F1-Check: Das Mittelfeld

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F1-Teamcheck: Die Mittelständler

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In wenigen Tagen heulen die Formel-1-Motoren in Melbourne wieder auf!

Die Zeit der Täuschungs- und Ablenkungsmanöver bei den Testfahrten ist dann vorbei. Spätestens im Qualifying am Samstag werden alle Karten aufgedeckt.

Welche Teams haben die besten Aussichten auf ein gutes Ergebnis beim Australien-GP? Und welche Rennställe sind schon zu Saisonbeginn nur auf Schadensbegrenzung aus?

LAOLA1 nimmt vor F1-Saisonstart alle 12 Formel-1-Teams unter die Lupe. Diesmal: Die Mittelständler Lotus, Force India, Sauber und Toro Rosso.

LOTUS F1 TEAM

Auto:

Der E20 glänzte bei den Testfahrten durch einige Bestzeiten. Allerdings musste man aufgrund eines Chassis-Fehlers den kompletten ersten Test in Barcelona auslassen. Das führte dazu, dass man im Februar und März insgesamt nur 3.501 Kilometer abspulen konnte und damit weniger als alle anderen Teams (ausgenommen HRT und Marussia, die gar nicht starteten).

Die lange entwickelte Geheimwaffe (eine Art aktive Radaufhängung, die den Boliden beim Anbremsen stabilisiert) wurde vor Beginn der Testfahrten von der FIA verboten. Wieviel Wind das aus den Segeln des britischen Teams genommen hat, kann man nur erahnen.

Fahrer:

Neuer Name, neue Gesichter: Vitaly Petrov und Bruno Senna wurden an die Konkurrenz abgegeben. Kimi Räikkönen und Romain Grosjean sind die neuen Lotus-Piloten. Beide bestritten in Abu Dhabi 2009 ihr letztes F1-Rennen und versuchten sich in den verganenen beiden Jahren in anderen Serien: Räikkönen produzierte in der Rallye-WM mehr Wracks als WM-Punkte, Grosjean zog es über die GT1-WM und Le Mans wieder in die GP2, wo er im Vorjahr den Titel gewinnen konnte.

Umfeld:

Der leidige Namensstreit mit Tony Fernandes' "Team Lotus" (nun Caterham F1) ist endlich Geschichte. Aus "Lotus Renault" wurde das "Lotus F1 Team". Dass man Pay-Driver Petrov ziehen ließ, ist ein Indiz dafür, dass Eric Boulliers Rennstall wieder auf finanziell solideren Beinen steht. Nun soll auch der sportliche Erfolg zu ehemaligen Renault-Werksteam zurück kommen. Die Vorzeichen dafür stehen nicht schlecht.

FORCE INDIA

Auto:

Der VJM05 lief in den Testfahrten insgesamt 4.781 Kilometer, nur drei Teams schafften mehr. Die Piloten scheinen zufrieden zu sein. "Die Balance des Autos war durchaus gut. Auf Longruns fühlte sich das Auto konstant an", urteilte Paul di Resta. "Das Auto hat mit viel und wenig Sprit gut funktioniert. Die Basis hat sich als gut herausgestellt", meinte Nico Hülkenberg.

Fahrer:

Paul di Resta geht in seine zweite Saison mit Force India. Im zweiten Cockpit ersetzte Nico Hülkenberg nach einem Jahr als Testfahrer seinen deutschen Landsmann Adrian Sutil. Die beiden Piloten kommen gemeinsam nur auf 38 GP-Starts - damit verfügen sie nach dem Toro-Rosso-Duo über die zweitwenigste Erfahrung im gesamten Starterfeld.

Umfeld:

Der indische Rennstall ist mittlerweile im soliden Mittelfeld der F1 angelangt, obwohl man mit weit weniger Mitarbeitern auskommt, als alle Teams, die im Vorjahr in der Konstrukteurs-WM vor Force India landeten. Dennoch hört man immer wieder, dass der Rennstall von Milliardär Vijay Mallya finanziell doch nicht so gut dasteht. Durch den Einstieg des Finanzdienstleisters Sahara India Pariwar (kaufte 42,5 Prozent der Teamanteile) sollten aber auch diese Gerüchte heuer endgültig versiegen.

SAUBER F1 TEAM

Auto:

Im C31 konnten beide Piloten bei den Testfahrten Tages-Bestzeiten erzielen. Zwar sind diese immer mit Vorsicht zu genießen, doch mit 4.922 Test-Kilometern war man hinter Williams und Ferrari die Nummer drei der Bestenliste der fleißigsten Tester.

Fahrer:

Sergio Perez und Kamui Kobayashi durften beim Schweizer Rennstall bleiben. Mit Esteban Gutierrez wechselte man auch auf der Testfahrer-Position nicht. Kobayashi in seiner dritten und Perez in seiner zweiten müssen im Vrgleich zum Vorjahr an Konstanz zulegen, um sich auf lange Sicht im knallharten F1-Zirkus behaupten zu können.

Umfeld:

Wenig Neues gibt es im ohnehin meistens ruhigen Umfeld von Sauber. Seit dem Einstieg von Multimilliardär Carlos Slim zu Beginn des Vorjahres sind auch die finanziellen Unkenrufe vom Tisch. Der eigene Anspruch? "Wir haben uns für die Saison 2012 hohe Ziele gesetzt. Wir wollen regelmäßig in die Punkte fahren und unsere Position in der Konstrukteurs-WM deutlich verbessern", gibt Peter Sauber das Ziel vor.

SCUDERIA TORO ROSSO

Auto:

Zuverlässig und schnell: Der STR7 konnte bei den Testfahrten überzeugen. 4.583 Kilometer spulten die beiden jungen Piloten ab. Optisch hält sich die dritte Eigenkreation der Scuderia (davor bezog man das Chassis von Red Bull Racing) an die 2012 gängige Bauart mit "Höcker-Nase".

Fahrer:

Tabula rasa bei Toro Rosso! Sebastien Buemi und Jaime Alguersuari mussten nach drei bzw. zweieinhalb Jahren ihre Koffer packen und wurden durch die - nur unwesentlich jüngeren - Red-Bull-Junioren Daniel Ricciardo (22) und Jean-Eric Vergne (21) ersetzt. Ricciardo durfte sich bereits in der vergangenen Saison bei HRT elf Rennen lang erste Sporen verdienen. Vergne steigt direkt aus der Formel Renault 3.5, wo er Vizemeister wurde, in die F1 auf.

Umfeld:

Weder in der Team-Struktur, noch in der Team-Leitung gab es im Winter gravierende Veränderungen. Positiv zu erwähnen ist, dass die Red-Bull-fremden Sponsor-Aufkleber immer weiter zunehmen. Ein weiterer Schritt in Richtung Eigenständigkeit.

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