei Säulen: einem Austausch von technischem Know-how, der Unterstützung der Etablierung der Formel 1 in Russland und nicht zuletzt der Vorbereitung des russischen Teenagers Sergey Sirotkin auf eine F1-Karriere.

Der 17-Jährige ist bisher in der World Series by Renault aktiv, über eine Superlizenz verfügt er noch nicht.

Dennoch soll Sirotkin laut Teamangaben bereits kommende Saison, mit 18, Stammfahrer bei Sauber sein. In der Branche hat das viele Skeptiker auf den Plan gerufen. "Ich war noch nicht bereit mit 18. Obwohl ich mit 18 ziemlich gut war", meinte etwa Ex-Weltmeister Lewis Hamilton.

"Wir wollen langfristig wieder nach oben"

"Wir werden Wege finden, um ihn für die nächste Saison bereit zu machen", entgegnete Kaltenborn. "Wir wissen um die Verantwortung, die wir haben. Die nehmen wir sehr ernst."

Ernst war auch die finanzielle Lage von Sauber. Bei der Bedienung zahlreicher Gläubiger soll man in Verzug gewesen sein. "Wir haben auch früher harte Zeiten durchlebt", erinnerte Kaltenborn.

"Jetzt kommen wir auf eine stabile Basis." Existenziell seien die Sorgen nicht gewesen. "Aber es ist die Frage, ob man nur überleben will oder mehr. Wir wollen langfristig wieder nach oben." Derzeit liegt das Team in der Konstrukteurswertung nur auf Rang acht.

Zukunft beider Stammfahrer offen

Die sieben WM-Punkte hat allesamt der Deutsche Nico Hülkenberg eingefahren, der den Rennstall spätestens mit Saisonende verlassen dürfte. Auch die Zukunft des Mexikaners Esteban Gutierrez ist offen, könnten die mexikanischen Geldgeber um Carlos Slim, den reichsten Mann der Welt, doch dessen Landsmann Sergio Perez zu McLaren folgen.

Mit den starken russischen Partnern und den großen Regeländerungen erhofft sich Sauber 2014 dennoch einen Aufschwung. Kaltenborn: "Es geht Schritt für Schritt wieder nach oben."

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