Hamilton vs. Rosberg: Statistik spricht für Briten

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"Ich gehe ohne Angst in dieses Rennen. Ich glaube fest daran, dass ich den Titel gewinnen kann", macht sich Nico Rosberg vor dem finalen Duell mit Mercedes-Teamkollege Lewis Hamilton, welcher in der WM-Wertung 17 Punkte vor ihm liegt, durchaus noch Hoffnungen auf den Titel.

32 Jahre nach seinem Vater Keke hat der Deutsche auf dem Yas Marina Circuit von Abu Dhabi die Chance, die WM-Krone zu holen.

Hamilton weiter hungrig

Zuletzt konnte er in Brasilien Hamilton, der zuvor fünf Siege in Serie feierte, endlich wieder bezwingen und den Briten zu einem Fahrfehler zwingen.

Der WM-Leader, den ein weiterer Patzer um den zweiten Titel nach 2008 bringen könnte, gibt sich jedoch ebenfalls kämpferisch: "Ehrlich gesagt fühlt es sich für mich so an, als ob ich erneut um meine erste Weltmeisterschaft kämpfen würde. Ich habe noch den gleichen Hunger, den gleichen Siegeswillen und ich habe in dieser Saison von Anfang an alles gegeben."

"Auf dem gleichen Niveau"

Mercedes-Aufsichtsrat Niki Lauda ist bereits vor dem Saisonfinale zufrieden: "Für mich sind beide jetzt schon Weltmeister. Ich habe zwei Alphatiere auf höchstem Niveau, Spitzensportler, die absolut auf dem gleichen Niveau trainieren, Bestzeiten herausfahren und Rennen fahren können."

Der Österreicher missbilligt die Regelung der doppelten Punkte im letzten Saisonrennen: "Von den beiden ist mal der eine und mal der andere besser. Durch diese blöde Regelung der doppelten Punkte beim Saisonfinale kann man das Resultat jetzt noch verschieben, was ich sportlich nicht in Ordnung finde."

Ecclestone wünscht sich Hamilton

"Mir sind beide gleich wichtig", übt sich Motorsport-Chef Toto Wolff vor dem finalen Showdown als Diplomat. Im Mercedes-Lager bekommt man also keine klare Antwort auf die Frage, wer am Sonntag (ab 14 Uhr LIVE im LAOLA1-Ticker) Weltmeister wird.

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hingegen hat einen klaren Wunsch: Er will Lewis Hamilton als Weltmeister sehen. "Die meisten kennen Nico nicht. Deshalb wäre Lewis für den Sport der bessere Weltmeister", findet der 84-Jährige.

Gegensätzliche Typen

Der Franzose Frederic Vasseu, der beide Fahrer aus der Nachwuchsklasse kennt, beschreibt die Rivalen folgendermaßen: "Nico ordnet auch alles in seinem Privatleben dem Erfolg unter. Ich denke, da ist Lewis etwas lockerer im Umgang. Ich glaube, Lewis war noch extremer, was Risiken betrifft. Nico kalkulierte mehr. Aber, was zählt: Beide sind erfolgreich mit der Art, wie sie Dinge angehen."

"Der eine, Lewis, hat das Talent. Der andere ist zwar schnell, aber eher der Denker und Entwickler des Autos", malt auch der frühere Kart-Teamchef der Beiden, Dino Chiesa, in der "Bild am Sonntag" ein gegensätzliches Bild der beiden Silberpfeil-Piloten.

Hamilton viel beliebter

Ein Blick in die Statistiken verrät: Ecclestone hat mit seinem Bekanntheits-Sager durchaus Recht - hat Hamilton doch viermal so viele Facebook-Fans (2,786 Mio.) wie sein Teamkollege und auch auf Twitter folgen dem Briten mit 2,46 Mio. dreimal mehr Nutzer als dem Deutschen.

Dieser hat zwar etwas mehr Renn-Erfahrung, da er ein Jahr länger in der Formel 1 ist und 18 Mal öfter bei einem Grand-Prix am Start stand als Hamilton, dafür hat er aber viel weniger erreicht.

Nach GP-Siegen führt der "Billion Dollar Man" deutlich mit 32:8, zudem hat er bereits einen WM-Titel aufzuweisen. Die Siegquote spricht eine noch deutlichere Sprache: 21,77 Prozent seiner Rennen entscheidet der WM-Leader für sich, nur 4,85 Prozent der derzeitige WM-Zweite.

Rosberg in Quali besser

Lediglich im Qualifying-Duell hat Rosberg heuer die Nase mit 11:7 vorne, im Rennen kehrt sich dies jedoch um, elf Mal war Hamilton in der aktuellen Saison besser, sieben Mal Rosberg.

Zudem konnte der Brite 2014 mit zehn Triumphen doppelt so viele Rennen für sich entscheiden wie der Deutsche (fünf).

Schon ein zweiter Platz reicht ihm zum Titel - trotz doppelter Punktzahl. Doch dieser Umstand frustriert seinen Rivalen absolut nicht: "Es ist gigantisch, beim letzten Rennen noch die Chance zu haben, Weltmeister zu werden", offenbart Rosberg seine positive Sichtweise.

Wurz schreibt Rosberg noch nicht ab

Auch wenn die Zahlen somit allesamt für Hamilton sprechen, gibt es einige, die Bedenken an dessen zweiten WM-Titel haben.

So etwa der ehemalige F1-Pilot Alex Wurz, der beide Fahrer gut kennt. Der Österreicher gibt Rosberg noch nicht auf:

"Wann immer Lewis glaubt, dass er unschlagbar ist, ist er anfälliger für Fehler."

Die Antwort gibts auf der Strecke

Soweit die Statistiken, Meinungen und Fakten - die wahre Antwort liefert uns bekanntermaßen sowieso nur das Rennen selbst.

Doch zuvor seid ihr dran: Wer wird eurer Meinung nach Formel-1-Weltmeister 2014?

Hamilton

Rosberg

Alter

29

29

Familienstand

verlobt mit Nicole Scherzinger

verheiratet mit Vivian Sibold

Größe/Gewicht

1,74m/66kg

1,78m/66kg

Bei Mercedes seit

2013

2010

Rennteilnahmen

147

165

Ausfälle

20

26

  1. Rennen

Australien-GP 2007

Bahrain-GP 2006

Zielankünfte

127

139

  1. Sieg

Kanada-GP 2007

China-GP 2012

Alter bei 1. Sieg

22 Jahre, 154 Tage

26 Jahre, 293 Tage

1.Sieg im wievielten Rennen

6

111

GP-Siege

32

8

Siegquote in Prozent

21,77

4,85

Siege 2014

10

5

WM-Titel

1

0

Pole Positions

38

14

Pole Positions 2014

7

10

Podestplätze

69 (32/19/18)

26 (8/13/5)

WM-Punkte

1.436

887,5

Schnellste Rennrunden

20

9

Triple

5

0

Start-Ziel-Siege

5

4

Facebook-Fans

2,786 Mio.

680.360

Twitter-Follower

2,46 Mio.

847.000

Henriette Werner

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